"Mit dem Wahnsinn an Formularen von der Wiege
bis zur Bahre müssen wir endlich Schluss machen", erklärte
Finanzminister Rainer Wiegard (CDU). Es könne nicht angehen, dass
sich eine berufstätige Frau im Zeitalter elektronischer Medien
einen freien Tag nehmen müsse, um ihre Kinder im Kindergarten
anzumelden oder eine Mülltonne zu bestellen. "Die EU macht
Druck. Das führt uns weiter", so der Minister. "Wird
die EU-Richtlinie nicht fristgemäß umgesetzt, kommt es dazu,
dass ein Antrag, der innerhalb einer bestimmten Zeit nicht
beschieden wird, dann automatisch als erteilt bewertet wird",
machte Wilfried Wengler (CDU) ergänzend klar.
"Bisher sind die Ergebnisse des E-Governments
eher mager", bedauerte Thomas Rother (SPD). Der
Online-Formularservice etwa sei im Land nur spärlich vorhanden.
Damit sich die Situation ändere, müssten einheitliche Standards
entwickelt werden und die Träger öffentlicher Einrichtungen
stärker zusammenarbeiten. "Es ist schon einiges
geschehen", hielt ihm Wolfgang Kubicki (FDP) entgegen.
Nichtsdestotrotz müsse man zügig fortfahren und insbesondere mit
den kommunalen Spitzenverbänden schnell nach Lösungen suchen,
wie das E-Government ausgebaut werden kann.
Karl-Martin Hentschel (Grüne) kritisierte, dass
das Projektmanagement der Regierung "über drei Häuser
verteilt" sei. Wenn Finanzministerium, Innenministerium und
Staatskanzlei die Führung übernähmen, sei die Planung zum
Scheitern verurteilt. "Eine Kostenkontrolle ist nur möglich,
wenn es klare Budgets für die einzelnen Ressorts gibt. Einigen
sie sich, wer zuständig ist", appellierte er an die
Landesregierung.
Anke Spoorendonk vom SSW indes hielt nicht nur die
Sprache des mit Fachbegriffen gespickten Berichts für
unverständlich. Ihr bliebe auch unklar, wo Stellen eingespart
werden sollen. "E-Government ist kein Instrument zur
Haushaltskonsolidierung", mahnte sie und hob hervor:
"Auch der leistungsfähigste Computer kann kein persönliches
Gespräch ersetzen."
Der Bericht wurde an den Innen- und
Rechtsausschuss sowie den Finanzausschuss überwiesen.