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Landwirtschaft im
Nebenerwerb
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Verlegt
auf Juni-Tagung
Hauptredner:
Hintergrund:
Über die
Hälfte (54 Prozent) der landwirtschaftlichen Betriebe in
Deutschland waren nach Angaben des Statistischen
Bundesamtes im Jahr 2003 Nebenerwerbsbetriebe. Aufgrund
des wachsenden Preisdrucks in der Agrarwirtschaft haben
zunehmend nur noch intensiv wirtschaftende Großbetriebe
die Möglichkeit, ausschließlich auf Getreide- oder
Viehwirtschaft zu setzen. Kleinere Höfe reagieren hierauf
mit der Erschließung zusätzlicher Erwerbsquellen. Neben
Ferien auf dem Bauernhof bieten heute Landwirte zum
Beispiel die Direktvermarktung ihrer Erzeugnisse,
Bauernhofcafés, kommunale Dienstleistungen (Winterdienst,
Grünpflege) oder Altenpflegedienste an.
Ein weiteres Problem der Landwirtschaft ist die
Suche nach einer geeigneten Hof-Nachfolge. Viele junge
Menschen suchen angesichts eines Zwölf-Stunden-Tages und
einer Sieben-Tage-Woche eine andere berufliche
Orientierung.
Angesichts dieser Entwicklungen fordert die CDU die
Landesregierung auf, jungen Hof-Nachfolgern mit
nicht-landwirtschaftlicher Berufsausbildung die
Weiterbildung zum Landwirt zu ermöglichen. Ein solches
Weiterbildungsangebot (400 Unterrichtsstunden, verteilt
auf zwei Jahre) gibt es beispielsweise schon in
Baden-Württemberg.
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Milchpreise
im Keller -
Union fordert Konsequenzen
Opposition will gelenkte
Regulierungsinstrumente / Rot-Grün setzt auf freie
Marktwirtschaft
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Kiel (SHL).
Milchbauern besprühen ihre Felder mit Milch oder kippen Milch
in Gullys. Grund sind die aktuellen Milchpreise: 23 bis 27 Cent
werden derzeit pro Liter gezahlt; die Produktionskosten hingegen seien
laut Bauernverband durch Energie, Futtermittel und
Sozialbeiträge stark angestiegen. Als Ursachen des
Preisverfalls werden unter anderem die aggressive Preispolitik
der Einzelhandelsdiscounter sowie das unflexible Quotensystem
der EU, das Überproduktion provoziere, verantwortlich gemacht.
Die CDU hat daher am Mittwoch, 26. Mai 2004, Bund und EU
aufgefordert, die EU-Milchquote an den Verbrauch anzupassen und die
existierenden Regulierungsinstrumente konsequent anzuwenden.
Während die Liberalen dem Ansinnen grundsätzlich zustimmten,
setzten Rot-Grün und SSW auf marktwirtschaftliche Mechanismen:
Eingriffe des Staates seien nicht der richtige Weg. Der Antrag
wurde zur weiteren Beratung an den Agrarausschuss überwiesen.
In Schleswig-Holstein gibt es derzeit
rund 6.000 Milchbauern.
Stimmen aus dem Plenum
Claus Ehlers (CDU) :
Die Milchproduktion in der EU liegt 20
Prozent über dem Bedarf […]. Auch die Milchproduktion muss im
Wettbewerb bestehen, staatliche Eingriffe sind zu vermeiden […],
aber die derzeitige Situation auf einem voll regulierten Markt
erfordert einen anderen Weg […]. Exportförderung und
Marktentnahmen muss die EU sofort umsetzen […]. Es ist wichtig
eine bundesweite Handelbarkeit für Milchquoten zu ermöglichen
[…].
Friedrich-Carl Wodarz
(SPD): Einfach die Quoten zu kürzen wird nicht
funktionieren […]. Die großen Meiereien bieten doch den
großen Handelsketten die ruinösen Preise an [...]. Der Ruf
nach dem Staat reicht nicht aus […]. Sinnvolle
Lösungsansätze sind hohe Wertschöpfung durch die Erzeugung
von Premiumprodukten und strategische Allianzen für Absatz und
Bezug.
Günther Hildebrand
(FDP): Klasse wird nicht mehr
erstklassig bezahlt […]. Der Preisverfall ist Existenz
bedrohend […]. Maßnahmen sind zwingend und dringend […]
Hilfreich wären angebots-beeinflussende Maßnahmen, um die
Milchmenge in der EU insgesamt zu kürzen […].
Exporterstattungen für Butter und Magermilchpulver dürfen
nicht noch weiter herabgesetzt werden.
Detlef Matthiessen (Grüne): Milch
trägt zu einem Drittel zur landwirtschaftlichen Wertschöpfung
bei […]. Die Situation bedroht Arbeitsplätze und bringt ganze
Kulturlandschaften in Gefahr […]. Das Hauptproblem ist die
Überproduktion […] Exportförderung ist keine sinnvolle
Perspektive […]. Der Staat steht für die hart arbeitenden
Milchbauern in der Verantwortung.
Lars Harms (SSW):
Falsch gelenkte Subventionen haben zu Überproduktion in allen
Bereichen der Landwirtschaft geführt […]. Markteingriffe des
Staates waren der falsche Weg […]. Die Agrarpolitik muss
völlig umgestellt werden […]. Wir brauchen mehr Markt und
dann eine Grundförderung ohne Bezug auf die Produktion […] In
Zukunft muss verhindert werden, dass die Nachfrage bei den
großen Discountern konzentriert wird.
Umweltminister Klaus Müller (SPD):
Der Handlungsdruck ist enorm […]. Der CDU
Antrag ist aber unrealistisch und ungerecht […]. Die Quoten
abzusenken, ist der falsche Weg […]. Die Pläne der Union sind
nicht finanzierbar.
Hintergrund:
Die deutschen Milchbauern leiden
unter sinkenden Erzeugerpreisen. Derzeit, so die Klage des
Bauernverbandes, erhalte ein Landwirt nur 27, 7 Cent pro
Kilogramm Milch – das sei 4,3 Cent weniger als 2001 und
damit der niedrigste Wert seit 1977. Die Produktionskosten
hingegen seien durch Energie, Futtermittel und
Sozialbeiträge stark angestiegen. Ein Grund für die
niedrigen Preise ist der Preiskampf der
Einzelhandelsdiscounter, die den Molkereien
dementsprechend weniger für ihre Produkte zahlen. Der
Bauernverband wie auch Verbraucherschutzministerin Renate
Künast (Grüne) machen aber auch das unflexible
Quotensystem der Europäischen Union verantwortlich.
Hierdurch sei es zu einer massiven Überproduktion
gekommen, die den Preis drücke. n Schleswig-Holstein
gibt es rund 6.000 Milch produzierende Landwirte.
Die CDU im Landtag fordert die
Landesregierung auf, beim Bund und bei der EU auf eine
Entspannung der Situation hinzuwirken.
Laut Statistischem Amt für
Schleswig-Holstein und Hamburg haben die Milchkühe im
nördlichsten Bundesland im vergangenen Jahr rund 2,5
Millionen Tonnen Milch produziert. Das ist der höchste
Wert seit 1986.
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