Kiel (SHL). Umweltminister Klaus Müller (Grüne) hat zum Zustand
der schleswig-holsteinischen Umwelt eine differenzierte Bilanz
gezogen. Bei der Vorstellung eines entsprechenden Berichts auf
Antrag der CDU am Donnerstag, 8. Mai 2003, sagte Müller: "Auf
der einen Seite sind eine Reihe von Umweltbelastungen deutlich
zurückgegangen, auf der anderen Seite sind neue Umweltprobleme
entstanden." Alle Parteien waren sich in der Aussprache einig,
dass es immer noch Verbesserungsmöglichkeiten gebe.
Unterschiedliche Auffassungen traten insbesondere im Bereich der
Umweltschutzpolitik zu Tage.
"Ein solcher Umweltzustandsbericht war mehr als
überfällig", stellte Herlich Marie Todsen-Reese (CDU) fest.
Es reiche nicht aus, alle zehn Jahre einen Bericht zu verfassen. In
Richtung der Grünen forderte die Unions-Politikerin eine auf
wissenschaftlichen Daten beruhende "Versachlichung der
Umweltdiskussion" sowie eine Ausweitung des
Vertragsnaturschutzes.
"Schleswig-Holstein, seine Umwelt, seine Menschen sind bei
Rot-Grün in guten Händen", war sich Konrad Nabel (SPD)
sicher. Er wies auf die Wichtigkeit des Umweltschutzes für den
Tourismus hin. Besonders hob der Sozialdemokrat die Verdienste der
Landesregierung bei der Modernisierung des Abwassersystems hervor.
Günther Hildebrand (FDP) befand, dass es mit der Umwelt
"nicht zum Schlechtesten bestellt ist". Allerdings sparte
er auch nicht mit Kritik: So fehlten beispielsweise in Zukunft
Kapazitäten bei der Müllentsorgung.
"Der Schutz von Naturräumen hat große Fortschritte
gemacht", bemerkte Detlef Matthiessen (Grüne). Er sprach sich
gegen eine Umweltpolitik aus, die allein auf dem
Vertragsnaturschutz beruht. Ein Problem stelle der ungehemmte
Flächenverbrauch dar.
Lars Harms (SSW) bescheinigte der schleswig-holsteinischen Umwelt
einen guten Zustand und lobt die Landesregierung für ihre Arbeit.
Trotzdem zählte Harms einige Problembereiche, wie zum Beispiel den
Sauserstoffmangel in der Ostsee, auf.