Bei der Bahnpolitik habe Kiel einen sehr schlechten
Draht nach Berlin und zur DB, bemängelte der CDU-Verkehrsexperte
Uwe Eichelberg. Die Folge seien Verzögerungen. Die Entwicklung des
Regionalverkehrs in Schleswig-Holstein sei eine "Erfolgsstory",
hielt Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD) dem entgegen. Probleme
gebe es beim Güterverkehr und beim Fernverkehr der DB, während
sich die Strategie der weitgehenden Privatisierungen im Lande
bewährt habe, so Rohwer weiter. Die privaten Anbieter "zeigen
der DB wie es geht", pflichtete Gerhard Poppendiecker (SPD)
bei. Grünen-Fraktionschef Karl-Martin Hentschel verwies auf einen
dreißigprozentigen Zuwachs im Regionalverkehr im Zuge der
Privatisierungen der letzten Jahre.
"Wer soll all die schönen Wünsche
bezahlen?"
Für die Zukunft nannte Poppendiecker eine Reihe von
Projekten mit hoher Priorität, wie die Elektrifizierung der
Strecken Lübeck-Kiel und Lübeck-Hamburg, den Ausbau des Engpasses
Pinneberg-Elmshorn, die Hochbrückensanierung am Nord-Ostsee-Kanal
sowie die Anbindung an den Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel. Über
diese Liste gebe es keine unterschiedlichen Meinungen, betonte
Christel Aschmoneit-Lücke (FDP) mit Blick auf den
Forderungskatalog. Aber: "Wer soll all die schönen Wünsche
bezahlen?" Durch die Maut-Ausfälle hänge die Finanzierung
vielfach in der Luft. Viele der rot-grünen Vorstellungen seien
unrealistisch, kritisierte auch der Christdemokrat Eichelberg. Dies
gelte zum Beispiel für das angestrebte Länder-Mitspracherecht bei
den Subventionierungs-Entscheidungen des Bundes.
Die Forderung nach der Trennung von Netz und Betrieb
äußerten alle Redner: Bei den Schienen solle der Bund die
Verantwortung für das Fernnetz behalten, die Länder wiederum
sollten für den Nahverkehr verantwortlich sein. Diese Maßnahme sei
die Voraussetzung für gerechte Ausschreibungen, bei denen die
privaten Unternehmen gleichberechtigt mit der DB auftreten könnten.
Ein solcher Schritt müsse in jedem Fall vor dem geplanten
Börsengang der DB erfolgen.
Mehr Service gefordert
Neben dem Grünen Hentschel rückte auch Lars Harms
vom SSW den Service in den Blickpunkt: So müsse es eine bessere
Abstimmung zwischen der DB und den Konkurrenz-Unternehmen beim
Fahrplan, beim Tarifsystem und beim Kartenverkauf geben.
Der Antrag wurde an den Wirtschaftsausschuss
überwiesen.