Der Nachtragshaushalt ist Teil der Zweiten Lesung
des Landesbanken-Gesetzes. Er umfasst ein Gesamtvolumen in Höhe
von insgesamt 102 Millionen Euro. Die Neuverschuldung steigt dabei
um 16 Millionen Euro. Dadurch sollen steuerbedingte
Einnahmeverluste ausgeglichen werden. Das Gesamtvolumen des
Landesetats für dieses Jahr beträgt rund 7,8 Milliarden Euro.
SPD-Fraktionschef Lothar Hay (SPD) lobte das schnelle Handeln der
Landesregierung bei der Fusion der Landesbank. Die Bedeutung des
daraus entstandenen Kreditinstituts, der HSH Nordbank AG, für die
gesamte Nord-Region sei als "sehr hoch einzuschätzen".
Der Nachtragshaushalt sei in dieser Form notwendig. Er mache
deutlich, so Hay, "dass Bildung einer der wesentlichen
Schwerpunkte unserer Politik bleibt".
CDU: "Kontinuität in der rot-grünen
Finanz-Misere"
"Wir stellen Kontinuität in der rot-grünen
Finanz-Misere fest", so Oppositionsführer Martin Kayenburg (CDU) in Richtung
Regierungsbank. Er warf der Landesregierung vor, den Haushalt für
das Jahr 2003 auf falschen Zahlen aufgestellt zu haben und
bezeichnete ihn als "Trickserei" mit "geschönten
Investitionsquoten". Kayenburgs Urteil: "Der
Nachtragshaushalt ist nächste Woche genauso wenig zukunftsfähig,
wie die ganze Landesregierung."
Heiner Garg (FDP) kritisierte die Fusion der
Landesbanken und forderte deren Privatisierung: "Es ist keine
Aufgabe des Landes, Geld mit privatwirtschaftlichen Beteiligungen
zu verdienen." Den Nachtragshaushalt bezeichnete Garg als
"Armutszeugnis". Die Landesregierung drücke sich vor
der Wahrheit und handle nach dem Motto: "Wir warten lieber
bis zur Steuerschätzung im November, denn dann können wir kaum
noch Ausgaben streichen."
Karl-Martin Hentschel, Fraktionsvorsitzender der
Grünen, machte die
"dümpelnde Weltkonjunktur und die wachsende
Arbeitslosigkeit" für die Mindereinnahmen des Landes
verantwortlich. Er sprach sich für umfassende Reformen aus, um
die Arbeitslosigkeit langfristig zu bekämpfen und die Wirtschaft
anzukurbeln. Ein Grund für den Nachtragshaushalt seien die 20
Millionen Euro, die in den kommenden zwei Jahren gegen den Ausfall
von Unterrichtsstunden eingesetzt werden sollen.
Finanzminister Stegner hält
"Jungfern-Rede"
Die Vorsitzende des SSW im Landtag Anke Spoorendonk
bezeichnete die Fusion der
Landesbanken als "sinnvoll und positiv". Obwohl die
nächste Steuerschätzung noch im Mai anstehe, müsse schon jetzt
wegen der Banken-Fusion der Nachtragshaushalt verabschiedet
werden. "Insbesondere begrüßt der SSW, dass 1,9 Millionen
Euro gegen den Unterrichtsausfall eingesetzt werden."
Finanzminister Ralf Stegner (SPD) verteidigte die
Fusion der Landesbanken. Für die Mindereinnahmen der
schleswig-holsteinischen Kommunen machte der Minister die Politik
der unions-geführten Mehrheit im Bundesrat mit verantwortlich.
Der Nachtrag sei ein wichtiges politisches Signal an die Schulen
und Hochschulen im Land. "Eine kluge Finanzpolitik muss auch
Zukunftsinvestitionen ermöglichen", so Stegner. Deshalb
halte die Landesregierung an ihrem Ziel fest, einen ausgeglichenen
Haushalt zu erreichen.
Der Gesetzentwurf der Landesregierung zur Fusion
der Landesbanken sowie zum Nachtragshaushalt (Drucksache 15/2448)
wurde insgesamt (inklusive der Änderung Drucksache 15/2652 zu
Artikel 12) mit den Stimmen von SPD, Grünen und SSW gegen die
Stimmen von CDU und FDP angenommen.
Die
Abstimmung im Einzelnen:
a) Gesetzentwurf der Landesregierung Drucksache 15/2448
(Landesbank - ohne Artikel 12): angenommen mit den Stimmen
von SPD, CDU, Grünen und SSW gegen die Stimmen der FDP
b) Artikel 12 des Gesetzentwurfs Drucksache 15/2448
(Nachtragshaushalt) mit der Änderung Drucksache 15/2652:
angenommen mit den Stimmen von SPD, Grünen und SSW gegen die
Stimmen von CDU und FDP
-
Änderungsantrag
der Fraktionen von CDU und SPD (Drucksache 15/2652):
einstimmig angenommen
-
Änderungsantrag
der Fraktion der CDU (Drucksache 15/2653): abgelehnt mit den
Stimmen von SPD, Grünen und SSW gegen die Stimmen der CDU bei
Enthaltung der FDP
-
Änderungsantrag
der CDU (Drucksache 15/2656): abgelehnt mit den Stimmen von
SPD, Grünen und SSW gegen die Stimmen von CDU und FDP
-
Änderungsantrag
der Fraktion der CDU (Drucksache 15/2655): abgelehnt mit den
Stimmen von SPD, Grünen und SSW gegen die Stimmen der CDU bei
Enthaltung der FDP
-
Änderungsantrag
der CDU (Drucksache 15/2654): abgelehnt mit den Stimmen von
SPD, Grünen und SSW gegen die Stimmen von CDU und FDP
-
Änderungsantrag
der FDP (Drucksache 15/2651): abgelehnt mit den Stimmen von
SPD, CDU, Grünen und SSW gegen die Stimmen der FDP