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Auf
dieser Seite: Weißbuch
Kommunikationspolitik – Niederdeutsch-Förderung
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Top 16:
Weißbuch "Kommunikationspolitik"
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD |
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Top 08:
Niederdeutsch-Förderung in Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD |
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Europa in
der Sackgasse?
Landtag einig:
Kommunikationsbuch-
"Weißbuch" der EU kein Ausweg
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Kiel (SHL/31.05.)
Unisono haben Vertreter aller Landtagsparteien wie auch die
Landesregierung das von der EU auf den Weg gebrachte "Weißbuch
über eine europäische Kommunikationspolitik" als
untaugliches Mittel für eine Verbesserung des gestörten
Verhältnisses zwischen der Europäischen Union und den
EU-Bürgern bezeichnet. Europa brauche keine Verfahren,
Standards oder Werbekampagnen, um seine Sympathie-Werte
aufzubessern, sondern eine breite Diskussion vor Ort, stellte
Europaminister Uwe Döring (SPD) in einem von den
Regierungsfraktionen beantragten mündlichen Bericht klar.
Der Minister wies darauf hin,
dass sich der Bundesrat schon auf eine kritische Stellungnahme
zum Weißbuch geeinigt habe: Darin würden die Länder von der
EU-Kommission eine stärkere regionale Ausrichtung der
Brüsseler Politik und Kommunikation fordern. In dieselbe
Richtung argumentierten die Abgeordneten der
Regierungsfraktionen und Oppositionsparteien. Das Weißbuch
zeige einmal mehr die Schwäche Brüssels: Es sei ein geduldiges
Papier, das den Bürger nie erreiche, hieß es im Plenum.
Gleichwohl zeigten sich die Parlamentarier auch selbstkritisch:
Zu häufig würde Europa in Sonntagsreden gelobt, um im
politischen Alltag wieder als Wurzel allen Übels gebrandmarkt
zu werden.
Das "Weißbuch" setzt auf eine
verbesserte Kommunikationsarbeit – unter anderem auf
Schwerpunkte wie die Festlegung von gemeinsamen Grundsätzen.
Dahinter verbirgt sich die Maßgabe, dass sich die EU, ihre
Mitgliedsstaaten und -regionen sowie
Nicht-Regierungsorganisationen in einem
"Verhaltenskodex" auf gemeinsame Grundsätze und
Standards bei der Information der Bürger über europäische
Themen verständigen sollen. Überdies will die Kommission die
Rolle der Bürger durch politische Bildung und verstärkte
Kontakte zwischen den Bürgern und den europäischen
Einrichtungen verbessern.
Der Bericht der Landesregierung wurde zur
Kenntnis genommen.
Hauptredner:
Manfred Ritzek (CDU), Rolf Fischer (SPD), Ekkehard Klug (FDP),
Karl-Martin Hentschel (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
CDU und SPD fordern von der Landesregierung
einen Bericht über das "Weißbuch über eine
Europäische Kommunikationspolitik". Diesen Katalog
hat die EU-Kommission im Februar 2006 angenommen. Er
enthält gemeinsame Richtlinien für die öffentliche
Vermittlung europäischer Themen. Dadurch soll die von der
EU festgestellte "Kluft" zwischen Europa und
seinen Bürgern überbrückt werden. Die Debatte im
Landtag erfolgt vor dem Hintergrund der aktuellen
Diskussion über dieses Thema im Bundesrat.
Das Weißbuch nennt fünf Schwerpunkte:
- "Gemeinsame
Grundsätze festlegen"
– Die EU, ihre Mitgliedsstaaten und -regionen sowie
Nicht-Regierungsorganisationen sollen sich in einem
"Verhaltenskodex" auf gemeinsame Grundsätze
und Standards bei der Information der Bürger über
europäische Themen verständigen.
- "Die Rolle
der Bürger stärken"
– Durch politische Bildung und verstärkte Kontakte
zwischen den Bürgern und den europäischen
Einrichtungen sollen der Zugang zu Informationen und
die Mitsprachemöglichkeiten verbessert werden.
- "Mit den
Medien zusammenarbeiten und neue Technologien
nutzen"
– Medien sollen mit "hochwertigen
Informationen" versorgt werden. Und: das
EU-Parlament will seine Sitzungen per Web-TV
zugänglich machen.
- "Ein klares
Bild von der öffentlichen Meinung in Europa
gewinnen"
– Meinungsforscher sollen enger zusammenarbeiten;
Endziel ist ein Europäisches
Meinungsforschungsinstitut.
- "Die Aufgabe
gemeinsam angehen"
– Hierunter versteht das Weißbuch beispielsweise
eine engere Zusammenarbeit zwischen Europa und den
nationalen Behörden bei der Kommunikation mit dem
Bürger und einen gemeinsames Auftreten Europas
gegenüber der übrigen Welt.
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"Plattdeutsch
ist nicht bloß Folklore" Förderung
der niederdeutschen Sprache: Ministerpräsident zieht
positive Bilanz
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Kiel (SHL/02.06.)
Die Förderung der plattdeutschen Sprache in Schleswig-Holstein
ist auf einem guten Weg. Dies hat Ministerpräsident Peter
Harry Carstensen (CDU) in einem von den Regierungsfraktionen
beantragten mündlichen Bericht zur Niederdeutsch-Förderung
erklärt. So seien 20 der 34 der in der Europäischen Charta der
Regional- und Minderheitensprachen verankerten Verpflichtungen
bereits umgesetzt. Die zur Jahrhundertwende aufgestellte Charta
beinhaltet verschiedene Verpflichtungen zum Schutz der Sprache
in den Bereichen Bildung, Verwaltung, Medien und Kultur. "Plattdeutsch
ist nicht bloß Folklore", unterstrich der Regierungschef
die Bedeutung des Niederdeutschen und kündigte an, im kommenden
Jahr einen umfassenden Sprachencharta-Bericht vorzulegen.
Die Redner der Fraktionen
teilten die positive Einschätzung des Ministerpräsidenten, warnten
aber auch davor, sich auf den Erfolgen auszuruhen. So forderte
Frauke Tengler (CDU) dazu auf, den Niederdeutsch-Beirat des
Landtages in Zukunft häufiger einzuberufen und den Landesplan
Niederdeutsch fortzuschreiben. Klaus-Peter Puls (SPD) setzte
sich zudem dafür ein, an der Universität Flensburg eine
Professur für Niederdeutsch einzurichten. Auch die Opposition sieht
vor allem im Bildungsbereich noch weiteren Handlungsbedarf. So
kritisierte Karl-Martin Hentschel (Grüne), dass der
Ministerpräsident nicht auf die Fördermaßnahmen in Schulen
und der Lehrerausbildung eingegangen sei. Gerade in den
Bildungsinstitutionen nehme das Niederdeutsche Randplätze ein,
fügte Ekkehard Klug (FDP) hinzu. "Hier gilt es
Sprachbarrieren abzubauen und bei Kindern und Jugendlichen die
Lust auf das Plattdeutsche zu fördern", pflichtete Anke
Spoorendonk (SSW) bei.
In Schleswig-Holstein spricht etwa 40 Prozent
der Bevölkerung Plattdeutsch, ein Großteil der Einwohner
versteht diese Regionalsprache, die ebenso wie das Hochdeutsche,
das Englische und das Niederländische zur westgermanischen
Sprachgruppe gehört. Besonders stark ist die Sprache an der
Westküste und in Ostholstein vertreten.
Hintergrund:
Auf Antrag von CDU und SPD berichtet die
Landesregierung über die Förderung der niederdeutschen
Sprache im Lande. Ein Schwerpunkt des Berichts soll die
Umsetzung der Vorgabe aus Artikel 9 der Landesverfassung
sein ("Das Land schützt und fördert die Pflege der
niederdeutschen Sprache"). Zudem soll die Erfüllung
der Europäischen Charta für Regional- und
Minderheitensprachen sowie die Arbeit der auch für das
Niederdeutsche zuständigen Kulturbeauftragten der
Landesregierung, Caroline Schwarz, beleuchtet werden.
Etwa 40 Prozent der Schleswig-Holsteiner sprechen
Plattdeutsch, ein Großteil der Einwohner versteht diese
Regionalsprache, die ebenso wie das Hochdeutsche, das
Englische und das Niederländische zur westgermanischen
Sprachgruppe gehört. Besonders stark ist die Sprache an
der Westküste und in Ostholstein vertreten.
Da die Volkssprache im Laufe des 20. Jahrhunderts
immer mehr an Bedeutung verlor, wuchs in Politik und
Gesellschaft das Bestreben, diesen Teil der regionalen
Identität des Landes zu schützen. So spielt die Sprache
an Schleswig-Holsteins Schulen seit dem
"Niederdeutsch-Erlass" aus dem Jahr 1992 ein
besondere Rolle. Dort ist unter anderem festgelegt:
"Niederdeutsch kann und soll nicht als eigenes Fach
oder mit einem Stundenanteil in der Stundentafel
ausgewiesen werden. Die durch das Niederdeutsche geprägte
Kultur muss durchgängiges Unterrichtsprinzip in
schleswig-holsteinischen Schulen werden."
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