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Differenzen um
Differenzierung
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Kiel (SHL/03.05.)
Der Unterricht an den schleswig-holsteinischen Gesamtschulen
soll weiterhin nach Lerngruppen mit Hauptschul-, Realschul- und
Gymnasialniveau unterteilt werden. Vergeblich hatten die Grünen
eine Aufhebung dieser so genannten äußeren
Leistungsdifferenzierung in einem Antrag gefordert. Die
schwarz-rote Koalition sowie die Liberalen lehnten den Antrag
ab, während sich der SSW enthielt.
Die Grünen führten
bei Begründung des Antrages an, dass bis zur 10. Klasse auf
Kurse mit unterschiedlichem Leistungsniveau verzichtet werden
könne und forderten einen entsprechenden Vorstoß der
Landesregierung bei der Kultusministerkonferenz. Das Gremium hat
eine klare Differenzierung der Lerngruppen für die
Gesamtschulen verbindlich vorgeschrieben. Die Oppositionspartei
begründete ihr Ansinnen unter anderem mit der möglichen
Einführung der Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein.
Bildungsministerin
Ute Erdsiek-Rave (SPD) stellte klar, dass es immer „eine
Differenzierung und Individualisierung der Lernwege geben"
müsse. Gleichwohl sollten die bisherigen Regelungen an den
Gesamtschulen flexibler gestaltet werden.
Weitere
Stimmen aus dem Plenum:
Karl-Martin
Hentschel (Grüne): Die frühe Trennung der Kinder führt
dazu, dass der Lernerfolg weniger von den Fähigkeiten der
Kinder als vom sozialen Status der Eltern abhängt.
Heike Franzen
(CDU): Kinder mit unterschiedlichen Leistungspotenzialen
seien individuell zu fördern. Nichts ist ungerechter als die
Gleichbehandlung von Ungleichem.
Detlef Buder(SPD):
Bereits heute ist den Schulen eine Aufhebung der äußeren
Differenzierung möglich, allerdings wurde bisher kein
entsprechender Antrag gestellt.
Ekkehard Klug
(FDP): Niemand kommt auf die Idee, in eine Olympiamannschaft
alle Teilnehmer des letzten Volkslaufes aufzunehmen.
Anke Spoorendonk
(SSW): Die Gesamtschüler dürfen nicht als schulpolitische
Speerspitze benutzt werden, sondern es muss eine Regelung zur
Einführung von Gemeinschaftsschulen gefunden werden.
Hintergrund:
Die Grünen fordern in einem
Antrag, dass Gesamtschüler, die das 9. oder 10. Schuljahr
beenden, grundsätzlich den Hauptschul- oder
Realschulabschluss erhalten sollen. Die Zusammensetzung
der Lerngruppe soll nach Auffassung der Oppositionspartei
bei der Vergabe des Abschlusses keine Rolle mehr spielen.
Um dieses Ziel zu erreichen, fordern die Grünen einen
Vorstoß der Landesregierung bei der
Kultusministerkonferenz, die eine klare Zuordnung der
Lerngruppen für die Gesamtschulen verbindlich
vorgeschrieben hat. Die Grünen begründen ihr Ansinnen
unter anderem mit der geplanten Einführung der
Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein und den Verzicht
auf fachliche Differenzierung in Ländern mit
Gesamtschulen wie Finnland und Dänemark.
mehr
Informationen: plenum-online,
Monat 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2006/texte/35_schulsystem.htm)
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