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Auf dieser Seite: Herzkrankheit  –  Korruption im Gesundheitswesen

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Top 14: 
Herzkrankheit
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD

Drucksache: 16/786
-Plenarprotokoll-
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Top 15: 
Gegen Korruption im Gesundheitswesen
Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – 16/805
Drucksache: 16/792
-Plenarprotokoll-
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Kampf dem plötzlichen Herztod

Landtag fordert flächendeckende Ausstattung
mit Defibrillatoren 

Kiel (SHL/01.06.) Um im Falle eines Herzinfarkts schnellstmöglich helfen zu können, sollen künftig  öffentliche Gebäude mit Stromstoßgeräten ausgestattet werden. Mit diesen so genannten Defibrillatoren soll die häufigste Todesursache in Deutschland bekämpft werden. Auf Basis eines Antrages der schwarz-roten Koalition legte das gesamte Plenum zudem einen Katalog präventiver Maßnahmen vor.


Im Landeshaus bereits Standard: Defibrillatoren, die im Notfall Leben retten können

Auch in den Einsatzwagen der Rettungsdienste und der Polizei sollen Defibrillatoren künftig zur Standardausrüstung gehören. Geräte der neuesten Generation geben Sprachanweisungen und ermöglichen damit auch Laien die rasche Wiederbelebung nach einem Infarkt. Zudem sprach sich das Parlament für eine breite Öffentlichkeitsaufklärung im Umgang mit den Lebensrettungsgeräten aus.

Hintergrund des Antrages: In Deutschland sterben täglich 270 Menschen am "plötzlichen Herztod". Nach Angaben des Augsburger Herzinfarktregisters überleben rund 50 Prozent der Betroffenen den Infarkt nicht. 30 Prozent sterben, bevor ein Arzt eingetroffen ist. In Schleswig-Holstein ist die Überlebenschance nach einem Herzinfarkt um 19 Prozent niedriger als im Bundesdurchschnitt.

Hauptredner: Ursula Sassen (CDU), Jutta Schümann (SPD), Heiner Garg (FDP), Monika Heinold (Grüne), Lars Harms (SSW), Innenminister Ralf Stegner in Vertretung der erkrankten Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht

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Hintergrund:
  Die Fraktionen von CDU und SPD wollen im Norden beim Kampf gegen den Herztod mehr Stromstoßgeräte in öffentlichen Gebäuden mit viel Publikumsverkehr aufhängen. Das sieht ein gemeinsamer Antrag an das Plenum vor. Demnach sollen diese so genannten Defibrillatoren den Rettungsdiensten und der Polizei im Land langfristig flächendeckend zur Verfügung stehen. Geräte der neuesten Generation geben Sprachanweisungen und ermöglichen damit auch Laien die rasche Wiederbelebung von Menschen nach einem Infarkt.
  Die Regierungsfraktionen verweisen darauf, dass in Deutschland täglich 270 Menschen am "plötzlichen Herztod" sterben. Und: Pro Jahr erleiden 295.000 Menschen hierzulande einen Herzinfarkt. Nach Angaben des Augsburger Herzinfarktregisters überleben 50 Prozent der Betroffenen den Infarkt, also die Verengung der Herzkranzgefäße durch Ablagerungen, nicht. 30 Prozent sterben, bevor ein Arzt eingetroffen ist. Die koronare Herzkrankheit ist damit die häufigste Todesursache in Deutschland.

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Gesundheitsmarkt: Kur gegen Korruption gesucht

Kiel (SHL/01.06.) Der Landtag hat der Korruption im deutschen Gesundheitswesen den Kampf angesagt. Abrechnungsbetrug, überteuerte Medikamente oder manipulierte klinische Studien verursachten jedes Jahr Schäden von bis zu 24 Milliarden Euro, beklagten Vertreter aller Fraktionen. Deswegen müsse die Landesregierung aktiv werden. Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) soll das Thema bei der Diskussion um die Gesundheitsreform an den Berliner Verhandlungstisch bringen und darüber im September dem Plenum schriftlich berichten. Grundlage der Debatte waren zwei Anträge der Grünen und der schwarz-roten Koalition.

Trotz hoher Kosten sei die Gesundheitsversorgung in Deutschland nur Mittelmaß, hieß es im Plenum. Deswegen sei eine präzise Analyse nötig, zumal die vorhandenen Daten zur Korruption aus den USA stammten und nur eingeschränkt auf Deutschland übertragbar seien. Insbesondere die "intransparenten Strukturen" auf dem deutschen Gesundheitsmarkt gehörten beseitigt. Denn: Das Opfer sei letztendlich der Patient. Die Grünen warben zudem für die Einführung einer obligatorischen Patientenquittung für jeden Arztbesuch.

Der Koalitionsantrag wurde schließlich angenommen.

Hauptredner: Monika Heinold (Grüne), Ursula Sassen (CDU), Jutta Schümann (SPD), Heiner Garg (FDP), Lars Harms (SSW), Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) in Vertretung der erkrankten Gesundheitsministerin Trauernicht

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Hintergrund:
  Die Grünen fordern ein umfangreiches Anti-Korruptionsprogramm für das Gesundheitswesen. Die Landesregierung soll sich im Land und auf Bundesebene unter anderem für folgende Maßnahmen zur Verbesserung der Transparenz einsetzen:
  • Eine unabhängige Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln
  • Eine verständliche Patientenquittung für jeden Arztbesuch
  • Eine Offenlegungspflicht für die Finanzierung von klinischen Studien
  • Die Einführung des Tatbestande "Abrechnungsbetrug" im Strafgesetzbuch

  Zur Begründung verweisen die Grünen auf Untersuchungen von Transparency International. Die Anti-Korruptions-Organisation geht für Deutschland von jährlichen Verlusten in zweistelliger Milliardenhöhe für die Versicherten durch undurchsichtige Strukturen in diesem Bereich aus. Ein Grund hierfür sei der kleinteilige Aufbau des deutschen Gesundheitssystems mit einem Bundesministerium und 16 Landesministerien sowie über 300 Kassen, Verbänden, Kammern und anderen Organisationen.
  Die Verbraucherzentrale Bundesverband teilt die Bedenken. Sie beklagt, Medikamente würden häufig nicht zum Wohle des Patienten, sondern zum finanziellen Nutzen des Arztes verschrieben – etwa wenn sein Computersystem vom Pharma-Hersteller gesponsert werde. Viele Neuentwicklungen auf dem Medikamentenmarkt, so die Verbraucherschützer weiter, seien zudem keine Innovationen, sondern lediglich teurere Varianten eines bereits bekannten Mittels.
  Nach Angaben der Techniker-Krankenkasse sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen in Schleswig-Holstein im Vorjahr um mehr als 17 Prozent auf 746 Millionen Euro gestiegen.
  In einem nachgereichten Antrag fordern CDU und SPD die Landesregierung auf, im September einen schriftlichen Bericht zu dem Thema vorzulegen. Der Bericht soll unter anderem darauf eingehen, welche Maßnahmen bisher auf Landes- und Bundesebene getroffen worden, um Korruption im Gesundheitswesen entgegen zu wirken und welche Erfolge erzielt werden konnten. 
Außerdem soll die Landesregierung auf Bundesebene darauf hinwirken, dass Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung regelmäßig einen Korruptionsbericht vorlegen.

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