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Auf dieser Seite: Datenschutz-Bericht

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Bericht des Unabhängigen Landeszentrums für den Datenschutz Schleswig-Holstein – Tätigkeitsbericht 2006 –
 
Bericht
Drucksache: 16/550
-Plenarprotokoll-

Opposition kritisiert Aufweichung
des Datenschutzes

Landtag diskutiert Datenschutzbericht 2006

Kiel (SHL/05.05) Die Opposition hat erneut scharfe Kritik an dem Umgang der Landesregierung mit dem Datenschutz geübt. In der Aussprache über den Tätigkeitsbericht 2006 des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig Holstein (ULD) im Plenum stießen vor allem das neue Polizeirecht und die Rasterfahndung auf massiven Widerstand. Justizminister Uwe Döring (SPD), der Innenminister Ralf Stegner vertrat, wies die Kritik in weiten Teilen zurück und stellte heraus: „Datenschutz ist kein absolutes Recht", sondern müsse mit anderen Bürgerrechten abgewogen werden. 

Der Minister kritisierte am ULD, es habe seine Position im Bericht zum Polizeirecht geändert – das sei im Innenministerium "nicht nachvollziehbar" gewesen". Auch die CDU-Abgeordnete Ursula Sassen machte einige politisch fragwürdige Passagen im ULD-Bericht aus. Sie betonte zudem, dass moderne Technik nicht nur den Straftätern zur Verfügung stehen dürfe, sondern "auch der Staat auf gleichere Höhe sein" müsse. Ihr Fazit: "Innere Sicherheit und Datenschutz schließen sich nicht aus". Thomas Rother (SPD) wandte sich ebenfalls gegen den Vorwurf der Datenschützer, dass das schwarz-rote Kabinett in Schleswig-Holstein beim Polizeirecht und dem Informationsfreiheitsgesetz dabei sei, von der bisherigen grundrechtsfreundlichen Haltung abweiche. Generell, so Rother, "schaffen geringfügige Eingriffe in die persönlichen Datenschutzrechte schaffen noch keinen Überwachungsstaat."

Rothers Redebeitrag veranlasste Wolfgang Kubicki (FDP) zu dem Vorwurf: "Fragen des Datenschutzes haben in der SPD offenbar keine Heimat mehr". Der Oppositionsführer forderte von der Landesregierung insbesondere, dass sie sich im Bundesrat gegen die Umsetzung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung in nationales Recht einsetze. Die Grünen-Abgeordnete Anne Lütkes unterstützte Kubicki. Sie erinnerte daran, dass „in Kiel das deutsche, wenn nicht gar das europäische Kompetenzzentrum in Sachen Datenschutz zu Hause ist". Anke Spoorendonk (SSW) fügte hinzu, dass das wirkungsvollste Datenschutzorgan immer noch „eine funktionierende und kritische Öffentlichkeit" sei.

Der Bericht wurde federführend an den Innen- und Rechtsausschuss und an alle weiteren Ausschüsse überwiesen.

Thilo Weichert (re.), Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, übergibt Landtagspräsident Martin Kayenburg seinen Tätigkeitsbericht für das Jahr 2006

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Hintergrund:
  Der Landtag diskutiert über den aktuellen Tätigkeitsbericht des Unabhängigen Landeszentrums für den Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). Das Papier prangert vor allem systematische Verstöße beim Datenschutz gegenüber Hartz-IV- Empfängern an: So müssen Arbeitslosengeld II-Empfänger Fragen nach Schulden-, Ehe- und Suchtproblemen beantworten, gleichzeitig seien diese persönlichen Daten unzureichend geschützt. Kritisiert wird zudem die geplante Polizeireform der Landesregierung: So verstoße die automatische Erfassung von Kfz-Kennzeichen gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz und die gesetzliche Fortschreibung der Rasterfahndung betreffe vor allem die Daten unbescholtener Bürger. Angeprangert werden im Tätigkeitsbericht außerdem die Ausweitung der Videoüberwachung, die Einführung der Schleierfahndung sowie eine präventive Überwachung der Telekommunikation.

mehr Infos: Unabhängiges Landeszentrum für Schleswig-Holstein
(www.datenschutzzentrum.de/index.htm) 

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S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

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W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

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F i n a n z e n

Fragestunde zu:
Haushaltssanierung
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Kommunale Finanzen
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E n e r g i e  / F o r s t e n

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 E u r o p a  / O s t s e e –
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