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Auf dieser Seite: Landärzte  –  AIDS-Prävention

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Top 30: 
Entwicklung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum
(Landtagsbeschluss vom 24. März 2006 – Drucksache 16/651)
Federführend ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren

Drucksache: 16/718
-Plenarprotokoll-
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Top 27: 
AIDS Prävention hat Vorrang
(Landtagsbeschluss vom 23. Februar 2006 – Drs. 16/594)
Federführend ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren
Drucksache: 16/715
-Plenarprotokoll-
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Landarzt auf dem Rückzug?
Sozialministerin Trauernicht wirft Kassenärztlicher Vereinigung Panikmache vor

Kiel (SHL/05.05.). Mit harscher Kritik hat Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) auf einen aktuellen Bericht der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) reagiert. Die KV male darin weitgehend unbegründet einen Ärztemangel und medizinischen Notstand an die Wand und verängstige so die Bevölkerung, monierte Trauernicht. Dabei könne von ärztlicher Unterversorgung in Schleswig-Holstein keine Rede sein. Bis auf einzelne Ausnahmen gebe es im Land eher eine ärztliche Überversorgung – sowohl bei den Fach- als auch bei den Hausärzten, konstatierte die Ministerin bei Vorlage eines von den Grünen beantragten Regierungsberichts.

Insbesondere die Liberalen wollten dies so nicht stehen lassen und warfen Trauernicht Schönfärberei vor: Es sei Fakt, dass die Rahmenbedingungen für Hausärzte – insbesondere auf dem Land – nicht mehr stimmen würden. Vor dem Hintergrund, dass es auch zu Praxisschließung infolge von in den Ruhestand tretenden Ärzten kommen könne, sahen Union, SPD, Grüne und SSW ebenfalls Probleme bei der Versorgung im ländlichen Raum heraufziehen. Die Gruppe der 57- bis 60-jährigen machen laut Bericht der Landesregierung 30 Prozent der derzeitigen Vertragsärzte aus. Generell wurde aber im Plenum der hohe Standard des Gesundheitswesens und das hohe Niveau der ärztlichen Versorgung im internationalen Vergleich betont. Der Bericht der Landesregierung wird im Sozialausschuss weiter beraten.

Laut Bericht der KV bekommt das Land mittelfristig mit einer Ärzte-Unterversorgung zu tun. Ein Großteil der Ärzte wird spätestens 2015 in den Ruhestand gehen. Aktuell fehlten laut Statistik der KV in den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg, Plön, Schleswig-Flensburg, Segeberg, Steinburg, Storman und dem Herzogtum Lauenburg insgesamt 67 Hausärzte. Dem Bericht der Landesregierung zufolge entfielen 1995 noch 744 Einwohner auf jeden der 3.661 Vertragsärzte waren es Ende 2004 694 Einwohner bei 4.076 Vertragsärzten. Die fachärztliche Versorgung ist laut Regierungsbericht in Schleswig-Holstein von Überversorgung gekennzeichnet, dagegen hat sich die Zahl der Hausärzte zuletzt leicht verringert. 2000 gab es noch 1.804 praktizierende Hausärzte im Land, 2004 waren es nur noch 1.768.

Stimmen aus dem Plenum:

Ursula Sassen (CDU): Das größte Problem und die größte Herausforderung für die Zukunft ist die Versorgung im ländlichen Raum. Dabei gilt es vor allem der Weigerung des Ärzte-Nachwuchses entgegenzuwirken, sich auf dem Land niederzulassen.

Jutta Schümann (SPD): Der Altersdurchschnitt der Hausärzte kann mittelfristig zu Versorgungsproblemen führen. Dieser Entwicklung muss rechtzeitig gegengesteuert werden, zum Beispiel durch die Einrichtung eines Lehrstuhls für Allgemeinmedizin und einer Verbesserung der Notdienstsysteme.

Heiner Garg (FDP): Der von der Landesregierung vorgelegte Bericht zeigt nur den aktuellen Bestand – er enthält keine Prognose, zieht keine Konsequenzen. Er bleibt jede Antwort schuldig, wie man auf den sich abzeichnenden Ärztemangel reagieren will.

Monika Heinold (Grüne): Im internationalen Vergleich gibt es in Deutschland die geringsten Wartezeiten Man muss also, wenn man mögliche Probleme des Gesundheitssystems diskutiert, auch die hohen Standards mitdiskutieren.

Lars Harms (SSW): Die Sicherung der Ärzteversorgung ist die Aufgabe der öffentlichen Hand. Zur Zeit ist sie in Schleswig-Holstein – vom Steinburg einmal abgesehen – gewährleistet. Doch das ist kein Grund sich auf den Lorbeeren auszuruhen, denn der demographische Faktor macht auch vor Ärztewesen nicht halt.

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Hintergrund:
  Auf Antrag der CDU und SPD legt die Landesregierung einen Bericht über die Entwicklung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum vor. Laut Statistik der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) droht der schleswig-holsteinischen Landbevölkerung in vielen Kreisen die medizinische Unterversorgung. Aktuell würden den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg, Plön, Schleswig-Flensburg, Segeberg, Steinburg, Storman und dem Herzogtum Lauenburg insgesamt 67 Hausärzte fehlen.
  Entfielen 1995 noch 744 Einwohner auf jeden der 3.661 Vertragsärzte waren es Ende 2004 694 Einwohner bei 4.076 Vertragsärzten. Die fachärztliche Versorgung ist laut Regierungsbericht in Schleswig-Holstein von Überversorgung gekennzeichnet, dagegen hat sich die Zahl der Hausärzte zuletzt leicht verringert. 2000 gab es noch 1.804 praktizierende Hausärzte im Land, 2004 waren es nur noch 1.768. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass eine Unterversorgung in absehbarer Zeit nur dann denkbar wäre, wenn es zu erhöhten Praxisschließungen käme. Das könnte der Fall sein, wenn die Gruppe der 57- bis 60-jährigen Ärzte ihre Praxen schließt. Diese Gruppe macht immerhin 30 Prozent der derzeitigen Vertragsärzte aus.

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AIDS-Prävention soll
ausgebaut werden

Parteien wollen flächendeckende Präventionsarbeit

Kiel (SHL/05.05.). Der Landtag macht weiter mobil gegen die Immunschwäche-Krankheit Aids: Alarmiert durch die steigende Zahl der Ansteckungen haben Vertreter aller Couleur eine Intensivierung der Aufklärungsarbeit gefordert. Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) sicherte dem Plenum ihre Unterstützung zu und forderte, die vorhandenen Angebote besser zu bündeln und miteinander zu vernetzen. Zudem gelte es, Jugendliche mindestens einmal bis zum Eintritt in das sexuelle Leben mit der Aufklärung über die Immunschwäche-Krankheit zu konfrontieren. Grundlage der Aussprache war ein von CDU und SPD beantragter Bericht der Landesregierung, der an den Sozialausschuss überwiesen wurde.

Regierungsfraktionen und Opposition machten eine zunehmende Ahnungs- und Sorglosigkeit im Umgang mit AIDS aus. Angesichts durchlässiger Grenzen im europäischen Raum erhöhe sich damit die Gefahr einer weiteren Verbreitung des HIV-Virus. Die Parteien kritisierten, dass es im Land keine flächendeckende Präventionsarbeit gebe. Die Arbeit der zur Zeit tätigen Vereine und Gesundheitsämter reiche nicht aus.

Laut Regierungsbericht sind in Schleswig-Holstein zur Zeit 1.200 Menschen mit HIV infiziert, bundesweit haben sich 49.000 Personen mit dem Virus angesteckt. Was die Ansteckungshäufigkeit anbelangt, so liegt das Land Schleswig-Holstein im Bundestrend: 2003 lag die Zahl der Neuinfizierten bei 27 Personen, 2004 bei 38 und 2005 gar bei 56. In Deutschland ist die Zahl von 2.000 Neuinfizierten pro Jahr auf 2.500 angestiegen.

Hauptredner: Ursula Sassen (CDU), Wolfgang Baasch (SPD), Heiner Garg (FDP), Monika Heinold (Grüne), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund:
  Auf Antrag der Regierungsparteien legt die Landesregierung einen Bericht zum Thema Aidsprävention vor. Laut Bericht sind in Schleswig-Holstein zur Zeit 1.200 Menschen mit HIV infiziert, bundesweit haben sich 49.000 Personen mit dem Virus angesteckt. Was die Ansteckungshäufigkeit anbelangt, so liegt das Land Schleswig-Holstein im Bundestrend: 2003 lag die Zahl der Neuinfizierten bei 27 Personen, 2004 bei 38 und 2005 gar bei 56. In Deutschland ist die Zahl von 2000 Neuinfizierten pro Jahr auf 2500 angestiegen.
  In Schleswig-Holstein gibt es zur Zeit drei HIV-Ambulanzen. Standorte sind die Universitätskliniken Kiel und Lübeck und das Westküstenklinikum in Heide. Was die Präventionsarbeit anbelangt, sieht der Bericht des Gesundheitsministeriums noch Mängel bei der Vernetzung der Hilfsangebote. Kritisiert wird vor allem, dass die Aids-Prävention insbesondere für die Risikogruppe der männlichen Homosexuellen bislang nicht flächendeckend ist und nur in einigen kreisfreien Städten und Kreisen stattfindet.

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