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Auf dieser Seite: Aktuelle Stunde zur Steuerentwicklung

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Aktuelle Stunde:
Steuerentwicklung – Raum für Mehrausgaben des Landes
 Antrag der Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN
Drucksache: 
-Plenarprotokoll-

Ruhe nach dem Sturm: Koalition bekräftigt Sparkurs auch im Landtag

Grüne und SSW bekräftigen Forderung nach Neuwahlen

Kiel (SHL/ 9.5.) Union und Sozialdemokraten halten am eingeschlagenen Kurs, die prognostizierten Steuermehreinnahmen ausschließlich zur Konsolidierung des Haushaltes zu nutzen, fest. Die Fraktionsvorsitzenden Johann Wadephul (CDU) und Lothar Hay (SPD) bekräftigten im Plenum die entsprechenden Aussagen der Koalitionsspitzen vom Wochenbeginn und wandten sich damit erneut gegen die Position des Innenministers und SPD-Landeschefs Ralf Stegner. Der hatte in einer Rede am 1. Mai angeregt, mit den Zusatzeinnahmen die Kürzungen für die Beamten abzumildern, und mit dieser Abweichung vom vereinbarten Sparkurs die große Koalition in eine schwere Krise geführt. Grüne und SSW beklagten in einer Aktuellen Stunde die Turbulenzen innerhalb der Koalition und forderten Neuwahlen. Stegner, der seinen Vorstoß am Vortag öffentlich bedauert hatte, ergriff selbst in der Debatte nicht das Wort. Unterstützung in der Sache erhielt er allerdings von FDP und SSW, die sich ebenfalls für einen Zuschuss aus dem Steuertopf für die Landesbediensteten aussprachen.

"Der Ministerpräsident hat das Steuer aus der Hand verloren und die Minister zerfleischen sich auf den Ruderbänken", erklärte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Karl-Martin Hentschel (Foto rechts). Daher müsse der Weg freigemacht werden für Neuwahlen. CDU-Fraktionschef Wadephul lehnte das erwartungsgemäß ab und unterstrich den von der Koalition zu Beginn der Wahlperiode eingeschlagenen Sparkurs: "Oberste Priorität hat, dass Mehreinnahmen bei Steuern für Investitionen in Wachstum, in Bildung und in die Senkung der Neuverschuldung eingesetzt werden", zitierte der Fraktionsvorsitzende aus dem Koalitionsvertrag. Und: Es wäre "abenteuerlich", vom Sparkurs abzuweichen.

Sein SPD-Pendant Hay machte in einer ruhigen Aussprache klar, dass nicht jeder Streit zur Trennung führe. "Wir müssen den Haushalt gemeinsam hinbekommen, damit wir den Kindern und Enkelkindern ein Land mit Handlungsfähigkeit hinterlassen." Das Ziel bleibe der Koalitionsbeschluss, die Nettoneuverschuldung bis 2010 zu halbieren.

FDP-Chef: "Realsatire"

Als "Realsatire" bezeichnete Wolfgang Kubicki (FDP-Fraktionschef) die Vorgänge der letzten Tage. Politiker der Union zögen durch das Land, um Vorschläge zu machen, wofür die Steuermehreinnahmen genutzt werden könnten. "Und wenn der Innenminister seine Ideen einbringt, wird er dafür gescholten. Das ist schon ein bemerkenswerter und bislang einmaliger Zustand", konstatierte der Oppositionsführer.

Finanzminister Rainer Wiegard (CDU/Foto rechts) hob noch einmal hervor, dass nach wie vor niemand wisse, wie hoch die Steuereinnahmen wirklich sind. "Die Steuerschätzer geben ihre Annahmen preis", sagte Wiegard. Diese seien aber nicht sicher, wie man anhand der Prognosen des vergangenen Jahres ablesen könne. "Selbst wenn die Schätzungen stimmen, haben wir durch die Mehreinnahmen noch keinen verfassungsgemäßen Haushalt", mahnte der Minister. Dieser sei aber nötig, um überhaupt handeln zu können.

Das sah im Grundsatz auch Anke Spoorendonk vom SSW so. Sie warf Wiegard dennoch "fantasielose Politik" vor. "Wenn die Tarifabschlüsse dank der besseren Wirtschaftslage nun zwischen vier und sechs Prozent liegen, sollen die Landesbediensteten dort nicht nachstehen", stellte sie sich hinter den ursprünglichen Vorstoß von Stegner.

Weitere Redner: Monika Heinold (Grüne), Frank Sauter (CDU)

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Hintergrund:
  Auf Antrag der Grünen debattiert der Landtag in einer Aktuellen Stunde über den von der Landesregierung und der schwarz-roten Koalition eingeschlagenen Kurs der Haushaltskonsolidierung. Vor der Fragestellung "Steuerentwicklung – Raum für Mehrausgaben" macht die Oppositionsfraktion unterschiedliche Positionen innerhalb der Großen Koalition bei diesem Thema aus. Während Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) den Sparkurs beibehalte, stelle Innenminister Ralf Stegner (SPD) ihn in Frage, so der Vorwurf.
  Die Grünen nehmen Bezug auf eine Rede von Stegner zum Maifeiertag, in der er angeregt hatte, mit den derzeitigen Steuer-Mehreinnahmen die vollzogenen Einschnitte bei den Landesbeschäftigten abzumildern. Wiegard wies demgegenüber vor dem Finanzausschuss des Landtages darauf hin, dass der Landeshaushalt auch bei einer gesunkenen Neuverschuldung immer noch verfassungswidrig sei.
  Haushaltspolitisches Ziel der schwarz-roten Koalition ist es, die Neuverschuldung bis zum Ende der Wahlperiode 2010 zu halbieren. Vor diesem Hintergrund wurden im laufenden Doppelhaushalt 2007/2008 gegenüber der mittelfristigen Finanzplanung insgesamt 600 Millionen Euro weniger eingestellt. Dies wird durch Einschnitte beim Personal (200 Millionen), bei den Kommunen (240 Millionen) und bei den Einzeletats der Ministerien (160 Millionen) erreicht. Zu den Maßnahmen gehören Kürzungen beim Weihnachtsgeld für Beamte, bei den Zuschüssen für Theater und Büchereien sowie eine Beteiligung der Eltern an den Kosten der Schülerbeförderung. Dadurch und durch die höheren Steuereinahmen sinkt die Nettoneuverschuldung in diesem Jahr auf 900 Millionen Euro.
  Trotz der Sparbeschlüsse verfehlt der Haushalt die Verfassungsgrenze. Paragraph 53 der Landesverfassung schreibt vor, dass die Schuldenaufnahme die Summe der Investitionen nicht überschreiten darf. Die liegt jedoch in den beiden nächsten Jahren jeweils bei unter 800 Millionen.
  Hintergrund der Sparbeschlüsse ist die zugespitzte Kassenlage: Das Land ist bei einem jährlichen Haushaltsvolumen von 8,3 Milliarden Euro mit rund 22 Milliarden verschuldet. Der Norden war damit Ende 2005 das Flächenland mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung (7.386 Euro). Nur für Zinsen zahlt das Land 900 Millionen jährlich.

mehr Informationen: plenum-online, Dezember 2007

  Stichwort: Aktuelle Stunde
 
Über eine bestimmte Frage von allgemeinem Interesse kann eine Aktuelle Stunde von einer Fraktion oder von mindestens fünf Abgeordneten beantragt werden. Die Redebeiträge einzelner Abgeordneter dürfen nicht länger als fünf Minuten dauern und zusammengenommen sechzig Minuten nicht überschreiten. Die von Mitgliedern der Landesregierung in Anspruch genommene Redezeit bleibt dabei unberücksichtigt, sollte aber dreißig Minuten nicht überschreiten.
 Eine Aktuelle Stunde findet auch statt, wenn während einer Fragestunde ein Fragesteller die Beantwortung durch die Landesregierung für unzureichend hält. Die Aussprache muss unmittelbar nach Schluss der Fragestunde verlangt und durchgeführt werden.

mehr Informationen: Geschäftsordnung des Landtages S-H
(http://sh.juris.de/sh/LTGO_SH_rahmen.htm)

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:
Konsequenzen der Steuerentwicklung

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
60 Jahre gewählter Landtag /
Herzlichen Glückwunsch

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:
Wahlrecht
Institut f. Bautechnik
(ohne Aussprache)
Medienänderungstaatsvertrag
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Denkmalschutz
Anträge:
Wahlperiode / Kreistage
Car-Sharing
Volksinitiative / Kreisreform
Berichte:
Verfassungsschutzbericht
Datenschutzbericht
Auskunftsrecht
(ohne Aussprache)
Extremismus
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. Lesung:
Nichtraucherschutz
Anträge:
Dopingbekämpfung im Sport
Alkoholmissbrauch
Sozialgesetzbuch XII
(ohne Aussprache)
Patientenverfügung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Rente mit 67
Bericht d. Bürgerbeauftragten
Jugendhilfe und Schule
(ohne Aussprache)
Frühförderung
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesungen:
Bodenschutz / Altlasten
(ohne Aussprache)
Abfallwirtschaft
(ohne Aussprache)
Anträge:
Kohlekraftwerke
Holz-Zertifizierung
Australisches Giftmüll
Berichte:
Umgebungslärm-Richtlinie
Umweltbildung
Klimaschutz
(ohne Aussprache)
Atomausstieg
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

2. Lesung:
ÖPNV-Gesetz
Antrag:
Hafenkooperation

F i n a n z e nt

2. Lesung:
Landesbesoldungsgesetz
(ohne Aussprache)
Aktuelle Stunde:
Konsequenzen der Steuerentwicklung
Antrag:
Unternehmenssteuerreform
Berichte:
E-Government
Abgabenordnung
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:
Studienplätze / ZVS
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Schülerbeförderung
Antrag:
Schulanmeldung
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Meerespolitik
(ohne Aussprache)
Dienstleistungsrichtlinie
(ohne Aussprache)
Bericht:
Europabericht