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Auf dieser Seite: Abfallbehandlung  –  Krebstherapie-Zentrum

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Top 15: 
Abfallbehandlungskapazitäten in Schleswig-Holstein und Hamburg
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drucksache: 16/729
-Plenarprotokoll-
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Top 29: 
Protonentherapiezentrum in Schleswig-Holstein
(Landtagsbeschluss vom 24. März 2006 – Drucksache 16/624)
Federführend sind das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr und das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren
Drucksache: 16/717
-Plenarprotokoll-
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Grüne wollen Mülltourismus verhindern
Oppositionspartei fordert schlüssiges Entsorgungskonzept

Kiel (SHL/04.05.). In einer emotional geführten Debatte haben die Landtagsfraktionen um ein zukunftsträchtiges Abfallentsorgungskonzept gestritten. Während der SSW sich für eine Restabfall-Beseitigung ausschließlich innerhalb der Landesgrenzen aussprach, befürworteten die Regierungsfraktionen die Fortsetzung der Kooperation mit der Hansestadt Hamburg. Grundlage der Debatte war ein Berichtsantrag der Grünen. Unterstützt von den Liberalen forderten sie ein abgestimmtes Abfallbehandlungskonzept mit Hamburg, um Kapazitätsvorhaltungen sicherzustellen und mögliche Fehlinvestitionen in Überkapazitäten zu vermeiden. Der Antrag wurde zunächst an den Umwelt- und Agrarausschuss und mitberatend an den Wirtschaftsausschuss überwiesen.

Angesichts der aktuell geplanten Erweiterungen sowie des Neubaus von Müllverbrennungsanlagen an mehreren Standorten in Schleswig-Holstein und Hamburg befürchten die Grünen Überkapazitäten und sehen deshalb die Gefahr eines Preisverfalls. Außerdem befürchten die Grünen einen wachsenden Mülltourismus im Norden. Auch die SPD, weite Teile der CDU, FDP und SSW warnten vor möglichen Überkapazitäten. Und: Der Markt der Restabfallbehandlung brauche sichere Rahmenbedingungen, hieß es aus den Reihen des Plenums.

Stimmen aus dem Plenum:

Umweltminister Christian von Boetticher (CDU): Mit jährlich 630 Tonnen hat Schleswig-Holstein zu wenig Kapazitäten für die Verbrennung des eigenen Restmülls. Derzeit müssen Abfälle zwischengelagert werden. Die spürbare Aufstockung der Kapazitäten ist allerdings absehbar.

Karl-Martin Hentschel (Grüne): Seit Mai letzten Jahres ist es verboten Müll auf Deponien zu bringen. Zur Zeit reichen die Kapazitäten noch nicht aus, deshalb bleiben erhebliche Abfälle liegen.

Axel Bernstein (CDU): Neue Kapazitäten für die Abfallbehandlung sind grundsätzlich nötig. Dafür bedarf es aber keines Planungskonzeptes mit Hamburg, die Zusammenarbeit reicht.

Konrad Nabel (SPD): In Deutschland entstehen jährlich 50 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle. Pro Kopf sind das 590 Kilogramm im Jahr. In Schleswig-Holstein müssen 990 Tonnen dieses Abfalls behandelt werden. Die vorhandenen Kapazitäten reichen nicht aus. Deshalb sind auch Kooperationen mit Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark sinnvoll.

Günther Hildebrand (FDP): Zu große Kapazitäten haben den Nachteil, dass sie wegen der Fixkosten zu höheren Gebühren führen. Zur Zeit werden gerade in neuen EU-Ländern neue Kapazitäten aufgebaut, um EU-Standards entsprechen. Die Folge könnte sein, dass in Deutschland Überkapazitäten entstehen.

Lars Harms (SSW): Das Ziel der Entsorgung vor Ort wurde unter Rot-Grün auf Hamburg ausgedehnt. Doch dem Mülltourismus begegnet man nur, wenn man die Kapazitäten vor Ort anpasst. Es gilt passgenaue Kapazitäten schaffen.

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Hintergrund:
  Ein Antrag der Grünen fordert von der Landesregierung einen Bericht über die Restmüllbehandlung und Kapazitäten bei der Müllentsorgung in Schleswig-Holstein und Hamburg. Die Oppositionspartei verlangt ein mit der Hansestadt abgestimmtes Abfallbehandlungskonzept. Angesichts der aktuell geplanten Erweiterungen an mehreren Standorten in beiden Bundesländern befürchten die Grünen Überkapazitäten und sehen deshalb die Gefahr eines Preisverfalls und eines wachsenden Mülltourismus im Norden.
  Da bei der Verbrennung des Mülls nicht bekannt ist, welche Inhaltsstoffe in welchen Mengen zu einem bestimmten Zeitpunkt verbrannt werden (kritisch sind beispielsweise PVC, Batterien, Lacke etc.), ist eine Prognose der entstehenden chemischen Verbindungen sehr schwierig. Müllverbrennungsanlagen stoßen neben Kohlendioxid und Kohlenmonoxid vor allem Schwefel- und Stickoxide, aber auch Chlorwasserstoffsäure und Fluorwasserstoff sowie schwermetallhaltige Stäube aus. In sehr geringen Konzentrationen werden auch hochtoxische Stoffe wie Dioxine und Furane emittiert. Deren Entstehung wird durch gesetzgeberische Maßnahmen minimiert, wobei jedoch festgelegte Grenzwerte während des Anfahrens der Anlage nicht garantiert werden können. Unter anderem deswegen wird bei Müllverbrennungsanlagen eine hohe Auslastung angestrebt.

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Krebstherapie-Zentrum: Ein "Leuchtturm" für Kiel
Minister stuft wirtschaftliches Risiko als gering ein

Kiel (SHL/05.05.) Das geplante Protonen-Therapiezentrum in Kiel ist ein "Leuchtturmprojekt" für Schleswig-Holstein und bietet neue Perspektiven für zahlreiche Krebspatienten. Hierüber herrschte weitgehende Einigkeit im Landtagsplenum bei der Aussprache zu einem entsprechenden Regierungsbericht. Durch das Großprojekt, so Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD), werde eine "Verzahnung" von Forschung, Fortbildung, Wirtschaft und Versorgung erreicht. Auch die Abgeordneten begrüßten das Projekt, das bis 2009 im Pastor-Husfeld-Park an der Kieler Feldstraße entstehen soll. Allerdings mahnten sie an, angesichts der hohen Kosten "kühlen Kopf zu bewahren" und Wirtschaftlichkeitsaspekte nicht außer acht zu lassen. Die Investitionssumme bewegt sich laut Bericht der Landesregierung je nach technischer Ausgestaltung zwischen 80 und 140 Millionen Euro.

Kritischen Anmerkungen im Plenum bezogen sich zum einen auf die Kosten für die dort praktizierte Spezialbehandlung: Hier seien pro Patient bis zu 19.000 Euro anzusetzen, hieß es. Die Krankenkassen hätten diese Kosten bislang nur teilweise übernommen. Zum anderen seien zurzeit insgesamt zehn derartige Zentren in Deutschland geplant oder bereits in Betrieb. Vor diesem Hintergrund dürfe es nicht zu einer "Überversorgung" kommen. Deswegen müsse Kiel der einzige Standort in Norddeutschland bleiben.

Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) trat den Bedenken entgegen. Er sah ein "geringes wirtschaftliches Risiko". Es gebe in Norddeutschland und Skandinavien einen Einzugsbereich von sechs bis acht Millionen Menschen. Zudem seien viele ausländische Investoren an dem Projekt interessiert: "Wir spielen in der Weltliga", so Austermann.

Bereits in diesem Jahr sollen in Kiel Nägel mit Köpfen gemacht, werden: Ein Frankfurter Unternehmen, das mit der Projektplanung beauftragt wurde, soll bis Ende November ein Firmenkonsortium auswählen, das die Anlage baut. Bereits im Juni stehen Gespräche mit der Stadt, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein sowie den Krankenkassen an. Das Krebs-Zentrum soll 110 Arbeitsplätze an die Förde bringen.

Der Regierungsbericht wurde zur abschließenden Beratung in die Ausschüsse für Bildung, Soziales und Finanzen überwiesen.

Hauptredner: Heiner Garg (FDP), Niclas Herbst (CDU), Jutta Schümann (SPD), Monika Heinold (Grüne), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund:
  Auf Antrag der FDP legt die Landesregierung einen Bericht über den geplanten Bau eines Protonentherapiezentrums in Schleswig-Holstein vor. Der Weg für die Realisierung dieses Bauvorhabens ist mittlerweile frei. Ende März hatte das schwarz-rote Kabinett die Umsetzung des Projektes beschlossen und Kiel als Standort bestätigt – ursprünglich war auch Hamburg im Gespräch. Die Protonentherapie ist ein neuartiger Ansatz zur Behandlung von Krebs mit beschleunigten Wasserstoffkernen, der wesentliche Behandlungsfortschritte bei erheblich geringeren Nebenwirkungen ermöglicht.
  Bis 2009 soll der Bau des norddeutschen Protonentherapiezentrums am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H) abgeschlossen sein. Von dem Protonentherapiezentrum verspricht sich die Landesregierung unter anderem eine Intensivierung der Forschungsanstrengungen im Bereich der Onkologie (Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von bösartigen Tumoren). An der Einrichtung sollen 110 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Investitionssumme für den Bau des Protontherapiezentrums bewegt sich laut Bericht der Landesregierung je nach technischer Ausgestaltung zwischen 80 und 140 Millionen Euro.

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