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Auf dieser
Seite: Religion
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Top 10:
Situation der Kirchen und
Religionsgemeinschaften
in Schleswig-Holstein
Große Anfrage der Fraktion der SPD – Drucksache 16/1646
Antwort der Landesregierung
/ Federführend ist der
Ministerpräsident |
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Kirchen und Religionsgemeinschaften:
„Prägende Akteure unserer Zivilgesellschaft"
Kiel
(SHL/29.05.). In Zeiten rückläufiger Mitgliederzahlen und
schrumpfender Steuereinnahmen hat Ministerpräsident Peter Harry
Carstensen (CDU/Foto)
die Bedeutung der Kirchen und Religionsgemeinschaften für das
Land Schleswig-Holstein hervorgehoben. Sie seien „prägende
Akteure unserer Zivilgesellschaft" und würden „mit großem
Einsatz und großem Verantwortungsbewusstsein großartige
Leistungen" erbringen, konstatierte Carstensen in der Debatte
zu der Antwort auf eine von der SPD beantragten Großen Anfrage.
Als Beispiel nannte der Regierungschef die
Kindertagesstätten, von denen ein Drittel in kirchlicher
Trägerschaft sind. Er warnte aber auch davor, die Kirchen nur als
„soziale Dienstleister" anzusehen. „Die Menschen finden Halt
in ihrer Religion", nahm der Ministerpräsident die
geistliche Bedeutung von Kirche in den Blick.
Zahl der Kirchenaustritte gebremst
Überdies sei er froh, dass die Zahl der
Kirchenaustritte im Land deutlich abgenommen hat. Betrugen sie
1999 noch 16.109 Personen pro Jahr, seien sie 2006 auf 9.500
gesunken. Insgesamt ist die Zahl der Kirchenmitglieder der
evangelischen Kirche von 2,3 Millionen auf zwei Millionen
Mitglieder zurückgegangen. Die Zahl der Katholiken ist
demgegenüber in den vergangenen zehn Jahren konstant bei etwa
173.000 geblieben. Allerdings ist die Zahl der Taufen und der
Bestattungen, die von den beiden großen christlichen Kirchen
begleitet wurden, seit den 90er Jahren kontinuierlich gesunken.
Die Debatte verfolgten hochrangige Mitglieder der
Kirchen und Glaubensgemeinschaften im Land, darunter auch ein
Vertreter der 70.000 Muslime sowie der jüdischen Gemeinde in
Schleswig-Holstein. Das Plenum bekannte sich ausdrücklich zu
Religionsfreiheit und Toleranz.
Stimmen aus dem Plenum:
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Rolf Fischer (SPD):
Religion ist nicht mehr nur Privatsache, sie ist wieder
öffentlicher, über sie wird gesprochen und sie hat neue
Anknüpfungspunkte zur Politik gefunden. Das sind Elemente
eines Wandlungsprozesses, den wir heute erleben und der sich
durch unsere Gesellschaft zieht.
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| Herlich Marie
Todsen-Reese (CDU): Die Kirchen sind finanziell nicht
auf Rosen gebettet. Vor diesem Hintergrund sind die
kritischen Anmerkungen des Landesrechnungshofes zu den
Zahlungen des Landes Schleswig-Holstein an die Nordelbische
Kirche wenig hilfreich.
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Ekkehard Klug (FDP):
Das Engagement der Kirchen-, Religions- und
Weltanschauungsgemeinschaften trägt wesentlich zur
gesellschaftlichen Wertebildung und einer lebhaften
Bürgerschaft bei.
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Angelika Birk (Grüne):
Auch die Anerkennung der kleinen Glaubensgemeinschaften ist
wichtig. Deshalb wäre es wünschenswert, dass es diesen
leichter gemacht wird, Räume zu finden, in denen sie ihre
Religion mit Würde ausüben können – statt sie in alte
Gewerberäume abzudrängen.
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| Anke Spoorendonk (SSW):
Die Zeiten der Massenaustritte aus den christlichen Kirchen
scheinen vorbei zu sein. Seit zehn Jahren sind die
Mitgliedszahlen vergleichsweise stabil. Dennoch steht die
Nordelbische Kirche mit der Gründung der neuen Nordkirche
vor großen Veränderungen.
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Hintergrund:
Der Landtag debattiert die Antwort der Landesregierung
auf eine Große Anfrage der SPD zur "Situation der
Kirchen und Religionsgemeinschaften in
Schleswig-Holstein".
Die Zahl
der Kirchenmitglieder der evangelischen Kirche sank
demnach von 2,3 Millionen auf 2 Millionen Mitglieder. Die
Antwort auf die Anfrage macht aber auch deutlich, dass die
Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche sich fast
halbiert hat. Betrug sie 1999 noch 16.109 Personen pro
Jahr, so ist sie 2006 auf 9.500 gesunken. Die Zahl der
Katholiken im Lande ist demgegenüber in den vergangenen
zehn Jahren konstant bei etwa 173.000 geblieben.
Allerdings ist die Zahl der Taufen und der Bestattungen,
die von den beiden großen christlichen Kirchen begleitet
wurden, seit den 90er Jahren kontinuierlich gesunken.
Kirchensteueraufkommen seit Jahren rückläufig
Für die
evangelische Kirche wird ein erheblicher Rückgang beim
Kirchensteueraufkommen sichtbar. Erhielt 1997 die
evangelische Kirche in Schleswig-Holstein noch 207
Millionen Euro, so sank dieser Betrag bis 2006 auf 166
Millionen. Die Steuereinnahmen der katholischen Kirche
sank in diesem Zeitraum leicht von 29,6 auf 28,2 Millionen
Euro. Aus Landesmitteln erhielt die evangelische Kirche im
Vorjahr rund 10,7 Millionen Euro, die Katholiken bekamen
188.000.
Die Kirchen
übernehmen nach Überzeugung der für den Bericht
verantwortlichen Staatskanzlei eine besondere
gemeinschaftliche Rolle, die sich in vielfältigen
diakonischen Aufgaben niederschlägt: Etwa 44.000 Personen
sind ehrenamtliche Helfer in der Diakonischen Arbeit der
Kirche. Beispielsweise leisten 70 kirchliche Einrichtungen
in Schleswig-Holstein die schwierige Hospizarbeit
Keine Angaben zu christlich-orthodoxen Kirchen
und islamischen Gemeinschaften
Die Antwort
auf die Anfrage zeigt auch, dass sich die Anzahl der
jüdischen Zuwanderer reduziert hat: Kamen 1998 noch etwa
656 Menschen jüdischen Glaubens nach Schleswig-Holstein,
so waren es 2007 nur noch 21. Etwa 1.800 Personen
gehörten 2007 den jüdischen Gemeinden im Lande an. Über
die Mitgliedszahlen der christlich-orthodoxen Kirchen wie
der islamischen Gemeinschaften liegen der Landesregierung
nach eigenen Angaben keine Informationen vor.
weiter Info: Debatte zum
Religionsunterricht im Lande in plenum-online, November 2007
Stichwort: Große
Anfrage
Eine Fraktion oder mindestens 18 Abgeordnete können eine
Große Anfrage an die Landesregierung stellen. An die
Beantwortung soll sich eine Aussprache im Landtag anschließen.
Kann eine Anfrage nicht innerhalb eines Monats beantworten
werden, so muss der Präsident die Große Anfrage auf
Verlangen der Fragestellenden auf die Tagesordnung der nächsten
Plenarsitzung setzen.
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