Der Kapitän der Prominenten-Fußballmannschaft des
Landtages, Jürgen Weber (SPD) und Anke Spoorendonk (SSW) merkten
an, dass "die Sportverbände allein diesem Problem nicht mehr
Herr werden". Dies, so Spoorendonk, sei etwa Anfang des Jahres
deutlich geworden, als der Geschäftsführer der Nationalen
Anti-Doping-Agentur Deutschland (NADA) zurücktreten musste, weil
die Dopingexperten es versäumt hatte, ausreichend Kontrollen
vorzunehmen. Weber ergänzte, da der Sport allein nicht zu
effektiven Gegenmaßnahmen in der Lage sei, müsse der Staat mit
zusätzlichen Regelungen einschreiten.
Niclas Herbst (CDU) und Innenminister Ralf Stegner
(SPD) erinnerten an das Anti-Doping-Paket des Landessportverbandes,
der zudem kürzlich einen Anti-Dopingbeauftragten ins Amt gehoben
hat. Minister Stegner sprach sich im Gegensatz zum Grünen-Antrag
gegen eine Strafrechtsänderung bei Selbstdoping aus und forderte
dazu auf, den Kampf "international zu führen". Herbst
warnte aber davor, den Sport grundsätzlich "zu
verteufeln" – mehr als 99 Prozent der Athleten seien
"sauber".
FDP: Abgrenzung sehr komplex
Generelle "Zweifel" an den Vorschlägen
der Grünen äußerte der FDP-Abgeordnete Heiner Garg. Die
Abgrenzung von Doping gegenüber erlaubten Medikamenten sei sehr
komplex und aufgrund des wissenschaftlichen Fortschritts ständig im
Flusse. Zudem sei Doping bereits schon jetzt strafbar.
Weitere Punkte des Grünen-Katalogs:
Leistungssportler sollen sich drei Doping-Kontrollen pro Jahr
außerhalb von Wettkämpfen stellen. Sollte diese Quote nicht
erreicht werden, wird die Kürzung von Fördermitteln gefordert.
Außerdem soll auf Packungsbeilagen von Arzneimitteln auf den
möglichen Doping-Effekt hingewiesen werden. Die bandenmäßige
Verbreitung von leistungssteigernden Substanzen wie auch der Betrug
im Wettbewerb sollen Straftatbestände werden. Und: Bund und Länder
sollen einen gemeinsamen Aktionsplan starten, der unter anderem eine
Aufklärungskampagne und eine verbesserte Ausbildung von
Sportlehrern in Bezug auf diese Problematik beinhalten soll. Diese
Punkte sind zum Teil auch schon im Entwurf eines
Anti-Doping-Gesetzes enthalten, das die Bundesregierung im März auf
den Weg gebracht hat.