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Auf dieser Seite: Pendlerpauschale 

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Top 26:
Einschränkung der Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte rückgängig machen
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD
Änderungsantrag der B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 16/2090
Drucksache: 16/2077
-Plenarprotokoll-

Landtag fordert Pendlerpauschale vom ersten Kilometer an

Wiegard spricht von möglichen 34 Millionen Euro Mindereinnahmen für Schleswig-Holstein

Kiel (SHL/lno/28.05.) Der schleswig-holsteinische Landtag hat die Bundesregierung aufgefordert, die Pendlerpauschale wieder vom ersten Kilometer an einzuführen. Ein Antrag von CDU und SPD wurde mit Unterstützung von FDP und SSW angenommen. Rund 78 Prozent der Beschäftigten fahren weniger als 20 Kilometer zur Arbeit, wie der CDU-Finanzpolitiker Frank Sauter sagte. Diese würden durch die geltende gesetzliche Regelung nicht erfasst. Die Koalition in Berlin hatte die Pauschale 2007 abgeschafft und durch eine Härtefallregelung für Fernpendler vom 21. Kilometer an ersetzt.

Einzig die Grünen lehnten den Vorstoß ab: Sie hatten in einem eigenen Antrag vergeblich angemahnt, die Höhe des Kilometersatzes so zu bemessen, "dass keine zusätzlichen Defizite für die öffentlichen Haushalte entstehen". Der schwarz-rote Antrag sei „unseriös, weil er die Frage ausspart, wo das Steuerminus im Bund von 2,5 Milliarden Euro herkommen soll", so Monika Heinold (Grüne). Die Oppositionspartei hatte deshalb die Auszahlung einer geringeren Kilometerpauschale vorgeschlagen. Dies wurde vom restlichen Plenum zurückgewiesen.

Haushaltssorgen

Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) betonte, man werde „im Laufe des Beratungsverfahrens darüber reden" müssen, wie eine Entlastung möglich sei. Für Schleswig-Holstein gehe es um Mindereinnahmen von 34 Millionen Euro.

Anna Schlosser-Keichel (SPD) zeigte sich davon überzeugt, dass das Bundesverfassungsgericht die Pendlerpauschale als verfassungswidrig verwerfen werde. Deshalb solle man diese „höchstrichterliche Entscheidung gar nicht erst abwarten" – auch um den Finanzämtern den Mehraufwand zu ersparen.

„Raubrittertum"

Wolfgang Kubicki (FDP) brandmarkte die derzeitige Regelung der Pendlerpauschale als „Raubrittertum", von dem die Menschen in Schleswig-Holstein als Flächenland „überproportional betroffen" seien. Auch Anke Spoorendonk (SSW) begrüßte die Initiative von CDU und SPD zur Entlastung der Pendler. Gleichwohl nannte sie den Vorstoß wenig glaubhaft: Vielmehr handele es sich um ein Wahlgeschenk, auf das die Wähler bei der jüngsten Kommunalwahl „Gott sei Dank nicht hereingefallen sind".

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Hintergrund:
Die Große Koalition in Schleswig-Holstein fordert die Wiedereinführung der Pendlerpauschale vom ersten Kilometer an. In einem gemeinsamen Antrag von CDU und SPD wird der Bundestag aufgefordert, die Einschränkung der Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zurückzunehmen. Die Große Koalition in Berlin hatte die Pauschale 2007 als Teil des Subventionsabbaus abgeschafft und durch eine Härtefallregelung für Fernpendler vom 21. Kilometer an ersetzt.

Zuvor konnte der einfache Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bis zu einer Entfernung von zehn Kilometern mit je 0,36 Euro, ab elf Kilometern mit je 0,40 Euro als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden. Dabei war es unerheblich, ob der Weg zur Arbeit mit dem Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt wird, ob Fahrgemeinschaften gebildet werden oder nicht. Bis zu einem Höchstbetrag von 5.112 Euro jährlich verlangte das Finanzamt keine Nachweise. Über diesen Deckelungsbetrag hinaus mussten dem Finanzamt Belege, wie zum Beispiel Fahrkarten, Fahrtenbuch oder Quittungen vorgelegt werden.

   Weitere Ideen

Angesichts der zuletzt steigenden Benzinpreise haben Vertreter verschiedener Parteien steuerliche Entlastungen für Autofahrer angeregt. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) spricht sich ebenfalls für eine Rückkehr zur Entfernungspauschale ab dem ersten Kilometer aus. Demgegenüber fordert Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) eine einkommensabhängige Pauschale, von der vor allem Geringverdiener profitieren würden. Seitens der FDP wird eine Absenkung der Ökosteuer ins Spiel gebracht.

Aktuell: In einem am Vorabend der Tagung eingereichten Änderungsantrag fordern die Grünen, die Höhe des Kilometersatzes solle so bemessen werden, "dass keine zusätzlichen Defizite für die öffentlichen 'Haushalte entstehen".

letzte Debatte zum Thema:
 plenum-online,  August 2003

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