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Pflegeforschung:
Minister warnt
vor Schnellschüssen
CDU und SPD
lehnen Stiftungsprofessur ab
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Kiel (SHL/31.05)
Die Landesregierung will bis zum Ende des Jahres die
Möglichkeiten der Einführung der Pflegewissenschaft und
Pflegeforschung an den Hochschulen und am Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein (UK S-H) prüfen. Wirtschaftsminister
Dietrich Austermann (CDU) sah keine übertriebene Eile geboten,
da die Qualität der Pflegeleistungen in Schleswig-Holstein
"in vollem Umfang gewährleistet ist ". Zudem hänge
"die Qualität der Pflege nicht vom Grad der akademischen
Ausbildung ab". Von Seite der Grünen und der FDP erhielt
der Minister heftige Kritik. Die beiden Oppositionsparteien
warfen ihm vor, die Bedeutung der Einführung der
Pflegewissenschaft zu verkennen.
Zurückhaltend gab sich
die schwarz-rote Landtagskoalition, die einen von den Grünen
geforderten Bericht der Landesregierung abgelehnt hatte. Zwar
bestehe aufgrund der demographischen Entwicklung eine vermehrte
Pflegebedürftigkeit, doch müsse zunächst geprüft werden, wie
die knappen finanziellen Mittel am besten eingesetzt werden
könnten, so Torsten Geerdts (CDU) und Jutta Schümann (SPD).
Auch die Einrichtung einer Stiftungsprofessur wurde von
Schwarz-Rot abgelehnt, da die Kosten längerfristig auf das Land
abgewälzt würden.
"Lübeck steht in den
Startlöchern"
Die Grünen-Abgeordnete Angelika Birk hielt
entgegen, dass Schleswig-Holstein das einzige Bundesland ohne
Pflegeforschungseinrichtung sei. Zudem betonte sie, dass die
Universität Lübeck bereits "in den Startlöchern steht
und auf ein politisches Signal wartet". Heiner Garg (FDP)
machte auf das Wegbrechen der Pflegepotentiale in den Familien
aufmerksam, das vor allem durch die wachsende Zahl der
Ein-Personen-Haushalte sowie die steigende Frauenarbeitsquote
entstehe. Daher sei eine Attraktivitätsseigerung der
Pflegeberufe notwendig. Auch der SSW-Abgeordnete Lars Harms
bezeichnete eine Akademisierung der Altenpflege als "entscheidenden
Schub" für den Pflegebereich. Hierzu müsse die
Landesregierung durch die Einführung einer Stiftungsprofessur
ein positives Signal setzen.
Die Grünen hatten die Landesregierung aufgefordert,
die Einrichtung eines Instituts und eines Lehrstuhls für den
Bereich Pflegeforschung und Pflegewissenschaft an der Lübecker
Uni-Klinik zum Sommersemester 2008 "ideell, organisatorisch
und finanziell" zu unterstützen. In einem nachgereichten
Antrag forderten CDU und SPD die Landesregierung auf, bis zum
Jahresende zu prüfen, inwieweit Pflegewissenschaft,
Pflegeforschung und Weiterbildung in der Pflege innerhalb der
vorhandenen Hochschulstrukturen und dem UK S-H gestärkt werden
können.
Beide Anträge wurden an den Bildungsausschuss
– unter Mitberatung des Sozialausschusses – überwiesen.
Hintergrund:
Die Grünen fordern die
Landesregierung auf, die Einrichtung eines Instituts und
eines Lehrstuhls für den Bereich Pflegeforschung und
Pflegewissenschaft an der Lübecker Uni-Klinik zum
Sommersemester 2008 "ideell, organisatorisch und
finanziell" zu unterstützen. Der Vorstand des
Universitätsklinikums Schleswig-Holstein hat bereits 2004
beschlossen, ein Institut für Pflegeforschung aufzubauen
und am Campus Lübeck eine Arbeitsgruppe Pflegeforschung
anzusiedeln.
Durch die Forschung in diesem Bereich, so der
Antrag der Grünen, könnte die Pflegequalität erheblich
verbessert werden, was wiederum zur Kostensenkung im
Gesundheitswesen führe – etwa durch eine geringere
Verweildauer von Patienten in Kliniken. Dadurch würden
bessere Rahmenbedingungen auch für das Pflegepersonal
erreicht.
Nach Angaben des Statistikamtes Nord haben im Jahr
2003 rund 74.300 Menschen in Schleswig-Holstein Leistungen
der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten. Das sind 2,6
Prozent der Bevölkerung. Hiervon sind rund die Hälfte
Hochbetagte über 80 Jahre. Im Sommer 2004 hatten
Pflegemängel in einer Reihe von Einrichtungen des DRK,
unter anderem in Kiel, Lübeck, Flensburg, Niebüll, Leck
und Plön, für eine breite öffentliche Diskussion zu
diesem Thema gesorgt.
In einem nachgereichten Antrag fordern CDU und SPD
die Landesregierung auf, bis zum Jahresende zu prüfen,
inwieweit Pflegewissenschaft, Pflegeforschung und
Weiterbildung in der Pflege innerhalb der vorhandenen
Hochschulstrukturen und dem UK S-H gestärkt werden
können. Es sollen mehrere organisatorische Möglichkeiten
geprüft werden. Die Landesregierung soll dafür
Stellungnahmen der Universitäten und Fachhochschulen
einholen und die Ergebnisse der Arbeitsgruppe
Forschungsprojekte "Pflegeforschung"
berücksichtigen.
mehr
Informationen: plenum-online,
September
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2005/
texte/20_41_altenpflege_buergerbeauftragte.htm)
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Kritik
an Regierungsbericht...
...zum
Thema "Integration von Menschen mit Behinderungen im Öffentlichen Dienst"
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Kiel (SHL/01.06.)
Die
Arbeitsbedingungen für die im Öffentlichen Dienst
beschäftigten Menschen mit Behinderungen sollen verbessert
werden. Dies erklärte Innenminister Ralf Stegner (SPD) in einem
von Rot-Schwarz beantragten Bericht. Allerdings werde es wegen
der finanziellen Situation generell schwierig überhaupt
Einstellungen vorzunehmen – unabhängig davon, ob es sich um
behinderte oder nichtbehinderte Menschen handele. Hintergrund:
Die Beschäftigungsquote behinderter Menschen im Landesdienst
hat im Jahr 2004 mit 4,81 Prozent den höchsten Stand seit 1975
erreicht. Dennoch
verfehlte das Land damit die gesetzlich vorgegeben Quote
von fünf Prozent und musste eine Ausgleichabgabe von
rund 40.000 Euro zahlen.
In der Aussprache
kritisierten die Abgeordneten parteiübergreifend den Umfang des
Berichts. So werde insbesondere die Aussage, dass
Schleswig-Holstein im Bundesvergleich immer noch ein
Musterbeispiel in der Behindertenfreundlichkeit sei, nicht
ausreichend belegt. Wenn Schleswig-Holstein eine Vorreiterrolle
in der Behindertenpolitik innehaben möchte, dann reiche es
nicht aus, in dem Bericht nur Maßnahmen auf Landesebene zu
benennen, hieß es im Plenum. Vor diesem Hintergrund hätten in
dem Papier auch Maßnahmen auf kommunaler Ebene einfließen
sollen. Der Bericht sei eine "verpasste Chance" und
enthalte zudem kaum neue Informationen, so der Tenor.
Der Sozialausschuss wird unter Mitberatung des
Innen- und Rechtsausschusses sowie des Finanzausschusses das
Thema weiter erörtern.
Hauptredner:
Heike Franzen (CDU), Wolfgang Baasch
(SPD), Heiner Garg (FDP), Angelika Birk (Grüne), Anke
Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
Auf Antrag von CDU und SPD berichtet die
Landesregierung über ihre Initiativen zur Integration von
Behinderten im Öffentlichen Dienst. Dem Regierungspapier
zufolge waren Ende 2004 insgesamt 2.686 Arbeitsplätze im
Landesdienst durch schwerbehinderte Menschen besetzt. Das
entspricht einem Anteil von 4,80 Prozent und bedeutet eine
Steigerung gegenüber 2001 (4,37 Prozent). Dennoch
verfehlt das Land damit die gesetzlich vorgegeben Quote
von fünf Prozent. Deswegen wurde eine Ausgleichabgabe von
rund 40.000 Euro fällig.
Folgende Gegenmaßnahmen führt das
Innenministerium unter anderem auf:
- Schwerbehinderte
Bewerber werden in jedes Bewerbungsverfahren
einbezogen. Zudem werden Initiativbewerbungen bei
einer Erfassungsstelle im Innenministerium ausgewertet
und bei Stellenbesetzungen ins Spiel gebracht. Auch
die Bundesagentur für Arbeit wird bei
Stellenbesetzungen gezielt angesprochen.
- Ausbildungsplätze
sollen zu 20 Prozent mit behinderten Bewerbern besetzt
werden.
- Spezielle
Praktikumsplätze sollen Behinderte an die Arbeit im
Landesdienst heranführen.
- Führungskräfte
werden auf Fortbildungsveranstaltungen auf die Belange
behinderter Menschen aufmerksam gemacht.
mehr
Informationen: plenum-online,
Februar
2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2006/
texte/10_26_prostitution__behinderte.htm)
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