Auf dieser Seite: Wirtschaftsbericht

xxx

Top 38:
 
Wirtschaftsbericht 2004
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 15/3451
-Plenarprotokoll-

Rot-Grüne Cluster gegen schwarz-gelbe Indikatoren
Meinungen zum Wirtschaftsbericht 2004 
gehen weit auseinander

Kiel (SHL). Bei der Beurteilung des Wirtschaftsjahres 2003 in Schleswig-Holstein traten am Donnerstag, 27. Mai 2004, fundamentale Unterschiede zwischen Koalition und Opposition zutage. Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) sprach bei der Vorstellung seines jährlichen Berichtes zwar von einem schwierigen Jahr, sah aber dennoch viele positive Ansätze für eine erfolgreiche Entwicklung. CDU und FDP dagegen hielten dem eine Reihe von Wirtschafts-Indikatoren wie Insolvenzquote und Arbeitslosenzahl entgegen.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand auch die langfristige Strategie des Wirtschaftsministers zur so genannten Cluster-Bildung. Rohwer will regionale Schwerpunkte für bestimmte Branchen, zum Beispiel Tourismus, Medizintechnik und Maritime Wirtschaft setzen. Der Bericht wurde an den Wirtschaftsausschuss überwiesen.

Stimmen aus dem Plenum:

Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD): Wir können mit dem Jahr 2003 nicht zufrieden sein, aber wir tun, was wir können. Die Landesregierung verfügt über vorbildliche Förderinstrumente, beispielsweise die Technologie-Transferzentrale, die Investitionsbank und die Bürgschaftsbank. Dies hat sich unter anderem bei der Förderung von Motorola in Flensburg und Mobilcom in Büdelsdorf gezeigt. Wir sind Spitze als Gründerland und: Der Export, die Firmen-Ansiedlungen und die Zahl der Ausbildungsplätze steigen.

Uwe Eichelberg (CDU): Nirgendwo gibt es so viele Konkurse und Arbeitslose wie bei uns im Land. Wenn neue Jobs entstehen, dann gerade da, wo das Land nicht fördert, nämlich am Hamburger Rand. Vielfach ist der Zug für die schleswig-holsteinische Wirtschaft abgefahren, zum Beispiel im Ostseeraum, im Tourismus, wo Mecklenburg-Vorpommern an uns vorbeizieht und bei der Verkehrsinfrastruktur. Da helfen auch die Cluster nichts.

Klaus-Dieter Müller (SPD): Die Opposition soll unser Land nicht schlechtreden, damit hat sie bereits genug Schaden angerichtet. Unser Land hat Strukturprobleme, die unter anderem durch den Bundeswehrabzug und die Werftenkrise hervorgerufen wurden. Dennoch wird Schleswig-Holstein ein modernes Dienstleistungsland. Die Konzentration auf Cluster ist dabei der richtige Weg.

Christel Aschmoneit-Lücke (FDP): Die Arbeitslosigkeit hier zu Lande ist so hoch wie seit 1952 nicht mehr. Das ist der entscheidende Indikator. Die Cluster-Strategie ist nur ein neues Etikett, hinter der sich wenig Inhalt verbirgt.

Karl-Martin Hentschel (Grüne): Die Opposition hat selbst keine Konzepte anzubieten. Wir müssen mehr Geld in High- Tech-Branchen stecken. Da ist die Opposition mit ihrer Bevorzugung alter, traditioneller Wirtschaftszweige auf dem Holzweg.

Lars Harms (SSW): Die Förderpolitik des Landes ist ausgebaut worden, damit hebt sich das Land bei der Mittelstandsförderung positiv von den Privatbanken ab. Ein Problem sind die Lohnnebenkosten, die nach skandinavischem Vorbild gesenkt und durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer gegenfinanziert werden sollten.

Hintergrund:
  In ihrem jährlichen Wirtschaftsbericht zeichnet die Landesregierung ein überwiegend positives Bild von der wirtschaftlichen Lage im Lande. So sei das Bruttoinlandsprodukt in Schleswig-Holstein von 1991 bis 2003 stärker gestiegen als im westdeutschen Durchschnitt. Auch bei den Firmen-Neugründungen und den ausländischen Direktinvestitionen liege das Land im Spitzenfeld. Das Wirtschaftsministerium verweist zudem auf die hohe Ausbildungsbereitschaft der heimischen Unternehmen.
  Für die Zukunft soll Schleswig-Holstein nach Vorstellungen des Kieler Kabinetts seine wirtschaftlichen Kontakte mit Hamburg und dem Ostseeraum weiter intensivieren, und die Engpässe in der Verkehrsinfrastruktur sollen beseitigt werden. Ein großes Zukunftspotenzial macht der Bericht in den Bereichen Tourismus, Medizintechnik und Maritime Wirtschaft aus. Besonderes Augenmerk will die Regierung auf die Förderung des Mittelstands legen.
  Laut Statistischem Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein ist das Bruttoinlandsprodukt im nördlichsten Bundesland im Jahr 2003 real um 0,6 Prozent geschrumpft (Schnitt der westdeutschen Länder: minus 0,2 Prozent). Die Zahl der Arbeitsplätze ging 2003 um 1,2 Prozent zurück. Im April 2004 waren in Schleswig-Holstein 137.758 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Quote von 9,8 Prozent, 1,3 Prozent über dem westdeutschen Schnitt. Laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern vom Januar bewerteten 19,9 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, 51,9 Prozent sahen sie als befriedigend an.

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

Aktuelles

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Am Rand notiert:
Neu im Landtag

Gesetzentwürfe

2. Lesungen:

Landesverwaltungsgesetz
Innovationsstiftung
Landesbeamtengesetz
(Kurzmeldung)
Landesverwaltungsgesetz /
E-Government 

(Kurzmeldung)

1. Lesungen:

Hochschulgesetz
Lotteriegesetze
Hafenanlagensicherheit

Wirtschaft / Verkehr / Technik

TEN-Verkehrsprojekte
Bahnstrecke HL-HH
Bahnreform
Wirtschaftsbericht
Provinzial
Ausbildungsplatzabgabe
Verkehrsinfrastruktur
(Kurzmeldung)

Agrar / Tourismus / Landesentwicklung

Agrarpolitik
Sportboot-Maut
Landwirtschaft Nebenerwerb
Milchpreise
Entkoppelung von Prämien
(Kurzmeldung)
Verdeckte Feldbeobachtung
(Kurzmeldung)

Finanzen

NodwestLotto
Öffentliche Finanzen
Tarife Öffentlicher Dienst
(Kurzmeldung)

Arbeit/Soziales / Gesundheit

Endlager Atommüll
Sucht- und Drogenpolitik
Sozialhilfeausgaben

Bildung / Kultur / Forschung

Hochschulstruktur
Bologna-Prozess
Elementarpädagogik

Inneres / Recht

Härtefallkommission
Datenschutzbericht
Richterwahlausschuss
(Kurzmeldung)

Europa

Europapolitik

Natur / Umwelt / Energie

- - -