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Auf dieser Seite: Holz-Zertifizierung

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Holzbeschaffungsrichtlinie in Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/1379
-Plenarprotokoll-

Grüne "auf dem Holzweg"?

Kontroverse über Zertifizierung von Holz

Kiel (SHL/10.05.) Die Grünen wollen durch Vorgaben an die Landesverwaltung sicherstellen, dass in diesem Bereich nur nachhaltig erwirtschaftetes Holz angeschafft wird, welches nach den Vorgaben des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert ist. Mit ihrem Vorstoß für eine "Holzbeschaffungsrichtlinie" befindet sich die Oppositionsfraktion nach Auffassung der Landtagsmehrheit aber "auf dem Holzweg" – lediglich der SSW stimmte zu. Die Kritik von CDU, SPD und FDP: Andere Zertifikate wie das Pan European Forest Certificate (PEFC) seien gleichwertig, eine einseitige Bevorzugung des FSC diskriminiere private und kommunale Waldbesitzer im Lande. Zudem, so hieß es im Plenum, sei der Grünen-Vorschlag zu bürokratisch.

Hintergrund der Initiative ist der Kahlschlag von Wäldern in vielen Teilen der Welt, etwa in Brasilien, Indonesien, Finnland und Russland. Diese ökologische Katastrophe, so Detlef Matthiessen (Grüne) mache es erforderlich, in Deutschland nur Holz zu verwenden, das "nachweislich aus legaler und nachhaltiger Bewirtschaftung" stammt. Er verwies auf einen entsprechenden Erlass der Bundesregierung.

Mit dem Ziel des Umweltschutzes stimmten alle Redner überein. Meinungsunterschiede gab es jedoch bei der von den Grünen angestrebten FSC-Zertifizierung. Während sich der SSW hier für "klare Aussagen" zugunsten des FSC und gegen "Gleichmacherei" mit anderen Gütezeichen aussprach, gingen die anderen Fraktionen auf Gegenkurs: Die Ablehnung des preiswerteren PEFC-Siegels sei eine "gewollte Ausgrenzung" der meisten Waldbesitzer im Lande. Zudem würden die Grünen mit ihrem "blinden Aktionismus" auf eine "monströse, kaum überprüfbarere Richtlinie" zusteuern.

Hintergrund: Verschiedene international tätige, gemeinnützige Vereine zertifizieren durch Gütesiegel die ökologisch korrekte Gewinnung des Holzes. Dies gilt neben dem von den Grünen geforderte FSC auch für das PEFC. In einer Landtagsdebatte im Juni 2002 hatten SPD, Grüne und SSW dem FSC-Siegel den Vorzug gegeben, weil es die Forderungen des Umwelt-Gipfels von Rio 1992 erfülle und die Umweltschutzorganisationen einbinde. CDU und FDP hingegen hielten bereits damals beide Zertifikate für gleichwertig.

Der Umwelt- und Agrarausschuss berät das Thema weiter.

Weitere Redner: Hartmut Hamerich (CDU), Sandra Redmann (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP), Lars Harms (SSW), Umweltminister Christian von Boetticher (CDU)

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Hintergrund:
  Die Grünen fordern die Landesregierung auf, bei der Anschaffung von Holz und Holzprodukten darauf zu achten, dass diese "aus nachhaltiger Bewirtschaftung" stammen, und dass nur legal geschlagenes Holz verwendet wird. Im Bereich des Landes wollen die Grünen nur Holz anschaffen, dass nach den Regeln des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert ist. Die "Holzbeschaffungsrichtlinie" des Landes soll sich an einer ähnlichen Vorgabe der Bundesregierung orientieren.
  Schätzungen zufolge stammt etwa die Hälfte der Tropenholz-Importe in die EU aus illegalem Holzeinschlag und -handel. So gelten zum Beispiel in Indonesien über 70 Prozent der Hölzer als illegal, in Brasilien über 60 Prozent. Hierdurch wird das ökologische Gleichgewicht in vielen Gegenden der Welt bedroht.
  Verschiedene international tätige, gemeinnützige Vereine zertifizieren durch Gütesiegel die ökologisch korrekte Gewinnung des Holzes. Dies gilt neben dem FSC auch für das Pan European Forest Certificate (PEFC). In einer Landtagsdebatte im Juni 2002 haben SPD, Grüne und SSW dem FSC-Siegel den Vorzug gegeben, weil es die Forderungen des Umwelt-Gipfels von Rio 1992 erfülle und die Umweltschutzorganisationen einbinde. CDU und FDP hingegen hielten beide Zertifikate für gleichwertig.

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