|
Auf
dieser Seite: Provinzial
- Ausbildungsplatzabgabe
|
xxx |
Top 20:
Zukunft der
Provinzial Nord Versicherungsgruppe mit Sitz in Kiel
Antrag der Fraktion
der CDU
Antrag der Fraktion der FDP - Drs. 15/3466 |
|
Top 36:
Ablehnung einer
Ausbildungsplatzabgabe
Antrag der Fraktion der FDP - Drucksache 15/3329
Änderungsantrag der Fraktionen von SPD und B´90/GRÜNE –
Drucksache 15/3365
Änderungsantrag der Abgeordneten des SSW – Drs. 15/3403
Bericht und
Beschlussempfehlung des Wirtschaftsausschusses
(Ausschussüberweisung 114. Sitzung am 30. April 2004)
neu: ohne
Aussprache
|
|
|
Opposition: Provinzial-Fusion
schwächt heimische Wirtschaft
Rot-Grün begrüßt
Zusammenschluss
|
Kiel (SHL). Was wird
aus der Kieler Provinzial Nord nach der angekündigten Fusion
mit der Westfälischen Provinzial in Münster? Der Landtag ist
sich in dieser Frage vor dem Hintergrund der Fusionspläne des
öffentlich-rechtlichen Unternehmens uneins. Während
Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) am Freitag, 28. Mai, in
einem Bericht der Landesregierung den angekündigten
Zusammenschluss begrüßte und als "erforderlich"
bezeichnete, meldete die Opposition grundsätzliche Kritik an.
CDU und FDP monierten, dass das Land bereits mit dem Verkauf des
Kieler Versicherungs-Dienstleisters an den Sparkassen- und
Giroverband Schleswig-Holstein im Jahre 1995 den Einfluss auf
das Unternehmen aufgegeben hätte. Eine Fusion mit der
Westfälischen Provinzial koste Arbeitsplätze und schwäche die
Wirtschaft im Land.
Dem hielten die
Vertreter der Regierungsfraktionen entgegen, dass die
Privatisierung der Provinzial Nord im Zuge der Liberalisierung
des Versicherungsmarktes überhaupt erst den grundsätzlichen
Erhalt der Arbeitsplätze ermöglicht hätte. Ein von der
Opposition eingefordertes Wertgutachten zur Ermittlung des
Übererlöses aus dem Verkauf des Aktienpaketes lehnte Rot-Grün
zu diesem Zeitpunkt ab. Diese Bewertung könne erst nach der
Erstellung eines Rechtgutachtens vorgenommen werden. Hintergrund
dieses Streitpunktes bildet eine Vereinbarung zwischen
Landesregierung und Sparkassen- und Giroverband
Schleswig-Holstein. Danach sollen die so genannten Übererlöse
aus dem Aktienpaket an das Land gehen. Die Landesregierung hatte
die Provinzial Nord 1995 für 245 Millionen Euro – und damit
unter Marktwert – veräußert. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) bedauerte wie die CDU den
Verlust von Stellen - laut Provinzial Nord sollen in Kiel 190 von
derzeit 1.419 Arbeitsplätzen wegfallen - nannte die Vereinbarung aber
ein "insgesamt akzeptables Ergebnis".
Der Bericht der
Landesregierung wurde einstimmig an den Finanz- und den
Wirtschaftsausschuss überwiesen.
Hauptredner:
Hans-Jörn Arp (CDU),
Heiner Garg (FDP), Ursula Kähler (SPD), Monika Heinold
(Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
Die Provinzial Nord Versicherungsgruppe ist ein
Versicherungs-Dienstleister für alle Sparten im privaten
und gewerblichen Bereich. Das Unternehmen mit Hauptsitz in
Kiel beschäftigt gut 1.400 Mitarbeiter und betreut über
eine Millionen Kunden mit über drei Millionen Verträgen.
Es betreibt etwa 240
Versicherungsfachgeschäfte in Schleswig-Holstein,
Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg.
Die Provinzial Nord ist ein öffentlich-rechtliches
Unternehmen. 1995 hat das Land Schleswig-Holstein die
Versicherungen für 245 Millionen DM an den
Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein (SGV)
verkauft. Im September 2001 wurde die Provinzial in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt, der SGV hält 90 Prozent
der Anteile.
Anfang Mai haben die Provinzial Nord und die
Westfälische Provinzial-Versicherung aus Münster den Weg
für eine Kooperation geebnet. Demnach sollen die
Westfalen 74,9 Prozent und die Schleswig-Holsteiner 25,1
Prozent der Anteile an dem neuen Groß-Unternehmen
erhalten. Mit der Fusion entstünde der zwölftgrößte
Versicherer Deutschlands. Im Zuge des Zusammenschlusses
hat die Provinzial Nord den Abbau von 190 Arbeitsplätzen
in den nächsten fünf Jahren angekündigt.
|
zurück
zum Textanfang / Seitenanfang
|
|
Ausbildungs-Abgabe:
Rot-Grünes
Regional-Modell verabschiedet
|
Kiel (SHL). Der Landtag hat sich gegen die
Stimmen der Opposition und des SSW erneut für eine
regionalisierte Form der Ausbildungs-Platzabgabe ausgesprochen.
Eine entsprechende Empfehlung des Wirtschaftsausschusses hat das
Parlament am Freitag, 28. Mai 2004, ohne Aussprache mit den
Stimmen von SPD und Grünen beschlossen. Rot-Grün bekräftigt
damit die bereits während der April-Tagung vertretene Position,
dass die Abgabe in Regionen mit ausgeglichener Ausbildungs-Situation
nicht erhoben werden soll.
Die Koalition verweist darauf, dass es in
Schleswig-Holstein auch in diesem Jahr gelingen werde,
ausreichen Ausbildungsplätze für alle Interessenten zur
Verfügung zu stellen. Die Liberalen und der SSW hatten in
eigenen Anträgen demgegenüber von der Landesregierung
gefordert, die Abgabe im Bundesrat in Gänze abzulehnen. Der
Bundestag hatte die kontrovers diskutierte Abgabe für
Unternehmen, die nicht in ausreichendem Maße Ausbildungsplätze
zur Verfügung stellen, Anfang Mai mit rot-grüner Mehrheit
beschlossen. Das Gesetz muss noch die Länderkammer passieren.
Hintergrund:
Mit rot-grüner Mehrheit hat der Bundestag
Anfang Mai die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe
für Arbeitgeber beschlossen, die nicht im ausreichenden
Maße Jugendliche ausbilden. Gradmesser hierfür ist eine
Ausbildungsquote, die bei sieben Prozent der im Betrieb
insgesamt beschäftigten Arbeiter und Angestellten liegt.
Alle Unternehmen und öffentlichen Arbeitgeber mit mehr
als zehn Beschäftigten wären betroffen – damit fallen
82 Prozent aller Betriebe in Deutschland unter diese
Regelung. Die Umlage soll nur anfallen, wenn die
Wirtschaft nicht ausreichend Lehrstellen zur Verfügung
stellt, das heißt am 30. September eines Jahres weniger
als 15 Prozent Lehrstellen über Bedarf angeboten werden.
Mit dem Geld, die Höhe der Abgabe kann bei
größeren Betrieben mehrere 100.000 Euro betragen, soll
ein Fonds eingerichtet werden. Aus diesem können Firmen,
die oberhalb der Quote ausbilden, ihre Kosten erstattet
bekommen – maximal 7.500 Euro pro Jahr und
Ausbildungsplatz. Zudem soll die überbetriebliche
Ausbildung in strukturschwachen Regionen profitieren. Auf
der Grundlage der jüngsten bundesweiten Ausbildungslücke
ergäbe sich ein Volumen von 2,6 Milliarden Euro. Die
Verwaltung des Fonds soll das Bundesverwaltungsamt in
Köln übernehmen. Das zuständige Bundes-
Bildungsministerium schätzt den Personalbedarf zur
Bearbeitung der Umlage auf 500 Mitarbeiter und die Kosten
auf 40 bis 70 Millionen Euro.
Hintergrund des Vorstoßes ist der kontinuierliche
Rückgang an Ausbildungsplätzen in den vergangenen
Jahren: Wurden im Jahr 2000 bundesweit über 564.000
Ausbildungsplätze angeboten, so waren es im Vorjahr nur
noch knapp 500.000. In Schleswig-Holstein verweist die
Landesregierung auf einen gegenläufigen Trend: Hier hat
es nach Angaben des Wirtschaftsministeriums im April
dieses Jahres 4.587 abgeschlossene Ausbildungsverträge
gegeben und damit 321 mehr als zum Vorjahres-Zeitpunkt.
mehr
Informationen: plenum-online,
April
2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/april2004/texte/
18_28_ausbildungsplatzabgabe.htm)
|
zurück
zum Textanfang / Seitenanfang
|
|
* * * * *
| |
|