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Auf
dieser Seite: Abfallbehandlung
– Krebstherapie-Zentrum
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Top 15:
Abfallbehandlungskapazitäten in Schleswig-Holstein und
Hamburg
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN |
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Top 29:
Protonentherapiezentrum in Schleswig-Holstein
(Landtagsbeschluss vom 24. März 2006 – Drucksache 16/624)
Federführend sind das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft
und Verkehr und das Ministerium für Soziales, Gesundheit,
Familie, Jugend und Senioren |
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Grüne wollen
Mülltourismus verhindern
Oppositionspartei fordert schlüssiges Entsorgungskonzept
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Kiel (SHL/04.05.).
In einer emotional geführten Debatte haben die
Landtagsfraktionen um ein zukunftsträchtiges Abfallentsorgungskonzept
gestritten. Während der SSW sich für eine
Restabfall-Beseitigung ausschließlich innerhalb der
Landesgrenzen aussprach, befürworteten die Regierungsfraktionen
die Fortsetzung der Kooperation mit der Hansestadt Hamburg.
Grundlage der Debatte war ein Berichtsantrag der Grünen. Unterstützt
von den Liberalen forderten sie ein abgestimmtes
Abfallbehandlungskonzept mit Hamburg, um Kapazitätsvorhaltungen
sicherzustellen und mögliche Fehlinvestitionen in
Überkapazitäten zu vermeiden. Der Antrag wurde zunächst an
den Umwelt- und Agrarausschuss und mitberatend an den
Wirtschaftsausschuss überwiesen.
Angesichts der aktuell
geplanten Erweiterungen sowie des Neubaus von
Müllverbrennungsanlagen an mehreren Standorten in
Schleswig-Holstein und Hamburg befürchten die Grünen
Überkapazitäten und sehen deshalb die Gefahr eines
Preisverfalls. Außerdem befürchten die Grünen einen
wachsenden Mülltourismus im Norden. Auch die SPD,
weite Teile der CDU, FDP und SSW warnten vor möglichen
Überkapazitäten. Und: Der Markt der Restabfallbehandlung
brauche sichere Rahmenbedingungen, hieß es aus den Reihen des
Plenums.
Stimmen aus dem Plenum:
Umweltminister Christian von Boetticher
(CDU): Mit jährlich 630 Tonnen hat Schleswig-Holstein zu
wenig Kapazitäten für die Verbrennung des eigenen Restmülls.
Derzeit müssen Abfälle zwischengelagert werden. Die spürbare
Aufstockung der Kapazitäten ist allerdings absehbar.
Karl-Martin Hentschel (Grüne): Seit Mai
letzten Jahres ist es verboten Müll auf Deponien zu bringen.
Zur Zeit reichen die Kapazitäten noch nicht aus, deshalb
bleiben erhebliche Abfälle liegen.
Axel Bernstein (CDU): Neue Kapazitäten
für die Abfallbehandlung sind grundsätzlich nötig. Dafür
bedarf es aber keines Planungskonzeptes mit Hamburg, die
Zusammenarbeit reicht.
Konrad Nabel (SPD): In Deutschland
entstehen jährlich 50 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle. Pro
Kopf sind das 590 Kilogramm im Jahr. In Schleswig-Holstein
müssen 990 Tonnen dieses Abfalls behandelt werden. Die
vorhandenen Kapazitäten reichen nicht aus. Deshalb sind auch
Kooperationen mit Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark
sinnvoll.
Günther Hildebrand (FDP): Zu große
Kapazitäten haben den Nachteil, dass sie wegen der Fixkosten zu
höheren Gebühren führen. Zur Zeit werden gerade in neuen
EU-Ländern neue Kapazitäten aufgebaut, um EU-Standards
entsprechen. Die Folge könnte sein, dass in Deutschland
Überkapazitäten entstehen.
Lars Harms (SSW): Das Ziel der Entsorgung
vor Ort wurde unter Rot-Grün auf Hamburg ausgedehnt. Doch dem
Mülltourismus begegnet man nur, wenn man die Kapazitäten vor
Ort anpasst. Es gilt passgenaue Kapazitäten schaffen.
Hintergrund:
Ein Antrag der Grünen fordert
von der Landesregierung einen Bericht über die
Restmüllbehandlung und Kapazitäten bei der
Müllentsorgung in Schleswig-Holstein und Hamburg. Die
Oppositionspartei verlangt ein mit der Hansestadt
abgestimmtes Abfallbehandlungskonzept. Angesichts der
aktuell geplanten Erweiterungen an mehreren Standorten in
beiden Bundesländern befürchten die Grünen Überkapazitäten und sehen
deshalb die Gefahr eines Preisverfalls und eines
wachsenden Mülltourismus im Norden.
Da bei der Verbrennung des Mülls nicht bekannt
ist, welche Inhaltsstoffe in welchen Mengen zu einem
bestimmten Zeitpunkt verbrannt werden (kritisch sind
beispielsweise PVC, Batterien, Lacke etc.), ist eine
Prognose der entstehenden chemischen Verbindungen sehr
schwierig. Müllverbrennungsanlagen stoßen neben
Kohlendioxid und Kohlenmonoxid vor allem Schwefel- und
Stickoxide, aber auch Chlorwasserstoffsäure und
Fluorwasserstoff sowie schwermetallhaltige Stäube aus. In
sehr geringen Konzentrationen werden auch hochtoxische
Stoffe wie Dioxine und Furane emittiert. Deren Entstehung
wird durch gesetzgeberische Maßnahmen minimiert, wobei
jedoch festgelegte Grenzwerte während des Anfahrens der
Anlage nicht garantiert werden können. Unter anderem
deswegen wird bei Müllverbrennungsanlagen eine hohe
Auslastung angestrebt.
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Krebstherapie-Zentrum:
Ein "Leuchtturm" für Kiel
Minister stuft
wirtschaftliches Risiko als gering ein
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Kiel (SHL/05.05.)
Das geplante Protonen-Therapiezentrum in Kiel ist ein "Leuchtturmprojekt"
für Schleswig-Holstein und bietet neue Perspektiven für
zahlreiche Krebspatienten. Hierüber herrschte weitgehende
Einigkeit im Landtagsplenum bei der Aussprache zu einem
entsprechenden Regierungsbericht. Durch das Großprojekt, so
Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD), werde eine "Verzahnung"
von Forschung, Fortbildung, Wirtschaft und Versorgung erreicht.
Auch die Abgeordneten begrüßten das Projekt, das bis 2009 im
Pastor-Husfeld-Park an der Kieler Feldstraße entstehen soll.
Allerdings mahnten sie an, angesichts der hohen Kosten "kühlen
Kopf zu bewahren" und Wirtschaftlichkeitsaspekte nicht
außer acht zu lassen. Die Investitionssumme bewegt sich laut Bericht der Landesregierung je
nach technischer Ausgestaltung zwischen 80 und 140 Millionen Euro.
Kritischen Anmerkungen im Plenum bezogen sich
zum einen auf die Kosten für die dort praktizierte
Spezialbehandlung: Hier seien pro Patient bis zu 19.000 Euro
anzusetzen, hieß es. Die Krankenkassen hätten diese Kosten
bislang nur teilweise übernommen. Zum anderen seien zurzeit
insgesamt zehn derartige Zentren in Deutschland geplant oder
bereits in Betrieb. Vor diesem Hintergrund dürfe es nicht zu
einer "Überversorgung" kommen. Deswegen müsse Kiel
der einzige Standort in Norddeutschland bleiben.
Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU)
trat den Bedenken entgegen. Er sah ein "geringes
wirtschaftliches Risiko". Es gebe in Norddeutschland und
Skandinavien einen Einzugsbereich von sechs bis acht Millionen
Menschen. Zudem seien viele ausländische Investoren an dem
Projekt interessiert: "Wir spielen in der Weltliga",
so Austermann.
Bereits in diesem Jahr sollen in Kiel Nägel mit
Köpfen gemacht, werden: Ein Frankfurter Unternehmen, das mit
der Projektplanung beauftragt wurde, soll bis Ende November ein
Firmenkonsortium auswählen, das die Anlage baut. Bereits im
Juni stehen Gespräche mit der Stadt, dem Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein sowie den Krankenkassen an. Das Krebs-Zentrum
soll 110 Arbeitsplätze an die Förde bringen.
Der Regierungsbericht wurde zur abschließenden
Beratung in die Ausschüsse für Bildung, Soziales und Finanzen
überwiesen.
Hauptredner:
Heiner Garg (FDP), Niclas Herbst
(CDU), Jutta Schümann (SPD), Monika Heinold (Grüne), Lars
Harms (SSW)
Hintergrund:
Auf Antrag der FDP legt die Landesregierung
einen Bericht über den geplanten Bau eines
Protonentherapiezentrums in Schleswig-Holstein vor. Der
Weg für die Realisierung dieses Bauvorhabens ist
mittlerweile frei. Ende März hatte das schwarz-rote
Kabinett die Umsetzung des Projektes beschlossen und Kiel
als Standort bestätigt – ursprünglich war auch Hamburg
im Gespräch. Die Protonentherapie ist ein neuartiger
Ansatz zur Behandlung von Krebs mit beschleunigten
Wasserstoffkernen, der wesentliche Behandlungsfortschritte
bei erheblich geringeren Nebenwirkungen ermöglicht.
Bis 2009 soll der Bau des norddeutschen
Protonentherapiezentrums am Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein (UK S-H) abgeschlossen sein. Von dem
Protonentherapiezentrum verspricht sich die
Landesregierung unter anderem eine Intensivierung der
Forschungsanstrengungen im Bereich der Onkologie
(Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von
bösartigen Tumoren). An der Einrichtung sollen 110
qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Die
Investitionssumme für den Bau des Protontherapiezentrums
bewegt sich laut Bericht der Landesregierung je nach
technischer Ausgestaltung zwischen 80 und 140 Millionen
Euro.
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