plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Staatsforst Christianslust  –  FFH-Gebiet St. Margarethen

xxx

Top 10: 
Erhalt des Staatsforstes Christianslust
Antrag der Fraktionen von FDP, Bündnis 90/Die Grünen und den Abgeordneten des SSW

Drucksache: 16/782
-Plenarprotokoll-
  zum Text


Top 12: 
Verhandlungen über die Meldung des Vorlandes von St. Margarethen als FFH-Gebiet
Antrag der Fraktion der FDP
Drucksache: 16/784
-Plenarprotokoll-
  zum Text
t

Staatsforst Christianslust soll privatisiert werden

Verkaufsverhandlungen gehen weiter / Schwarz-Rot lehnt Antrag der Opposition ab

Kiel (SHL/02.06.) Der Landtag hält weiterhin an seinen Plänen fest, im Zuge der großflächigen Privatisierung der Landesforsten auch den Staatsforst Christianslust in Dithmarschen zu verkaufen. Mit ihrer Stimmenmehrheit lehnten die Regierungsfraktionen einen gemeinsamen Antrag der Opposition ab. Die Fraktionen von FDP, Grünen und SSW hatten gefordert, die rund 400 Hektar Landeswald in Dithmarschen nicht zu veräußern, sondern mit dem Kreis über eine gemeinsame Bewirtschaftung mit dessen Kreiswäldern zu verhandeln.

Der Verkaufsplan für die insgesamt rund 50.000 Hektar schleswig-holsteinischen Landeswalds ist Teil der Regierungspläne zum Bürokratieabbau. Im Dezember des vergangenen Jahres hatte das Kabinett den Verkauf beschlossen, um mit dem Erlös Deckungslücken im Landeshaushalt zu schließen. Nach dem Abschluss der laufenden Verkaufsverhandlungen muss der Landtag über ein Kaufangebot entscheiden.

Stimmen aus dem Plenum:

Hartmut Hamerich (CDU): Ohne einen Vorschlag zur Gegenfinanzierung ist der Antrag purer Populismus, deswegen müssen die Verkaufsverhandlungen abgewartet werden. Allerdings wird Christianslust nicht verscherbelt.

Detlef Buder (SPD): Einem Verkauf kann nur zugestimmt werden, wenn ein angemessener Erlös erzielt wird, die Gemeinwohlfunktion sichergestellt ist und den Waldarbeitern Arbeitsperspektiven im Forst zugesichert werden.

Günther Hildebrand (FDP): Zugunsten eines schnellen Euro soll wieder einmal Landesvermögen verscherbelt werden, ohne dass erkennbar ist, wie sich das mittel- oder langfristig rechnet.

Karl-Martin Hentschel (Grüne): Der Erhalt der Gemeinnützigkeit ist in einen gewinnmaximierten Privatwald nicht sichergestellt. Ein Verkauf schadet auch dem Tourismus.

Lars Harms (SSW): Wenn der Wald verkauft ist, kann das Land auf die Bewirtschaftung keinen Einfluss mehr nehmen, oder man muss den neuen Besitzer dafür bezahlen. Dann wird es teuer, die Gemeinnützigkeit zu bewahren.

Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU): Die Gemeinnützigkeit wird sichergestellt. Außerdem scheint der Kreis Dithmarschen kein Interesse an einer gemeinsamen Bewirtschaftung mehr zu haben und verfolgt andere Konzepte.

Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

Hintergrund:
  In einem gemeinsamen Antrag sprechen sich FDP, Grüne und SSW gegen den Verkauf des Staatswaldes Christianslust in Dithmarschen an private Interessenten aus und fordern stattdessen die gemeinsame Bewirtschaftung des 400 Hektar großen Forstes mit den Dithmarscher Kreiswäldern. Durch diese Einrichtung einer "Westküstenförsterei" könnten "Synergie- und Einspareffekte" erzielt werden, die einen Verkauf überflüssig machten, so die Antragsteller. Ähnliche Vorstellungen hat auch der Kreis Dithmarschen geäußert.
  Das Landwirtschaftsministerium will das Areal zwischen St. Michaelisdonn und Burg zur privaten "forstwirtschaftlichen und jagdlichen Nutzung" veräußern. Es verspricht dem Käufer eine "durchschnittliche Jagdstrecke von rund 64 Stück Rehwild pro Jagdjahr". Anwohner befürchten, dass der Wald bei privater Nutzung seine Funktion als Naherholungsgebiet verlieren könnte. Zudem sehen sie die Gefahr des "Raubbaus" bei einer rein gewinnorientierten Nutzung. Eine Bürgerinitiative versucht den Verkauf durch die Übernahme von "Baumpatenschaften" zu verhindern.
  Der Verkaufsplan für die insgesamt rund 50.000 Hektar schleswig-holsteinischen Landeswalds ist Teil der Regierungspläne zum Bürokratieabbau. Umweltschützer protestieren dagegen und verweisen auf die besondere Bedeutung, die der Wald im nördlichsten Bundesland habe. Schleswig-Holstein ist mit einer Bewaldung von etwa zehn Prozent der Landesfläche das waldärmste Flächenland der Bundesrepublik.

mehr Informationen: plenum-online, März 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/maerz2006/
texte/21_36_landeswald_raumordnung.htm)

zurück zum Seitenanfang

tt

FFH-Gebiebtsausweisung im
Vorland St. Margarethen

Land hofft auf Wende in Brüssel

Kiel (SHL/02.06.) Im politischen Tauziehen um die Ausweisung des Brunsbüttler Vorlandes St. Margarethen als FFH-Gebiet hofft die Landesregierung auf eine Wende zum Guten. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas habe in Brüssel einer Delegation unter der Leitung von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) eine sorgfältige Prüfung des Falls versprochen, nachdem die Schleswig-Holsteiner naturschutzrechtliche Bedenken gegen die Ausweisung vorgebracht hatten, stellte Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) in einem von der FDP beantragten mündlichen Bericht klar.

Hintergrund: Die Liberalen hatten die Ausweisung des Vorlandes St. Margarethen kritisiert und vor schweren Schäden für den Wirtschaftstandort Brunsbüttel gewarnt. Das Etikett FFH ist die Abkürzung für die so genannte "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie" der Europäischen Union. Im Rahmen des 1992 beschlossenen Programms "Natura 2000" haben sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichtet, Naturschutzgebiete im Sinne der FFH- und der Vogelschutz-Richtlinie auszuweisen. Der bisher in Schleswig-Holstein erreichte Stand reicht der EU-Kommission nicht aus. Brüssel fordert Nachbesserungen und droht mit Geldbußen. Vor diesem Hintergrund hatte die Landesregierung St. Margarethen gemeldet. Gleichwohl sieht das schwarz-rote Kabinett dort die Voraussetzung für die Ausweisung als FFH-Gebiet nicht gegeben. Dafür müsste der Küstenstreifen ständig vom Wasser überspült werden, dies sei jedoch nicht der Fall, konstatierte Umweltminister von Boetticher im Plenum.

Während die FDP in der Debatte ihre Kritik erneuerte, äußerten Regierungsfraktionen sowie Grüne und SSW Verständnis für das Vorgehen der Landesregierung. Zur Ausweisung des Vorlandes St. Margarethen gebe es keine Alternative, hieß es übereinstimmend.

Hauptredner: Günther Hildebrand (FDP), Jens-Christian Magnussen (CDU), Detlef Buder (SPD), Karl-Martin Hentschel (Grüne), Lars Harms (SSW)

Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

Hintergrund:
  Die FDP fordert die Landesregierung auf, über ihre Meldungen von FFH-Gebieten in der Elbmündung vor Brunsbüttel an die Europäische Union zu berichten. Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) hat das Vorland von St. Margarethen als Schutzgebiet gemäß der "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie" nach Brüssel gemeldet. Die örtliche Wirtschaft und die Kommunalpolitik befürchtet hierdurch wirtschaftliche Einschränkungen und damit den Verlust von Arbeitsplätzen. Die Landesregierung verweist darauf, dass sie bei der Auswahl und Meldung des Schutzgebiets "so gut wie keine Entscheidungsspielräume" habe. Das Wirtschaftsministerium erwartet aber in Bezug auf die Neueinrichtung oder Erweiterung von Industrieanlagen keine Beeinträchtigung der Wirtschaft.
  Kurz vor der Tagung hat Umwelt-Kommissar Stavros Dimas Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Umweltminister von Boetticher zugesagt, dass die naturschutzrechtlichen Bedenken der Landesregierung gegen die Anmeldung des St. Margarethen-Vorlandes in die Entscheidung der EU mit einfließen. Die Landesregierung wurde aufgefordert, detaillierte Unterlagen über das Gebiet möglichst schnell der zuständigen Prüfbehörde der EU-Kommission zuzuleiten.
  Die 14.000-Einwohner-Stadt an der Unterelbe ist ein bedeutendes Wirtschaftszentrum. Der Hafen mit einem Jahresumschlag von knapp acht Millionen Tonnen ist nach Lübeck (27, 5 Millionen Tonnen) der zweitwichtigste im Land. Hier mündet zudem der Nord-Ostsee-Kanal, der im vergangenen Jahr mit 42.500 Schiffspassagen erneut einen Rekord verzeichnen konnte. Im Industriegebiet arbeiten mehr als 4.000 Beschäftigte, darunter 850 bei der Bayer AG, 550 bei Sasol und 500 bei Shell. Außerdem ist vor Ort seit 1977 das Kernkraftwerk Brunsbüttel in Betrieb, das nach dem Atomkonsens im März 2009 vom Netz gehen soll.
  Im Rahmen des 1992 beschlossenen Programms "Natura 2000" haben sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichtet, Naturschutzgebiete im Sinne der FFH- und der Vogelschutz-Richtlinie auszuweisen. Der bisher in Schleswig-Holstein erreichte Stand reicht der EU-Kommission nicht aus. Brüssel fordert Nachbesserungen und droht mit Geldbußen.

mehr Informationen: plenum-online, September 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2005/
texte/11_27_waldgesetz_natura2000.htm)

zurück zum Seitenanfang

ttt

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Frisch vereidigt

I n n e n  / R e c h t

1. Lesungen:
Amtsgerichtsbezirke
Kreis-/Gemeinde-Wahlgesetz
Direktwahl Landräte
2. Lesung:
Diätenstrukturreform
Wahl:
Vizepräsident LRH
(ohne Aussprache)
Berichte:
Printmedien
Bürokratiekosten
BVG-Verfahren
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:
Brustkrebs
(ohne Aussprache)
Anträge:
Pflegewissenschaften
Herzkrankheit
Gesundheitswesen
Berichte:
Verbraucherschutz
Kinderarmut
Krankenhausfinanzierung
Integration Behinderte
Sozialgesetzbuch II
(ohne Aussprache)
ArbeitslosenberatungI
(ohne Aussprache)
Beteiligung Behinderte
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Pkw-Maut
Mittelstand Eigenkapital
(ohne Aussprache)
Berichte:
Wirtschaftsbericht 2006
Flughafenanbindung Ki-HH
Ostseehäfen

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Anträge:
Staatsforst Christianslust
FFH-Gebiet St. Margarethen
Stallpflicht Geflügel
Bericht:
Landwirt. Sozialversicherung
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

Bericht:
Kommunale Finanzen

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Kommunikationspolitik
Niederdeutsch-Förderung

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

– – –