Die
Bundesregierung erklärt in ihrer Antwort unter anderem,
dass bis zur geplanten Unterzeichnung eines Staatsvertrages
zwischen Deutschland, Schleswig-Holstein und Dänemark noch
„eine Reihe inhaltlicher und formaler Abstimmungen
erforderlich" seien, „deren Abschluss baldmöglichst
angestrebt wird".
„Bekloppte Idee"
Zur
Finanzierung eventuell entstehender Mehrkosten gibt sich das
Bundesverkehrsministerium bedeckt: „Sollten sich die
Voraussetzungen für das Projekt oder Teile des Projekts
deutlich anders entwickeln als angenommen", dann
würden die beteiligten Staaten „die Lage aufs Neue
erörtern". Dies gelte insbesondere für die
Hinterlandanbindung im Kreis Ostholstein: Deutschland sei
bereit die Kosten hierfür zu übernehmen, „vorbehaltlich
der Konkretisierung der weiteren Planungen und
Kostenrechnungen", hieß es aus dem Bundesministerium.
Weiterer
Hintergrund der Aktuellen Stunde ist die Aussage von
Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), der laut einem
Zeitungsbericht das Projekt als „bekloppte Idee"
bezeichnet hat.
Zur Vorgeschichte
Der Bund, das
Land Schleswig-Holstein und Dänemark haben sich im Juni
vergangenen Jahres in Berlin grundsätzlich über den Bau
einer Brücke über den Fehmarnbelt geeinigt. Vorausgegangen
war ein langes Tauziehen um die Finanzierung.
Die Kosten
für die Brücke und die Hinterland-Anbindungen an Land
betragen 5,6 Milliarden Euro. Die dänische Seite soll mit
4,8 Milliarden den Löwenanteil tragen. Die deutsche Seite
muss 800 Millionen Euro für die Land-Anbindung aufbringen.
So soll für 95 Millionen Euro die Bundesstraße zwischen
Heiligenhafen und Puttgarden vierspurig ausgebaut werden.
Hier wird Schleswig-Holstein nach Angaben der
Landesregierung 60 Millionen Euro zuschießen.
Die
Bahntrasse zwischen Hamburg und Kopenhagen soll bis 2018
für 200 Millionen Euro einspurig elektrifiziert werden,
eine zweite Spur bis 2025 fertig werden, hieß es nach der
Einigung in Berlin. Das beträfe auf deutscher Seite die
Gleise zwischen Lübeck und Puttgarden. Eine
Elektrifizierung der Strecke Hamburg-Lübeck ist bis 2009
geplant. Beide Seiten wollen Geld aus dem Programm für das
transeuropäische Netz der Europäischen Union (EU)
beantragen.
Privat-Finanzierung
mit Staatsgarantien
Die
Fehmarnbelt-Brücke soll bis 2018 fertig sein und die
Fahrzeit zwischen Hamburg und Kopenhagen um knapp 60 Minuten
auf dreieinhalb Stunden verkürzen. Die private
Finanzierung, die per Staatsgarantien abgesichert wird, soll
durch Mauteinnahmen abgedeckt werden. Die Maut wird bei rund
50 Euro anfangen.
Erste
Reaktionen fielen unterschiedlich aus: Lob kam von den
Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg, der
CDU, der SPD, der FDP und der Wirtschaft. Kritisch
äußerten sich Grüne, SSW, Naturschützer, Brückengegner
auf Fehmarn und Vertreter des Lübecker Hafens. Während
sich die Befürworter wirtschaftliche Impulse erhoffen,
befürchten die Gegner ein finanzielles Scheitern sowie
Schäden für die Umwelt.