Landtag nicht
überzeugt von einer
Norddeutschen Hafenkooperation
Große Koalition gegen gemeinsame Organisation
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SSW warnt vor Verlust von Arbeitsplätzen
Kiel (SHL/10.05.)
Der SSW ist im Plenum mit seiner Forderung für eine bessere
Kooperation der norddeutschen Nordseehäfen auf breite Ablehnung
gestoßen. Angesichts der Konkurrenzsituation zwischen Hafenstädten wie Hamburg, Wilhelmshaven und Bremerhaven bewerteten
Union und SPD ein solches Ansinnen als unrealistisch. In dieselbe
Richtung argumentierte auch Wirtschaftsminister Dietrich Austermann
(CDU), der in diesem Zusammenhang hervorhob, dass es durchaus „eine
weitgehend abgestimmte Politik" zwischen Schleswig-Holstein,
Hamburg und Niedersachsen gebe.
Trotz des Widerspruchs im Plenum wurde der
SSW-Antrag an den Wirtschaftausschuss überwiesen. Zudem stimmten
die Abgeordneten für einen Berichtsantrag von CDU und SPD, die zum
Juli von der Landesregierung Aufschluss über die Situation und
Entwicklung der schleswig-holsteinischen Häfen an der Westküste
verlangten. Das Papier soll auch Fakten zur Elbvertiefung und zum
Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals beinhalten. Vor diesem Hintergrund
betonte Wirtschaftsminister Austermann in der Debatte, dass beide
Vorhaben aktuell in den Investitionsrahmenplan aufgenommen worden
sind.
SSW: "Konkurrenz im Ausland reibt sich die Hände"
"Wir brauchen eine gemeinsame
Organisationsform, die es ausschließt, dass sich regionale Egoismen
entwickeln", warb Lars Harms (SSW) für den Vorstoß seiner
Partei. Er erinnerte an den "handfesten Krach zwischen den
Ländern wegen der geplanten Elbvertiefung". Dieser Zwist
führe dazu, dass sich die "Konkurrenz im Ausland die Hände
reibe" und "hunderttausende Arbeitsplätze in Gefahr"
geraten würden, so Harms.
Rückendeckung erhielt der SSW-Abgeordnete aus den
Reihen der Liberalen und der Grünen. Die FDP sprach sich
insbesondere für einen kurzfristigen Ausbau der Elbe und eine
langfristige Erweiterung Wilhelmshavens aus. Die Grünen warben
zudem für ein gemeinsames Seehafenkonzept. Einig waren sich die
Vertreter aller Parteien, dass der Hochwasserschutz Vorrang vor den
wirtschaftlichen Belangen haben müsse.
Gute Aussichten für deutsche Häfen
Laut einer Prognose des Bundesverkehrsministeriums
wird sich der Umschlag in den deutschen Seehäfen bis zum Jahr 2025,
gemessen am Basisjahr 2004, mehr als verdoppeln. Experten gehen von
einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,6 Prozent aus.
Damit haben die deutschen Häfen günstigere Perspektiven als die
Anlagen in Amsterdam, Rotterdam, Zeebrugge und Antwerpen, weil sie
näher an den osteuropäischen Boom-Märkten liegen. Besonders gute
Perspektiven haben der Studie zufolge Hamburg und Bremerhaven. Der
Gesamtumschlag in den deutschen Seehäfen betrug im Vorjahr laut
Zahlen des Statistischen Bundesamtes etwa 300 Millionen Tonnen.
Auch die schleswig-holsteinischen Häfen verzeichnen
Wachstumszahlen. 2006 wurden in den 30 Seehäfen des Landes nach
Informationen des Statistischen Landesamts 37,1 Millionen Tonnen
umgeschlagen, 5,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor.