|
Niemand glücklich
über
australischen Giftmüll
Aber: Land hat
keine Verbots-Befugnisse
Kiel (SHL/11.05.)
Auch eine erneute Aussprache zu den geplanten australischen
Giftmülltransporten nach Brunsbüttel hat keine neuen Erkenntnisse
gebracht. Einem Grünen-Antrag, der Landtag solle die Verbringung
des Giftmülls ablehnen, versagten die übrigen Fraktionen die
Zustimmung und hielten sich somit an die Empfehlung des Umwelt- und
Agrarausschusses. Zwar standen alle Redner dem Vorhaben kritisch
gegenüber, doch wurde bezweifelt, ob das Land hier überhaupt
Eingriffsmöglichkeiten habe. Wie schon in der Plenarsitzung im
Februar
(plenum-online,
Februar
2007) erklärte Umweltminister Christian von
Boetticher (CDU), dass die Entscheidung beim staatlichen Umweltamt
liege. Eine Genehmigung werde grundsätzlich erst erteilt, wenn die
australischen Behörden den Nachweis erbringen, dass es vor Ort
keine geeigneten Kapazitäten zur Beseitigung des Giftmülls gibt.
Hintergrund: Der australische Chemie- und
Sprengstoffhersteller Orica will 22.000 Tonnen Abfälle, die auch
mit dem hochgiftigen Stoff Hexachlorbenzol (HCB) belastet sind, in
den kommenden Monaten nach Deutschland verbringen. Der Abfall soll
in Brunsbüttel verbrannt beziehungsweise auf Sonderdeponien in
Nordrhein-Westfalen gelagert werden. Das krebserregende HCB ist seit
1981 als Pflanzenschutzmittel in Deutschland nicht mehr zugelassen
und seit 2004 weltweit verboten. Die Grünen sehen eine Gefahr für
die Bevölkerung und fordern die Einhaltung des "Baseler
Übereinkommens über die Kontrolle der grenzüberschreitenden
Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung" aus
dem Jahr 1989. Darin wird unter anderem gefordert, Giftmüll im
eigenen Land zu verbrennen.
Hauptredner:
Axel Bernstein (CDU), Olaf Schulze (SPD), Günther
Hildebrand (FDP), Detlef Matthiessen (Grüne), Lars Harms (SSW)
Hintergrund:
Der Umwelt- und Agrarausschuss empfiehlt dem
Landtag, einen bereits im Februar beratenen Grünen-Antrag
abzulehnen, der sich gegen den geplanten Import von
großen Mengen Giftmüll aus Australien nach Deutschland
wendet. CDU, SPD und FDP stimmten im Ausschuss gegen das
Grünen-Papier. In der Plenardebatte im Februar hatten
sich die anderen Fraktionen zwar auch kritisch zu dem
Vorhaben geäußert. Sie hatten aber bezweifelt, ob das
Land hier Eingriffsmöglichkeiten hat und auf das
wirtschaftliche Potential von Müll-Importen für die
deutsche Entsorgungsindustrie verwiesen. (plenum-online,
Februar
2007)
Der australische Chemie- und Sprengstoffhersteller
Orica will 22.000 Tonnen Abfälle vom fünften Kontinent,
die mit dem hochgiftigen Stoff Hexachlorbenzol (HCB)
belastet sind, in den kommenden Monaten nach Deutschland
verbringen. Der Abfall soll in Brunsbüttel verbrannt
beziehungsweise auf Sonderdeponien in Nordrhein-Westfalen
gelagert werden. Das krebserregende HCB ist seit 1981 als
Pflanzenschutzmittel in Deutschland nicht mehr zugelassen
und seit 2004 weltweit verboten. Die Grünen sehen eine
Gefahr für die Bevölkerung und fordern die Einhaltung
des "Baseler Übereinkommens über die Kontrolle der
grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle
und ihrer Entsorgung" aus dem Jahr 1989. Darin wird
unter anderem gefordert, Giftmüll im eigenen Land zu
verbrennen.
Der Müll-Import nach Deutschland hat in den
vergangenen Jahren zugenommen. Wegen großer
Überkapazitäten versuchen deutsche Verbrennungsanlagen,
in der ganzen Welt giftige Abfälle wie
Industrieschlämme, Pestizide oder Lösemittel zu
akquirieren, um sie in Deutschland zu verbrennen.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich in
einem Interview positiv zu diesem Trend geäußert:
Deutschland übernehme mit seinen sehr guten Anlagen zur
Sondermüllverbrennung ein Stück umweltpolitische
Verantwortung. Es sei besser, das Gift hier zu verbrennen
als es irgendwo auf der Welt unsachgemäß zu lagern, so
der Minister. Seit dem Jahr 2000 hat sich Medienberichten
zufolge die jährliche Einfuhr gefährlicher Stoffe nach
Deutschland auf mehr als zwei Millionen Tonnen
verdreifacht.
|
|