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Auf dieser Seite: Konfliktprävention an Schulen  –  Lehrerausbildung

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Top 14: 
Konfliktprävention und Bildungschancen an Schulen
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drucksache: 16/728
-Plenarprotokoll-
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Top 20: 
Neuordnung der Lehrerbildung
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drs. 16/264
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drucksache 16/284
Bericht und Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses
(Ausschussüberweisung am 28. September 2005)
Änderungsantrag der Fraktion der FDP – Drs. 16/752
Drucksache: 16/668
-Plenarprotokoll-
  zum Text
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Gewalt an den Schulen

Kiel (SHL/03.05.) Nicht zuletzt durch den Hilferuf des Lehrerkollegiums der Berliner Rütli-Hauptschule aufgeschreckt, hat die Sorge um die zunehmende Gewaltbereitschaft an den Schulen auch den Norden der Republik erreicht. Vor diesem Hintergrund sprach sich Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) für eine intensive Fortführung der Präventionsarbeit aus. Die Polizei sei hierbei ein „wichtiger Partner" geworden, sagte sie.

Dass das Thema „keine harmlose Größe ist", untermauerte die Ministerin in einem von den Grünen beantragten mündlichen Bericht mit den Ergebnissen einer Befragung. Dort hätten 13 Prozent der befragten Eltern angegeben, dass ihre Kinder in den vergangenen zwölf Monaten in der Schule mit Gewalt konfrontiert worden seien. Karl-Martin Hentschel (Grüne) richtete den Blick auf soziale Brennpunkte, die er – auch im Zusammenhang mit Integrationsproblemen von ausländischen Kindern – vor allem in den Hauptschulen sieht. Hentschel forderte diesbezüglich dazu auf, „in Problemstadtteilen" die Trennung der Schularten auf den Prüfstand zu heben.

Eine von den Grünen darüber hinaus geforderte bessere Sprachförderung für Migrantenkinder wurde von den Rednern der anderen Landtagsparteien als eine unzulässige Vermischung der Themen Schulgewalt und Integration kritisiert. Ins Visier aller Abgeordneten gerieten zudem die Medien, die dem Problem durch aufreißerische Aufmachung oft nicht gerecht würden.

Weitere Stimmen aus dem Plenum:

Susanne Herold (CDU): Die von den Grünen geforderte Vernetzung von Schule, Jugendhilfe und Sozialarbeit ist längst Gegenstand gelebter Realität in Schleswig-Holstein.

Henning Höppner (SPD): Es ist falsch, dass Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen besonders disponiert sind, Ausübende oder Opfer von Gewalt zu werden.

Ekkehard Klug (FDP): Extremfälle versetzen die Medienlandschaft immer wieder für kurze Zeit in Unruhe. Nur wenn man systematisch an die Ursachen herangeht, wird sich etwas ändern.

Anke Spoorendonk (SSW): Täter im Bereich der Schulgewalt müssen unmittelbare Konsequenzen merken.

Der Bildungsausschuss berät weiter.

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Hintergrund:
  Die Grünen verlangen von der Landesregierung einen Bericht über das Ausmaß von Gewalttätigkeiten an Schleswig-Holsteins Schulen. Zudem spricht sich die Oppositionspartei für eine bessere Gewaltprävention durch eine stärkere Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und Sozialarbeitern aus. Ferner fordern die Grünen die Integrationsanstrengungen für Kinder von Migranten durch eine intensivere Sprachschulung zu verbessern.
  Hintergrund des Antrages sind nicht zuletzt die Vorfälle an der Rütli-Schule im Berliner Stadtteil Neukölln. Dort hatte das Lehrerkollegium wegen wiederholter Gewaltausbrüche der Schüler Polizeischutz angefordert. 
  Die Berliner Hauptschule ist nur ein Beispiel für das Gewaltproblem an deutschen Schulen: Nach einer 2003 angefertigten Studie des Bundeskriminalamtes sind fünf Prozent der Schüler regelmäßig gewalttätig. Ein Drittel schlägt gelegentlich zu. Jeder dritte Schüler hat Angst, allein den Schulweg anzutreten oder auf den Pausenhof zu gehen.

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Lehrer sollen nach Bachelor/ Master-System ausgebildet werden
Grüne und SSW fordern größeren Praxisbezug / Liberale für generellen Systemwechsel

Kiel (SHL/04.05.) Die Lehrer in Schleswig-Holstein sollen in Zukunft nach dem so genannten Bachelor/Master-System ausgebildet werden. Einen entsprechenden Antrag brachten die Regierungsfraktionen von CDU und SPD mit der eigenen Mehrheit durch. Damit können die Vorgaben des so genannten Bologna-Prozesses, mit dem das Hochschulwesen in Europa harmonisiert werden soll, in Schleswig-Holstein greifen. Zugleich soll der Bildungsausschuss darüber aber nochmals intensiv beraten. Ein Antrag der Grünen, der eine spezifische Ausbildung für bestimmte Altersstufen (Grundschule, Sekundarstufe 1, Sekundarstufe 2) vorsieht, fand ebenso keine Zustimmung wie ein Vorstoß der Liberalen. Die FDP hatte grundsätzlich eine Abkehr vom Bologna-Prozess und somit vom Bachelor/Master-System gefordert.

Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) begrüßte den Vorstoß der Regierungsfraktionen. Das Bachelor/Master-System schaffe eine regelmäßige Leistungskontrolle, so Austermann in der Debatte. Die Einführung des Bachelor/Master-System hätte schon jetzt zu einer Konfusion an den Hochschulen geführt, hielt Ekkehard Klug (FDP) dagegen. Das Resultat sei keine europaweite Durchlässigkeit, sondern "eingezäunte politische Hochschulgärten". Dem wollte Austermann nicht widersprechen: Angesichts unterschiedlicher Ausrichtungen der Lehrerausbildung in den Bundesländern sei ein einheitliches System in weite Ferne gerückt.

"Umsetzung des Bologna-Prozesses ohne Alternative"

Karl-Martin Hentschel (Grüne) warb für eine bessere Verknüpfung von Theorie und Praxis bei der Lehrerausbildung. Allein die Einführung des Bachelor/Master-Systems reiche als Reformansatz nicht aus. In dieselbe Richtung argumentierte Anke Spoorendonk (SSW): Es müssten künftig mehr Schulpraktika und insgesamt eine bessere Verzahnung von Theorie- und Praxisteilen in der Ausbildung von Lehrkräften gewährleistet sein.

Jürgen Weber (SPD) zeigte Sympathien für den Vorstoß der Grünen, stellte aber auch klar, dass für eine problemorientierte Ausbildung der Lehrer die Zeit noch nicht reif sei. Überdies hätten Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, sich bei der Ausbildung weiterhin an den Schularten zu orientieren. Es sei nicht praktikabel an allen Universitätsabschlüssen festzuhalten, stellte hingegen Niklas Herbst (CDU) klar. Deshalb gebe es zur Umsetzung des Bologna-Prozesses keine Alternative.

Das Bachelor/Master-System

In Deutschland ist der Master der zweite akademische Grad, den Studenten an Hochschulen als Abschluss einer wissenschaftlichen Ausbildung erlangen können. Ein Master wird nach einem ein- bis zweijährigen Vollzeitstudium verliehen und schließt an einen Bachelor oder an einen der traditionellen einstufigen Abschlüsse Magister, Diplom oder Staatsexamen (erstes bei Jura und Lehramt, drittes bei Medizin) an. Je nach Ausrichtung kann ein Masterstudiengang der wissenschaftlichen Vertiefung des vorherigen Studiums oder der Erschließung neuer Wissensgebiete dienen. Viele Masterstudiengänge sind zulassungsbeschränkt. Nach der Studiengangumstellung im Rahmen des Bologna-Prozesses behalten die traditionellen einstufigen Studienabschlüsse (Magister, Staatsexamen und Diplom) ihre Gültigkeit und werden nicht auf die neuen Abschlüsse umgeschrieben. Die traditionellen einstufigen Abschlüsse der Universitäten und gleichgestellten Hochschulen gelten im Rahmen von Vereinbarungen in Deutschland als äquivalent zum Master. Zum gleichnamigen Abschluss in den USA bestehen Unterschiede sowohl im Aufbau des Studiums als auch bei der Anerkennung der Abschlüsse.

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Hintergrund:
  Der Bildungsausschuss hat sich auf Basis eines Antrages der Regierungsfraktionen für die Ausbildung von Lehrern nach dem Bachelor/Master-System ausgesprochen. Im Rahmen des Studiums sollen überdies die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Schularten berücksichtigt werden und das Studium und der Studienabschluss nach Lehrämtern differenziert werden. Zudem sprechen sich CDU und SPD unter anderem für verpflichtende Schulpraktika in allen Studienabschnitten aus. Eine praxisnähere Lehrerausbildung ist auch das Ziel eines Antrages der Grünen, der im Ausschuss jedoch keine Zustimmung fand. Die Oppositionspartei spricht sich ebenfalls für eine Ausbildung der Pädagogen nach dem Bachelor/Master-System aus. Zudem fordern die Grünen Berufspraktika ab dem ersten Semester sowie ein praktisches Jahr an einer Schule ("Assistant Teacher-Jahr") nach dem Bachelor-Abschluss. Erst danach sollen sich die Studenten entscheiden, ob sie Lehrer werden wollen. Nach den Plänen der Grünen sollen die Pädagogen nicht für unterschiedliche Schularten, sondern für bestimmte Altersstufen (Grundschule, Sekundarstufe 1, Sekundarstufe 2) ausgebildet werden. Auch fordert der Antrag mehr Wissen in Psychologie, Didaktik und Schulmanagement.
  An der Universität Flensburg beginnt bereits zum Wintersemester das im Rahmen des Bologna-Prozesses europaweit eingeführte neue Bachelor-Studium. An Schleswig-Holsteins 1.088 Schulen unterrichten rund 25.000 Lehrer.
In einem Änderungsantrag wendet sich die FPD gegen das Bachelor/Master-Konzept und spricht sich stattdessen dafür aus, die Einführung "grundständiger Master-Studiengänge" zu prüfen.

mehr Informationen: plenum-online, September 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2005/
texte/24_35_lehrer_jugendarbeitslosigkeit.htm)

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