Druckversion
zurück zur Textseite


Top 15: 
Gegen Korruption im Gesundheitswesen
Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen – Drs. 16/792
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – 16/805

Gesundheitsmarkt: Kur gegen Korruption gesucht

Kiel (SHL/01.06.) Der Landtag hat der Korruption im deutschen Gesundheitswesen den Kampf angesagt. Abrechnungsbetrug, überteuerte Medikamente oder manipulierte klinische Studien verursachten jedes Jahr Schäden von bis zu 24 Milliarden Euro, beklagten Vertreter aller Fraktionen. Deswegen müsse die Landesregierung aktiv werden. Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) soll das Thema bei der Diskussion um die Gesundheitsreform an den Berliner Verhandlungstisch bringen und darüber im September dem Plenum schriftlich berichten. Grundlage der Debatte waren zwei Anträge der Grünen und der schwarz-roten Koalition.

Trotz hoher Kosten sei die Gesundheitsversorgung in Deutschland nur Mittelmaß, hieß es im Plenum. Deswegen sei eine präzise Analyse nötig, zumal die vorhandenen Daten zur Korruption aus den USA stammten und nur eingeschränkt auf Deutschland übertragbar seien. Insbesondere die "intransparenten Strukturen" auf dem deutschen Gesundheitsmarkt gehörten beseitigt. Denn: Das Opfer sei letztendlich der Patient. Die Grünen warben zudem für die Einführung einer obligatorischen Patientenquittung für jeden Arztbesuch.

Der Koalitionsantrag wurde schließlich angenommen.

Hauptredner: Monika Heinold (Grüne), Ursula Sassen (CDU), Jutta Schümann (SPD), Heiner Garg (FDP), Lars Harms (SSW), Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) in Vertretung der erkrankten Gesundheitsministerin Trauernicht


zurück zur Textseite

* * * * *