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Deutschland braucht kein FBI: BKA-Gesetz
im Bundesrat ablehnen!
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/2053
-Plenarprotokoll-

Diskussion um BKA-Gesetz
Opposition lehnt
Schäuble-Katalog ab

Kiel (SHL/29.05). Das von der Bundesregierung geplante BKA-Gesetz spaltet den Landtag: Während die Oppositionsparteien dem so genannten Schäuble-Katalog zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus äußerst kritisch gegenüberstehen, befürworten Union und SPD eine Ausweitung der Rechte für das Bundeskriminalamt. Ein Vorstoß der Grünen, das Gesetz über eine Bundesratsinitiative stoppen zu lassen, wurde zur Beratung an den Innen- und Rechtsausschuss überwiesen. Das Gesetz sei noch nicht in den Bundestag eingebracht worden; bislang gebe es nur einen Referentenentwurf, hieß es zur Begründung seitens der Koalition, der FDP und des SSW. 

Durch das geplante Gesetz, das verschiedene Überwachungsinstrumentarien beinhalten soll, werde „unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung die klare Kompetenzverteilung zwischen Bundes- und Landespolizei aufgehoben", begründete Karl-Martin Hentschel (Grüne) den Vorstoß seiner Partei. Das Bundeskriminalamt könne somit eigenständig wie das amerikanische FBI agieren. Seine Bedenken wurden von den Liberalen und vom SSW geteilt.

Hay: Zusammenarbeit zwischen Landespolizei und Bundeskriminalamt könnte leiden

Auch Innenminister Lothar Hay (SPD) warnte vor einer „weiteren Zuständigkeit, die neben der der Länder steht". Dies würde die gute Zusammenarbeit zwischen Landespolizei und Bundeskriminalamt behindern. Dagegen betonten CDU und SPD in der Debatte die Notwendigkeit des Gesetzes für eine bessere Gefahrenabwehr.

Zu den vom Bundesinnenministerium anvisierten gesetzlichen Neuregelungen gehören, dass Beamte des Bundeskriminalamtes Wohnungen von Verdächtigen heimlich betreten und mit Wanzen oder Videokameras bestücken können. Ebenso sollen sie Telefone abhören, Briefe und E-Mails mitlesen und mittels der Online-Durchsuchung Computer-Festplatten durchstöbern können. Die Betroffenen müssen erst nach einem Monat informiert werden.

Im Rahmen der ersten Föderalismusreform im Jahr 2006 hat der Bund die ausschließliche Kompetenz für „die Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt in Fällen, in denen eine länderübergreifende Gefahr vorliegt", erhalten. Die Grünen fürchten, dass der BKA-Gesetzentwurf diese Vorgaben des Grundgesetzes überdehnt.

Weitere Hauptredner: Peter Lehnert (CDU), Klaus-Peter Puls (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP), Anke Spoorendonk (SSW)

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Hintergrund:
Die Grünen üben massive Kritik am Entwurf des Bundesinnenministerium für ein neues BKA-Gesetz und fordern die Landesregierung auf, es im Bundesrat abzulehnen. Sie bemängeln, das „Gesetz zur Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt" greife in grundgesetzlich verankerte Persönlichkeitsrechte sowie in die Länderhoheit für die polizeiliche Gefahrenabwehr ein.

   Probleme mit den Grundrechten

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Beamte des Bundeskriminalamtes Wohnungen von Verdächtigen heimlich betreten und mit Wanzen oder Videokameras bestücken können. Ebenso sollen sie Telefone abhören, Briefe und E-Mails mitlesen und mittels der Online-Durchsuchung Computer-Festplatten durchstöbern können. Die Betroffenen müssen erst nach einem Monat informiert werden. Diese vorgesehenen Schritte, so die Landtagsgrünen, stellen „massive Grundrechtseingriffe" dar und sind „unverhältnismäßig". Sie berufen sich dabei auch auf die vom Bundesverfassungsgericht im Februar 2007 aufgestellten Vorgaben zur Online-Durchsuchung.

   Probleme mit dem Föderalismus

Im Rahmen der ersten Föderalismusreform im Jahr 2006 hat der Bund die ausschließliche Kompetenz für „die Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt in Fällen, in denen eine länderübergreifende Gefahr vorliegt", erhalten. Die Grünen haben nun Bedenken, dass der BKA-Gesetzentwurf diese Vorgaben des Grundgesetzes überdehnt. Als Ergebnis befürchten sie „Kompetenzkonflikte und Reibungsverluste" zwischen Bundes- und Landesbehörden. Der geplante Zugriff des Bundes auf die Terror-Prävention geschehe zudem „ohne Not", denn „die Landespolizeibehörden arbeiten derzeit erfolgreich".

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