plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: plenum-online  –  

xxx

Top 08: 
Aufhebung der Pflicht zur äußeren Differenzierung in der neuen Vereinbarung der Kultusministerkonferenz (KMK) zum Sekundarbereich I
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drucksache: 16/708
-Plenarprotokoll-
  zum Text


Top 11: 
Verbesserung der Schwimmausbildung an schleswig-holsteinischen Schulen
Antrag der Fraktion der FDP
Drucksache: 16/725
-Plenarprotokoll-
  zum Text
t

Differenzen um Differenzierung

Kiel (SHL/03.05.) Der Unterricht an den schleswig-holsteinischen Gesamtschulen soll weiterhin nach Lerngruppen mit Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialniveau unterteilt werden. Vergeblich hatten die Grünen eine Aufhebung dieser so genannten äußeren Leistungsdifferenzierung in einem Antrag gefordert. Die schwarz-rote Koalition sowie die Liberalen lehnten den Antrag ab, während sich der SSW enthielt.

Die Grünen führten bei Begründung des Antrages an, dass bis zur 10. Klasse auf Kurse mit unterschiedlichem Leistungsniveau verzichtet werden könne und forderten einen entsprechenden Vorstoß der Landesregierung bei der Kultusministerkonferenz. Das Gremium hat eine klare Differenzierung der Lerngruppen für die Gesamtschulen verbindlich vorgeschrieben. Die Oppositionspartei begründete ihr Ansinnen unter anderem mit der möglichen Einführung der Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein.

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) stellte klar, dass es immer „eine Differenzierung und Individualisierung der Lernwege geben" müsse. Gleichwohl sollten die bisherigen Regelungen an den Gesamtschulen flexibler gestaltet werden.

Weitere Stimmen aus dem Plenum:

Karl-Martin Hentschel (Grüne): Die frühe Trennung der Kinder führt dazu, dass der Lernerfolg weniger von den Fähigkeiten der Kinder als vom sozialen Status der Eltern abhängt.

Heike Franzen (CDU): Kinder mit unterschiedlichen Leistungspotenzialen seien individuell zu fördern. Nichts ist ungerechter als die Gleichbehandlung von Ungleichem.

Detlef Buder(SPD): Bereits heute ist den Schulen eine Aufhebung der äußeren Differenzierung möglich, allerdings wurde bisher kein entsprechender Antrag gestellt.

Ekkehard Klug (FDP): Niemand kommt auf die Idee, in eine Olympiamannschaft alle Teilnehmer des letzten Volkslaufes aufzunehmen.

Anke Spoorendonk (SSW): Die Gesamtschüler dürfen nicht als schulpolitische Speerspitze benutzt werden, sondern es muss eine Regelung zur Einführung von Gemeinschaftsschulen gefunden werden.

Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

Hintergrund:
  Die Grünen fordern in einem Antrag, dass Gesamtschüler, die das 9. oder 10. Schuljahr beenden, grundsätzlich den Hauptschul- oder Realschulabschluss erhalten sollen. Die Zusammensetzung der Lerngruppe soll nach Auffassung der Oppositionspartei bei der Vergabe des Abschlusses keine Rolle mehr spielen. Um dieses Ziel zu erreichen, fordern die Grünen einen Vorstoß der Landesregierung bei der Kultusministerkonferenz, die eine klare Zuordnung der Lerngruppen für die Gesamtschulen verbindlich vorgeschrieben hat. Die Grünen begründen ihr Ansinnen unter anderem mit der geplanten Einführung der Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein und den Verzicht auf fachliche Differenzierung in Ländern mit Gesamtschulen wie Finnland und Dänemark.

mehr Informationen: plenum-online, Monat 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2006/texte/35_schulsystem.htm)

zurück zum Seitenanfang

tt

Immer weniger Kinder können schwimmen

Kiel (SHL/03.05.) Im Landtag herrschte große Einigkeit darüber, dass in Schleswig-Holstein mehr für die Schwimmausbildung von Kindern getan werden muss. Gleichwohl sorgte ein FDP-Antrag für unterschiedliche Sichtweisen. Mit Blick auf mehrere Studien und Umfragen, demnach bundesweit immer mehr Kinder nicht schwimmen können und die Zahl der ertrunkenen Jugendlichen ansteigt, hatten die Liberalen von der Landesregierung ein Konzept gefordert, wie der Schwimmausbildung an den Schulen verbessert werden kann. Dies hielt die Regierungskoalition jedoch mit einem zu hohen bürokratischen Aufwand verbunden und forderte dazu auf, in der Diskussion auch den außerschulischen Bereich nicht zu vernachlässigen.

Trotzdem bedauerte es der FDP-Abgeordnete Ekkehard Klug, dass die Landesregierung keine Zahlen zum Umfang des Schulschwimmangebots vorlegen kann. Eine solche Erhebung sei notwendig, um „Ansatzpunkte für eine Verbesserung des Schwimmunterrichts zu finden" und die Zusammenarbeit mit Vereinen zu suchen, begründete er. Unterstützung fand er bei den Grünen und dem SSW. Während Anke Spoorendonk (SSW) den Stellenwert des Schwimmens als eine in Vergessenheit zu geratende „Kulturtechnik bezeichnete, kritisierte Karl-Martin Hentschel (Grüne) den Redebeitrag des SPD-Vertreters Detlef Buder. Der hatte zuvor den bürokratischen Aufwand für eine Erhebung an den Schulen gerügt und gesagt: „Die Lehrer sollten mit ihren Schülern zum Schwimmen gehen und nicht Statistiken ausfüllen". Hentschel erinnert ihn daran, dass sich früher „gerade die Sozialdemokratie in den Arbeitersportvereinen führend dafür eingesetzt hat, dass die Jugend der Arbeiterklasse Schwimmen lernte".

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) wollte nicht nur die Schulen in die Pflicht nehmen: „Viele Eltern gehen für hohe Kosten am Sonntag in Spaßbäder. Wie wäre es, wenn sie versuchen würden, ihren Kindern selber das Schwimmen beizubringen, und zwar möglichst schon vor der Schule?" Die Abgeordneten kamen überein, das Thema im Bildungsausschuss weiter zu beraten. „Dort wird man den Bogen hoffentlich ein bisschen breiter spannen, als nur den Schwimmunterricht anzusprechen", so Niclas Herbst (CDU).

Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

Hintergrund:
  Die FDP fordert eine bessere Schwimmausbildung an Schleswig-Holsteins Schulen. Von der Landesregierung verlangt sie unter anderem Schwimmunterricht an den Grundschulen im ausreichenden Umfang zu gewährleisten, die Zusammenarbeit zwischen Schwimmvereinen und Schulen anzustreben, bildungs- und sportpolitische Initiativen auf den Weg zu bringen sowie eine Bestandsaufnahme über den gegenwärtigen Umfang von Schwimmunterricht an den Schulen des Landes vorzulegen.
 
Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist in den siebziger Jahren, in denen viele neue Schwimmbäder gebaut wurden, die Zahl ertrunkener Menschen bis Ende der achtziger Jahre stark gesunken. Seitdem beobachtet die DLRG allerdings wieder einen Anstieg der Zahl: Ertranken 1988 bundesweit 378 Menschen, so waren es im Jahr 2004 insgesamt 470. Im Jahr davor seien aufgrund des heißen Sommers sogar 644 Menschen im Wasser ums Leben gekommen. Nach einer Emnid-Umfrage der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kann inzwischen über ein Drittel der unter 18-Jährigen in Deutschland nicht schwimmen. Die Schulen wiederum finden häufig keinen Ort für den Unterricht: Laut der so genannten "Sprint-Studie" zum Schulsport steht einem Fünftel aller Grundschulen in Deutschland kein Schwimmbad zur Verfügung. (Quelle: Frankfurter Allgemeine vom 5. August 2005)

zurück zum Seitenanfang

ttt

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuell:  
Diätenstrukturreform

Fragestunde zu: 
Haushaltssanierung

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Herzlichen Glückwunsch...
Abschied...

I n n e n  / R e c h t

1. Lesung:
Informations-Freiheitsgesetz
Wahl:
Präsident Finanzgericht
(ohne Aussprache)
Anträge:
Einbürgerungen
Bürokratie-Kosten
(ohne Aussprache)
Berichte:
Datenschutzbericht
Verwaltungsmodernisierung
Printmedien
Verfassungsschutz-Bericht
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Anträge:
Konfliktprävention an Schulen
Sekundarbereich I
Schwimmausbildung
Berichte:
Krebstherapie-Zentrum
Lehrerausbildung
Palliativmedizin
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Pflegegeld / SGB II
Frühförderung behind. Kinder
(ohne Aussprache)
Krankenhausfinanzierung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Migrationsforschung
Landärzte
Wohnen im Alter
AIDS-Prävention

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
PACT-Gesetz
Anträge:
Maritime Wirtschaft
Stromkabel
Bericht:
Außenwirtschaft S-H

F i n a n z e n

Fragestunde zu:
Haushaltssanierung
Anträge:
Landesbeteiligungen
Kommunale Finanzen
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesung:
Naturschutz-Beauftragter
Anträge:
Getreideverwertung
Abfallbehandlung

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Berichte:
EU-Bildungsprogramme
EU-Verfassung