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Keine Geldverschwendung für den Ausbau des Flughafens Holtenau
Antrag der Fraktion B´90/Grüne – Drs. 16/74

Rückenwind für Kiel-Holtenau

Schwarz-Rot setzt auf Ausbau des Regional-Airports / Grüner Antrag zum Ausbau-Stopp gescheitert

Kiel (SHL). Mit der neuen Landesregierung zeichnet sich auch für den Regionalflughafen Kiel-Holtenau eine neue Chance ab: Die große Koalition will die Planungen vorantreiben. Gegen die Stimmen der Opposition lehnten CDU und SPD einen Antrag der Grünen, das Planfeststellungsverfahren zu stoppen, ab. Allerdings macht Schwarz-Rot die Realisierung des Projektes von der Wirtschaftlichkeit abhängig. 

Ein Bekenntnis für den Ausbau gab Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) ab. "Eine Landeshauptstadt muss sich einen Flughafen leisten", erklärte er, "selbst wenn dieser defizitär ist". Thomas Stritzl (CDU) warf den Grünen vor, den Ausbau des Flughafens Kiel-Holtenau zerreden zu wollen. "Ich will, dass Kiel eine Zukunft hat", erklärte er. Das Land müsse ein attraktives Gesamtsystem für die Schaffung von Arbeitsplänen bereitstellen, forderte auch  Bernd Schröder (SPD): "Flughäfen sind wichtig für die Chancen der Region im Wettbewerb."

Der ehemalige Umweltminister Klaus Müller (Grüne) bekräftigte dagegen die Forderung nach einem vorläufigen Planungsstopp für den Ausbau, bis die Landesregierung ein Flugverkehrs-Entwicklungskonzept vorgelegt hat. "Die tatsächliche verkehrliche Nutzung des Flugplatzes Holtenau spricht gegen ein Ausbauprojekt", sagte der neue finanzpolitischer Sprecher der Grünen und befürwortete grundsätzlich eine verbesserte Anbindung zum Hamburger Flughafen statt einer Erweiterung von Kiel-Holtenau. Der Airport an der Kieler Förde hat derzeit nur noch eine feste Flugverkehrslinie.

SSW: Ausbauprojekt gehört ins Nirvana

Das Geld für das Flughafenprojekt könne sinnvoller verwendet werden, schloss Heiner Garg (FDP) an. Auch er warb für eine direkte Bahnverbindung zwischen Kiel und Hamburg-Fuhlsbüttel, für die er jährlich eine Million Fahrgäste prognostizierte. "Kiel-Holtenau ist für Charter- und überregionalen Flugverkehr wohl der bescheuertste Standort, den man sich denken kann", warf Lars Harms (SSW) in die Debatte ein. Das Projekt Holtenau gehöre ins Nirvana: "Wir benötigen keine Expertisen mehr", beschied er.

Hintergrund: Die Diskussion über den Ausbau des Flugplatzes Holtenau spaltet seit Jahren die Landespolitik wie die Kommunalpolitik. Während die im März gescheiterte rot-grüne Minderheitskoalition das Projekt nicht weiter verfolgen wollte, setzt das neue schwarz-rote Bündnis nun auf ein gemeinsames Entwicklungskonzept mit Hamburg, in dem auch die Frage nach dem Ausbau des ehemaligen Marineflieger-Stützpunktes in Kiel geklärt werden soll. Die Kieler Ratsversammlung hat unterdessen mit den Stimmen von CDU und SPD für den Einstieg in die zweite Planungsphase votiert. Die Union hat sich damit sowohl gegen ihren Kieler Kooperationspartner, die Grünen, als auch gegen Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz (CDU) gestellt. Laut einem Gutachten des Wirtschaftsministeriums vom Oktober letzten Jahres wird der Umbau 48,1 Millionen Euro kosten. Die Flughafengesellschaft benötige zunächst öffentliche Finanzspritzen, könne aber, so die Prognose, ab 2015 kostendeckend arbeiten. Voraussetzung sei ein Ausbau der Landebahn auf 1.950 Meter. Damit, so das Ministerium, wäre der Flugplatz für einen Linienverkehr nach München, Stuttgart oder Frankfurt attraktiv.


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