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Auf
dieser Seite: Elementarpädagogik
- Sucht- und Drogenpolitik
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Top 21:
Hochschulstudium im
Bereich Elementarpädagogik
Antrag der Fraktion der FDP |
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Top 31:
Schwerpunkte
in der Schleswig-Holsteinischen Sucht- und Drogenpolitik
Antrag der
Fraktionen von SPD und B`90/DIE GRÜNEN sowie der Abgeordneten des
SSW
Änderungsantrag der Fraktion der CDU - Drs. 15/3469 |
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Für mehr
Bildung im Vorschulbereich: FDP fordert Studiengang
Elementarpädagogik
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Kiel (SHL). Als Konsequenz
aus dem "PISA-Schock" hat die FDP am Donnerstag, 27.
Mai 2004, gefordert, einen Studiengang Elementarpädagogik im
Land aufzubauen. Ziel ist es, Fachpersonal in
Kindertagesstätten (Kita) und anderen
Vorschuleinrichtungen auch auf Hochschulniveau auszubilden.
Kitas sollen dadurch in die Lage versetzt werden, besser als
bisher auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen, argumentierte
der Bildungsexperte in den Reihen der Liberalen, Ekkehard Klug.
Für die Beschäftigten im Vorschulbereich müsse der gleiche
Ausbildungsstandard gelten wie für Lehrer. Während SPD und CDU
auf das Ansinnen skeptisch reagierten, wurde der Antrag bei den
kleineren Landtagsparteien positiv aufgenommen.
Ein neuer Studiengang bringe allein noch keinen
Qualitätsschub an den Kitas, kritisierte die SPD-Abgeordnete
Astrid Höfs. Sie hielt es für zweckmäßiger, die bestehende
Erzieherausbildung zu reformieren; das werde schneller konkrete
Auswirkungen haben. Ähnlich skeptisch äußerte sich Sylvia
Eisenberg (CDU): Zunächst müsse der Bildungsauftrag der Kitas
neu formuliert und mit anderen Schwerpunkten versehen werden.
Positiv aufgenommen wurde der
Antrag dagegen bei Grünen und SSW: Eine Professionalisierung
der Erzieher-Ausbildung sei dringend geboten, sagte Angelika
Birk (Grüne). Die Defizite in Deutschland im vorschulischen
Bildungsbereich drückten sich auch "im Erziehergehalt und
in der mangelnden Präsenz von Männern in diesem Berufsfeld
aus". Noch in der zweiten Klasse lasse sich die Qualität
einer Kita "an schulischen Leistungen und im
Sozialverhalten der Kinder ablesen", betonte Anke
Spoorendonk (SSW) die Bedeutung der vorschulischen Ausbildung.
Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) zeigte sich "tendenziell
offen" gegenüber der Einführung eines Studienganges
Elementarpädagogik. Zugleich betonte sie jedoch: Die Qualität
der schleswig-holsteinischen Erzieher-Ausbildung sei über die
Landesgrenzen hinaus anerkannt und entspreche in vielem bereits
dem akademischen Niveau im europäischen Ausland.
Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an die
Ausschüsse für Bildung und Soziales überwiesen.
Bislang gibt es in zwei Bundesländern einen
eigenständigen Studiengang Elementarpädagogik. Neben Berlin
wird das Fach ab dem Wintersemester 2004/05 auch an der
evangelischen Fachhochschule im niedersächsischen Hannover
angeboten. Die FH Emden - ebenfalls in Niedersachsen - richtet
einen Studiengang „Integrative Kleinkindpädagogik" ein.
Die Uni Bremen bietet einen Aufbaustudiengang für Erzieher mit
Berufserfahrung an. In Schleswig-Holstein haben die Uni
Flensburg und die FH Kiel Interesse, künftig
Elementarpädagogik anzubieten.
Hintergrund:
Nach Willen der FDP-Fraktion
sollen Erzieher in schleswig-holsteinischen
Kindertagesstätten (KITA) an einer Hochschule ausgebildet
werden. Die Liberalen reagieren mit diesem Vorstoß auf
das schlechte Abschneiden deutscher Schüler bei der
internationalen Schul-Vergleichsstudie PISA und erhoffen
sich eine kindgerechte Vermittlung von Bildungsinhalten in
den KITA als Vorbereitung auf die Schule. Nach Vorstellung
der FDP soll der neue Studiengang an der Universität
Flensburg angesiedelt und mit den dortigen Angeboten im
Bereich der Grundschulpädagogik verzahnt werden. Einen
ähnlichen Studiengang gibt es bereits an der Uni Bremen.
Auch in vielen anderen EU-Ländern ist die Ausbildung von
Erziehern an Hochschulen üblich.
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Drogen- und
Suchthilfe:
Prävention stärken
Neue Ministerin fordert
Verbot der Tabakwerbung
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Kiel
(SHL). Einigkeit über das Ziel, unterschiedliche Auffassungen
über den richtigen Weg – dieses Fazit stand am Ende der
Landtagsdebatte am Mittwoch, 26. Mai 2004, über die Sucht- und
Drogenpolitik im Land. Das Bestreben, die Abhängigkeit von
Rauschmitteln zu bekämpfen und dabei sowohl legale als auch
illegale Drogen zurückzudrängen war allgemeiner Konsens.
Unterschiede zwischen Koalition und Opposition gab es jedoch bei
der Beurteilung der Suchthilfe-Angebote des Landes und bei der
Frage nach der Strafverfolgung bei Cannabis-Besitz. Die am
Morgen vereidigte neue Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD)
sprach sich in ihrer Premieren-Rede unter anderem für ein
Tabak-Werberverbot aus. Anlass der Aussprache am Mittwoch, 26.
Mai 2004, waren zwei Anträge von SPD, Grünen und SSW
beziehungsweise der CDU. Die beiden Anträge wurden an den
Sozialausschuss überwiesen.
Stimmen aus
der Debatte:
Peter Eichstädt (SPD): Sucht ist eine
behandlungsbedürftige Krankheit, und Kranke haben ein Recht auf
Behandlung. Die muss sich an der Zielgruppe orientieren. Kinder
haben hierbei andere Bedürfnisse als Erwachsene, Männer und
Frauen kennen unterschiedliche Problemfelder. Auch Migranten
müssen hier gesondert betrachtet werden.
Frauke Tengler (CDU): Die Drogenpolitik muss
konkreter werden. Zwei Schwerpunkte müssen zum Beispiel
jugendliche Verkehrsteilnehmer, die unter Alkohol- und
Drogeneinfluss angetroffen werden und rauchfreie Schulen sein.
Wir halten an der Trennung von legalen und illegalen Drogen fest
und fordern eine bundeseinheitliche Definition der straffreien
Mindestmenge. Die liegt in Schleswig-Holstein bei 30 Gramm, in
vielen anderen Ländern jedoch nur bei sechs Gramm.
Veronika Kolb (FDP): Auch die Krankenkassen
müssen mit ins Boot, denn es geht um die Bekämpfung einer
Krankheit. So sollten beispielsweise die Drogen-Rehabilitation
und die psychosoziale Betreuung von der Kasse übernommen
werden. Stattdessen müssen wir darüber nachdenken, andere
Angebote aus dem Kassen-Katalog zu nehmen, beispielsweise
Zahnersatz für junge Leute.
Angelika Birk (Grüne): Wir müssen das
Suchtmittel von der Diskussion um Legalität und Illegalität
befreien, und die Sucht an sich ins Zentrum rücken.
Beispielsweise sollte die Politik über die Vergabe von Heroin
auf Rezept, wie in der Schweiz, nachdenken. Die hohe straffreie
Cannabis-Menge von 30 Gramm im Lande bewirkt, dass sich die
Polizei auf Groß-Dealer konzentrieren kann.
Silke Hinrichsen (SSW): Die Hilfe für
Kinder und Jugendliche muss verbessert werden, denn in diesem
Alter entstehen Drogen-Karrieren. Die kinder- und
jugendärztlichen Dienste der Kreise und kreisfreien Städte
sind hier der richtigen Stelle – sie müssen mit den örtlichen
Drogen- und Jugendhilfeeinrichtungen zusammenarbeiten, und hier
hapert es. Deswegen muss das Land eingreifen.
Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD): Es
ist bedenklich, dass die Konsumenten immer jünger werden und
immer mehr Mädchen darunter sind. Die Verteuerung der Alcopops
allein löst das Problem nicht, denn die Wirtschaft wendet hier
geradezu perfide Verkaufsstrategien an – deswegen plädiere
ich für härtere Maßnahmen, zum Beispiel ein Werbeverbot für
Tabak.
Hintergrund:
SPD und Grüne im Landtag fordern
die Landesregierung auf, bei der Bekämpfung von
Drogensucht auf Prävention zu setzen und sich dabei am
Gefährdungspotenzial anstatt an der Legalität
beziehungsweise Illegalität der Droge zu orientieren.
Rot-Grün verweist auf die Risiken durch Alkohol, Tabak
und Medikamente. Zudem wird die konsequente Verfolgung
bandenmäßig organisierter Dealer und die
Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und
Migrationshintergrund bei der Drogenarbeit gefordert.
Nach Angaben der Gmünder Ersatzkasse (GEK) hat
sich der Alkoholkonsum bei Jugendlichen in Deutschland
seit 1990 verdoppelt. Als ein Hauptgrund für diese
Entwicklung sieht die Krankenkasse den wachsenden Markt
für so genannte Alcopops an. Die GEK weist auch darauf
hin, dass Alkoholismus die zweithäufigste Ursache für
die Einweisung von Männern in Krankenhäuser ist.
Beim Rauchen stellt die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung hingegen einen gegenläufigen
Trend fest: In der Altersgruppe der Zwölf- bis
15-jährigen rauchen 21 Prozent der Mädchen , aber nur 18
Prozent der Jungen, bei den 16- bis 19-jährigen sind es
45 Prozent der Mädchen und 44 Prozent der Jungen.
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Informationen: plenum-online, Dezember
2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dez03/texte/
28_41_drogenpolitik_opferschutz.htm)
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