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Auf dieser Seite: Verkehrsinfrastruktur 

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Top 13:
Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur
im Landesteil Schleswig
Antrag der Abgeordneten des SSW
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drs. 16/2091
Drucksache: 16/2044
-Plenarprotokoll-

Verkehrsinfrastrukturprojekte:
Bremst Fehmarn-Belt-Querung den Landesteil Schleswig aus?

Kiel (SHL/30.05.) Im Zuge der geplanten Fehmarn-Belt-Querung hat der SSW davor gewarnt, den Landesteil Schleswig bei künftigen Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen zu vernachlässigen. „Der Norden darf nicht abgehängt werden", begründete Lars Harms (SSW) einen Antrag seiner Partei, der die Umsetzung einer Vielzahl von Verkehrsprojekten nördlich des Nord-Ostsee-Kanals forderte. Im Grundsatz stimmte das Plenum dieser Intention zu. Aber: Vertreter der Großen Koalition, die dem SSW auch vorwarfen, Stimmungsmache gegen das Brückenprojekt zu machen, verwiesen auf bereits geplante und im Bau befindliche Projekte. Und die Oppositionskollegen von FDP und Grünen monierten, dass der SSW Vorschläge für die Finanzierung seiner Forderungen schuldig bliebe.

Vor diesem Hintergrund stimmten CDU, SPD und FDP für einen nachgereichten Koalitions-Antrag, mit dem Unterstützung für die Initiativen der Landesregierung erklärt wird – unter anderem für den Neubau der Schlei-Brücke in Lindaunis oder den sechsspurigen Ausbau der A7. Überdies wiesen die Regierungsfraktionen auf das kürzlich verabschiedete Strategiepapier zum grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Schleswig-Holstein und der Region Süddänemark hin.

Im abgelehnten SSW-Antrag wurde unter anderem der dreispurige Ausbau der Autobahnstrecke von Kolding bis Hamburg oder die Prüfung des Baus eines Eisenbahn-Tunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal als Ersatz für die Rendsburger Hochbrücke gefordert.

„So viel Gemeinsamkeit zwischen Deutschland
und Dänemark gab es noch nie"

Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) wies darauf hin, dass Schleswig-Holstein eng mit der dänische Regierung bei der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im Landesteil Schleswig zusammenarbeite. „So viel Gemeinsamkeit zwischen Deutschland und Dänemark gab es noch nie", betonte er. Zahlreiche wichtige Schienen- und Straßenprojekte kämen gut voran, darunter auch die Sanierung der Rendsburger Eisenbahn-Hochbrücke. Der Ersatz der Brücke in Form eines Tunnels sei zwar eine gemeinsame Vision von CDU und SPD, "aber keine Maßnahme, die heute oder morgen umgesetzt werden muss".

Weitere Redner: Johannes Callsen (CDU), Thomas Hölck (SPD), Heiner Garg (FDP), Detlef Matthiessen (Grüne)

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Hintergrund:
Der SSW fordert die Landesregierung auf, sich für bessere Verkehrswege im Landesteil Schleswig einzusetzen. Dessen Entwicklung werde dadurch ausgebremst, dass Schienen- und Straßenverbindungen häufig in einem schlechten Zustand seien. Zahlreiche Verkehrsadern müssten nachgebessert werden, etwa die Rendsburger Hochbrücke: Hier sei ein Bypass in Form eines Eisenbahntunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal nötig. Die Autobahn 7 müsse von Neumünster bis Kolding sechsspurig werden, und auch die Bundesstraße 5 in Dithmarschen und Nordfriesland brauche in beiden Richtungen eine dritte Fahrbahn.

Weitere Punkte des Forderungskatalogs: Die A20 mit der Elbquerung westlich von Hamburg müsse zügig fertig gestellt und die Bahnstrecke Hamburg-Westerland modernisiert werden. Zudem regt der SSW den Ausbau der Schienenstrecke Niebüll-Tondern-Esbjerg und die Erneuerung der alten Schlei-Klappbrücke bei Lindaunis an. Und: die Insel Amrum müsse auch bei Ebbe besser erreichbar werden. All diese Maßnahmen seien Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region. Die Kosten für die Hinterlandanbindung der geplanten Fehmarnbeltquerung im Kreis Ostholstein dürften nicht dazu führen, dass der nördliche Landesteil weniger Infrastrukturmittel erhält, so die Position des SSW.

   Erste Maßnahmen angepeilt

Unterdessen zeichnet sich eine baldige Umsetzung einiger Vorschläge des SSW ab: Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und der Vorsitzende der Region Syddanmark, Carl Holst, haben in der Vorwoche im dänischen Pattburg ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, in dem eine bessere Abstimmung bei Verkehrsprojekten angestrebt wird. So seien die beiden Partner sich einig, dass auf

schleswig-holsteinischer Seite die A20 erweitert, die A 7 auf sechs Streifen ausgebaut und die Eisenbahnhochbrücke bei Rendsburg modernisiert werden müssten.

In Dänemark sollen Autobahnen ausgebaut und der internationale Flughafens Billund an die Städte Ostjütlands angebunden werden. Das Kooperationsabkommen soll als Basis für Verhandlungen mit den jeweiligen Regierungen in Kopenhagen und Berlin sowie mit der EU dienen. In dieser Woche

will Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) zudem mit Dänemarks Verkehrsministerin Carina Christensen über das gemeinsame Verkehrskonzept sprechen.

   Grenzpendler brauchen Verkewhrswege

Zudem will die Landesregierung die Attraktivität der Bahnstrecke Niebüll-Tondern-Esbjerg „weiter erhöhen". Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD hervor (Drucksache 16/2001). Der grenzüberschreitende Ausbau der Verkehrswege sei auch deshalb nötig, weil die Zahl der Grenzpendler zwischen den Jahren 2000 und 2008 von 2.500 auf knapp 13.000 erhöht hat, wobei vor allem deutsche Arbeitnehmer nach Dänemark fahren. Der Güterverkehr sei ebenfalls massiv angewachsen.

Auch den Ausbau der A23 entlang der Westküste bis nach Esbjerg und damit die Umwandlung der B5 in eine Autobahn will die Landesregierung in den Bundesverkehrswegeplan schreiben. Der Versuch, die Elektrifizierung der Schienentrasse von Itzehoe bis Westerland als vordringlicher Bedarf in dem Bundesplan zu verankern, sei allerdings gescheitert, so das Landesverkehrsministerium.

   Ziele der Koalition

In einem nachgereichten Antrag bekennt sich die Koalition zu folgenden Punkten: vordringliche Planung und Bau der A20 mit westlicher Elbquerung mit dem Ziel der Gesamtfertigstellung im Jahr 2015, sechsspuriger Ausbau der A7 zwischen Hamburg und dem Autobahndreieck Bordesholm, Instandsetzung der L192 (Grenzstraße), Modernisierung der Bahnstrecke Hamburg – Westerland, den Ausbau der Bahnstrecke Niebüll – Tondern – Esbjerg, 3-streifige Verkehrsführung der B5 zwischen Tönning und Husum sowie Neubau der Ortsumgehung Hattstedt – Bredstedt, Ausbau der B199 im Bereich Handewitt, Neubau der Schleibrücke Lindaunis bis 2012 zusammen mit der DB AG, Tide-unabhängige Anbindung der Insel Amrum.

Weitere Info: Debatte zur Verkehrsinfrastruktur im Land, in 
plenum-online, November 2005

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