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Simonis macht sich
für Europa stark
Landtag sieht Ostseeraum als Region der Zukunft
Kiel (SHL). "Europa
wird Europa" - Mit dieser Formel hat Ministerpräsidentin
Heide Simonis (SPD) am Freitag, 28. Mai 2004, die Osterweiterung
der EU begrüßt. Auch die angestrebte Verabschiedung der
Europäischen Verfassung bewertete Simonis in ihrem Bericht
positiv: Damit werde der Geheimdiplomatie der Räte ein Ende
gesetzt. Sie kündigte an, die ständige Vertretung des Landes in
Brüssel - das Hanse-Office - weiter ausbauen zu wollen. Mit
Kritik reagierten Liberale und Christdemokraten auf die
Simonis-Rede: Sie warfen der Regierung in der Europapolitik
Konzeptlosigkeit vor. Einhellig forderten die Vertreter aller
Parteien die Bürger zur Teilnahme an der Europawahl am 13. Juni
auf.
"Mit der Verabschiedung der
EU-Verfassung werden erhebliche Veränderungen verbunden sein", sagte
Manfred Ritzek (CDU). Vor diesem Hintergrund forderte er mehr
Gestaltungsmöglichkeiten für die Länder bei der Umsetzung von
EU-Richtlinien ein. Joachim Behm (FDP)
bedauerte, dass ein Großteil der gesetzlichen Regelungen mittlerweile von der
EU bestimmt werde. Somit könne das Landesparlament zumeist nur noch
Europäisches Recht für das Land umsetzen.
"Die Osterweiterung ist kein
Gnadenakt des Westens", betonte Ulrike Rodust (SPD). Schon jetzt zeige
sich, dass der Ostseeraum eine eigene Identität besitze. Es habe sich "ein
Klima des Vertrauens, der Zusammenarbeit und der Verständigung
entwickelt". Die Perspektive der Ostseeanrainer hatte auch Detlef
Matthiessen (Grüne) im Blick. Er bezeichnete den Ostseeraum als eine der
Zukunftsregionen Europas, in dem Schleswig-Holstein weiterhin als Motor
fungieren solle. Anke Spoorendonk (SSW) sah
in der Kooperation zwischen den Ostseeanrainern nichts Neues: Die
Zusammenarbeit sei bereits historisch von unten gewachsen.
Hintergrund:
Auf Antrag von SPD und Grünen berichtet die
Landesregierung über Schleswig-Holsteins Rolle in Europa.
Das Land ist in vielerlei Hinsicht in europäische
Strukturen eingebunden:
- Im Rahmen der
Ostseekooperation unterhalten Regierung und Landtag
Beziehungen zu verschiedenen Regionen im baltischen
Raum. Ziel ist die Förderung der wirtschaftlichen,
kulturellen und politischen Zusammenarbeit
- Das Hanse-Office in
Brüssel vertritt bei der EU die Interessen des
Ostseeraums
- In der laufenden
Förderperiode 2000 bis 2006 der europäischen
Strukturfonds erhalten strukturschwache Regionen im
Lande Zuschüsse von der EU, so zum Beispiel 220
Millionen Euro für das Regionalprogramm 2000. Diese
Fördergelder könnten, so die Befürchtung, in der
neuen Förderperiode 2007 bis 2013 teilweise aus
Schleswig-Holstein abgezogen und stattdessen in die
neuen Beitrittsländer transferiert werden
Im so genannten
Lissabon-Prozess haben sich die EU-Mitglieder das Ziel
gesetzt, bis 2010 den weltweit führenden Wirtschaftsraum
zu bilden. Die Mitgliedsstaaten und –regionen sind
aufgefordert, auf dieses Ziel hinzuarbeiten,
beispielsweise durch den Abbau bürokratischer Schranken,
durch den Ausbau moderner Kommunikationstechniken und die
Förderung von Bildung und Forschung.
mehr Informationen: plenum-online,
April
2004
(EU-Erweiterung)
(www.sh-landtag.de/plenumonline/april2004/texte/
39a_29_kulturhauptstadt_EU.htm.)
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