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Top 39: Belastungs- und qualitätsgerechte Ausgestaltung des verkürzten gymnasialen Bildungsganges (G 8) Landtagsbeschluss vom 28. Februar 2008 – Drs. 16/1911 Federführend ist das Ministerium für Bildung und Frauen – Drucksache 16/1948 |
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Bildungsministerin optimistisch: Turbo-Abi führt nicht zur Überlastung Opposition sieht Gymnasien schlecht vorbereitet Kiel (SHL/28.05.) Das achtjährige Gymnasium (G 8), das in Schleswig-Holstein nach den diesjährigen Sommerferien an den Start geht, wird zu „keiner automatischen Überlastung" der Schüler führen. Mit dieser positiven Aussicht schickte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) die ersten Sextaner im Lande in Richtung Turbo-Abi. Voraussetzung für das Gelingen der Reform sei allerdings, dass die Schulen ihre Möglichkeiten zur flexiblen Gestaltung des Unterrichts, etwa durch die neue Kontingent-Stundentafel, selbständig nutzten. Die Ministerin stieß mit ihrem Bericht, den die Koalition angefordert hatte, aber vor allem bei FDP und Grünen auf Kritik: Die Landesregierung lasse Lehrer und Schüler „im Stich". Bundesweit wird seit Monaten eine kontroverse Diskussion über eine mögliche Überlastung der Schüler durch G 8 geführt. Schleswig-Holstein ist das vorletzte Bundesland, das auf G 8 umsteigt. Im Norden war die Neuerung zunächst in einem Modellversuch an acht Gymnasien getestet worden. Diese gründliche Vorgehensweise habe sich bewährt, betonte die Ministerin. Ein zentrales Element der Verkürzung der Schulzeit sei die Stärkung des Ganztagsunterrichts. Erdsiek-Rave verwies darauf, dass inzwischen 89 der 99 Gymnasien im Lande ein Mittagsangebot hätten und bereits 63 Oberschulen Ganztagsbetreuung anböten. „Herausforderung für die Schüler" Durch die Schulzeitverkürzung erhöhe sich die Wochenstundenzahl bis zur 9. Klasse lediglich um zwei Stunden, unterstrich Sylvia Eisenberg (CDU). Zudem würden den Gymnasien 36 neue Planstellen im nächsten Schuljahr zur Verfügung gestellt. Eine „Entrümpelung der Lehrpläne" sei vor diesem Hintergrund nicht notwendig. Henning Höppner (SPD) sah durchaus eine „Herausforderung für die Schüler" durch G8. Es gebe hierzu aber „keine Alternative", weil 14 andere Länder bereits die Verkürzung vollzogen hätten. Die Lehrer forderte er auf, den Schülern „keine unrealistische Mehrbelastung" aufzubürden. Schwarz-Rot „verweigert unerlässliche Rahmenbedingungen" „Die Große Koalition verweigert den Gymnasien die für eine Schulzeitverkürzung unerlässlichen Rahmenbedingungen", argwöhnte dagegen Ekkehard Klug (FDP). So bekämen die Schulen bislang keine Landeszuschüsse für den Betrieb von Ganztagsangeboten. Und: „Die Schulen erhalten nicht die Lehrerstellen, die sie in Anbetracht ihrer Schülerzahlen und des Mehrbedarfs für die Umsetzung von G 8 benötigen." Auch Angelika Birk (Grüne) forderte mehr Lehrer, da die Schülerzahl in den letzten Jahrzehnten massiv gestiegen sei, die der Lehrer jedoch nur mäßig. „In diese Situation trifft nun G 8", mahnte sie. Anke Spoorendonk (SSW) rückte die Interessen lernschwächerer Schüler in den Blickpunkt: „Wenn wir nicht wollen, dass der kurze Weg zum Abitur nur den Kindern aus besseren Familien offen steht, müssen wir ernsthafte Anstrengungen unternehmen, damit professionelle Angebote am Nachmittag zur Verfügung stehen." Der Bildungsausschuss berät weiter. |
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