Rente mit 67 entzweit
Plenum
CDU und SPD verteidigen Berliner Reformpläne
Kiel (SHL/11.05.) Das
Thema "Rente mit 67" hat im Plenum deutliche
Meinungsverschiedenheiten zwischen der Großen Koalition und der
Opposition hervor gerufen. Die Differenzen basierten auf einem vom
SSW beantragten Regierungsbericht über die Auswirkungen der
geplanten Arbeitszeitverlängerung sowie der Umsetzung der
"Initiative 50plus" für langzeitarbeitslose Menschen in
Schleswig-Holstein. Während Schwarz-Rot die Maßnahmen als
notwendig erachtete, um die gesetzlichen Renten zu sichern,
bezeichnete die Opposition die Reform als versteckte Rentenkürzung
beziehungsweise als "unverantwortlich" und in "hohem
Maße unsozial" so der SSW-Abgeordnete Lars Harms.
Arbeitsminister Uwe Döring (SPD) betonte dagegen,
dass die Rente mit 67 zumutbar sei, wenn sie "Hand in Hand mit
deutlich besseren Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmer"
gehe. Allerdings werde man auf die Unterschiede in den verschiedenen
Branchen Rücksicht nehmen müssen. Hier seien "noch nicht alle
Antworten gefunden", sagte der Minister.
Ab dem Jahr 2012 soll das Renteneintrittsalter
stufenweise angehoben werden, so dass ab dem Jahr 2030 die
Jahrgänge ab 1964 erst mit 67 Jahren einen vollen Rentenanspruch
erworben haben werden. Die Bundesregierung sieht angesichts leerer
Rentenkassen keine Alternative zu der beschlossenen Regelung. Der
SSW befürchtet hingegen einen Anstieg der Altersarmut und verweist
auf zurzeit rund 1,2 Millionen Menschen über 50 Jahre ohne Arbeit.
Bei der "Initiative 50plus" erstattet der
Staat Arbeitslosen über 50 Jahren 30 bis 50 Prozent (maximal 800
Euro) der Differenz, wenn sie einen niedriger bezahlten Job
annehmen, als in der vorherigen Anstellung. Zudem werden Betriebe
dabei unterstützt, altersgerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Der Bericht wurde an die Ausschüsse für Wirtschaft
und Soziales überwiesen.
Weitere Stimmen aus dem Plenum:
Torsten Geerdts (CDU): Die Rente mit 67 und die
"Initiative 50plus" sind die notwendigen Antworten auf den
demografischen Wandel unserer Gesellschaft.
Wolfgang Baasch (SPD): Die Betriebe müssen die
Arbeitsplätze für den älteren Personenkreis entsprechend
gestalten.
Heiner Garg (FDP): Viele Menschen sind einfach
nicht in der Lage, bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten.
Angelika Birk (Grüne): Der Facharbeitermangel
könnte älteren Menschen eine Chance eröffnen. Dazu müssen aber
entsprechende Fortbildungsmaßnahmen greifen.