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Auf dieser Seite: Dringlichkeit – HSH Nordbank

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Dringlichkeit: 
Bericht über die aktuelle Lage der HSH-Nordbank
Dringlichkeitsantrag der FDP, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie der Abgeordneten des SSW

Erneute Debatte um Nordbank per Dringlichkeit 
HSH-Zukunft: Carstensen nennt Eckdaten für neue Struktur der  Landesbanken

Massive Kritik der Opposition an 
Informationspolitik der Landesregierung

Kiel (SHL/08.05.) Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) hat vor dem Landtag erste Eckpunkte zur Neustrukturierung der deutschen Landesbankenlandschaft dargelegt. Auf massives Drängen der Opposition berichtete er aus einer Gesprächsrunde der Ministerpräsidenten mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) am letzten Dienstag in Berlin. Demnach ist eine „Zweckgesellschaft für die giftigen Papiere" im Gespräch, darunter Einlagen im Wert von rund acht Milliarden Euro aus der angeschlagenen HSH Nordbank. Dieses Volumen reiche ihm aber nicht aus, so Carstensen – die HSH wolle bis zu 90 Milliarden in eine "Bad Bank" ausgliedern. Und auch das von vielen Ländern favorisierte so genannte AIDA-Modell sei noch nicht vom Tisch, betonte der Regierungschef. Bei solchen "Anstalten in der Anstalt" soll eine öffentlich-rechtliche Bank gebildet werden, in die die Landesbanken ihre Risiken in Unteranstalten einbringen können.

Anders als in den Medien dargestellt gebe es für die Neugestaltung der Landesbanken aber noch keinen festen Zeitplan, zumal „andere Landesbanken bei der Restrukturierung noch nicht so weit sind wie wir", hob Carstensen hervor. Als Erfolg verbuchte er die Zusage Steinbrücks, die Frist, in der die Landesbanken auf den Bundes-Rettungsfonds SoFFin zugreifen können, von Ende 2009 auf Ende 2010 zu verlängern.

„Augen zu, Ohren zu und Mund zu"

Zuvor hatte die Opposition Carstensen und Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) erneut eine unzureichende Informationspolitik gegenüber dem Parlament sowie Konzeptionslosigkeit beim Umgang mit der HSH-Krise vorgeworfen. Es sei „absoluter Mist, dass wir ständig aus der Presse mehr erfahren als von Ihnen", beklagte Monika Heinold (Grüne) an die Adressen des Finanzministers. Die Strategie „Augen zu, die Ohren zu und den Mund zu", gehe ihm „langsam auf die Nerven", bekräftigte Lars Harms vom SSW. Und auch SPD-Fraktionschef Ralf Stegner kritisierte seinen Koalitionskollegen Wiegard: „Die Informationspolitik des Ministers gegenüber diesem Hause muss besser werden."

Zudem habe das Finanzministerium offenbar „keine Szenarien durchgespielt", wie die Herausforderungen der kommenden Wochen bewältigt werden sollen, fügte FDP-Fraktionschef und Oppositionsführer im Landtag, Wolfgang Kubicki, an. Dies gelte etwa für den „Vermögensschutz" für das Drei-Milliarden-Rettungspaket, das Schleswig-Holstein und Hamburg der HSH geschnürt haben. Es sei noch völlig unklar, was aus diesem Steuergeldern werde, wenn die Nordbank in einer größeren Anstalt aufgeht, konstatierte Kubicki.

Diskussion um Rating

Anlass der Debatte war die jüngste Herabstufung der HSH Nordbank durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Es sei zu befürchten, dass Einlagen abfließen werden und die Refinanzierungsbedingungen sich verschlechtern, sagte Finanzminister Wiegard. Er hoffe aber, das Rating werde wieder steigen, wenn das neue Geschäftsmodell der Bank greife. Diesen Optimismus teilte die Grünen-Finanzexpertin Heinold nicht. Insbesondere die Segmente Immobilien und Schiffbau, auf die die HSH sich künftig konzentrieren will, seien von der Finanzkrise besonders betroffen. Demgegenüber rief Frank Sauter (CDU) dazu auf, „Kurs zu halten". Denn: „Auch Ratingagenturen sind nicht unfehlbar."

Ein weitere Punkt der Debatte: Der Finanzinvestor J.C. Flowers, der rund 25 Prozent der HSH-Anteile hält, droht mit einer Anfechtungsklage gegen den Aufsichtsrat der Nordbank. Das Gremium will die Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro am 15. Mai auf einer Hauptversammlung durchwinken. Flowers sperrt sich damit gegen eine aus seiner Sicht zu niedrige Bewertung der neu auszugebenden Aktien und fürchtet, dass sein Anteil verwässert wird. Diese Klage hat aber nach Einschätzung von Minister Wiegard „keine Aussicht auf Erfolg".

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Hintergrund:
In einem am Donnerstagmorgen eingereichten Dringlichkeitsantrag fordern FDP, Grüne und SSW erneut einen Regierungsbericht zur aktuellen Lage der angeschlagenen HSH Nordbank.

Hintergrund: Für die meisten deutschen Landesbanken könnten sich die Konditionen für die Aufnahme von Fremdkapital nach einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit durch eine internationale Rating-Agentur verschlechtern. Standard & Poor's (S&P) senkte nach eigenen Angaben vom Mittwoch Ratings von fünf deutschen Landesbanken. Die HSH Nordbank wurde im Langfrist-Rating gleich um zwei Stufen abgesenkt – von "A" auf "BBB+". Die Ratings sind eine Einschätzung zur Kreditwürdigkeit von Schuldnern.

Bei Standard & Poor's ist generell für eine Spitzenbewertung von Firmen die Stufe AAA (auf Englisch: Triple A) vorgesehen, dann folgen AA+, AA und AA- und in der nächsten Stufe A+, A und A-. Ab BB+ beginnt der spekulative Bereich, der auch „Ramschstatus" (englisch: Junk) genannt wird. Das Schlusslicht bildet C - solche Unternehmen können schon einen Insolvenzantrag gestellt haben, leisten aber weiterhin Zahlungen.

   Auch Diskussion um Kapitalerhöhung

Zudem geht es um den schwelenden Streit um die geplante Kapitalerhöhung bei der HSH Nordbank. Laut einem Zeitungsbericht hat der Finanzinvestor JC Flowers eine Anfechtungsklage gegen den Beschluss des Aufsichtsrates eingereicht, wonach die Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro am 15. Mai auf einer Hauptversammlung beschlossen werden soll, schreibt die "Financial Times Deutschland". Flowers wolle sich damit gegen eine aus seiner Sicht zu niedrige Bewertung der neu auszugebenden Aktien wehren, hieß es ohne nähere Quellenangabe. Er fürchte, dass sein Anteil von derzeit 25,7 Prozent stark verwässert wird. Weder Flowers noch die Bank wollten sich auf Anfrage der Zeitung dazu äußern.

Nach einem Verlust von 2,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr benötigt die Landesbank bis Ende Juni frisches Eigenkapital. Andernfalls droht die Finanzaufsicht mit der Schließung der Bank. Nach monatelangen politischen Tauziehen sind die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein zu einer Kapitalerhöhung bereit. Sie halten zusammen 60 Prozent. Da sich Flowers und die regionalen Sparkassen wahrscheinlich nicht daran beteiligen, würde ihr Anteil stark verwässert.

Letzte Debatte zum Thema in dieser Tagung:
plenum-online,
Mai 2008

Stichwort: Dringlichkeit
Die Tagesordnung einer Landtagssitzung steht zehn Tage vor Tagungsbeginn fest. Ein Beratungsgegenstand, der nicht auf der Tagesordnung steht, kann nur dann kurzfristig eingeschoben werden, wenn das Plenum die Dringlichkeit feststellt. Dazu sind zwei Drittel der abgegebenen Stimmen nötig. Gleichzeitig mit der Abstimmung über die Dringlichkeit wird die Einordnung des Gegenstandes in die Tagesordnung vorgenommen.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit:  
HSH Nordbank

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert...
...um Heide Moser


Herzlichen Glückwunsch... ...Holger Astrup

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Rundfunkänderungs- Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
Bauordnung / Feuermelder
(ohne Aussprache)
Planungsrecht / Entwicklungsplan
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Wahlgesetz / Wahlalter
Funktionalreform Kommunen
Verwaltungsgesetz / Meldewesen
(ohne Aussprache)
Verwaltungsgesetz / Telekommunikation
(ohne Aussprache)
Anträge:
Neuwahlen
Flüchtlingspolitik
Denkmalschutz
(ohne Aussprache)
Berichte:

Petitionsausschuss
(ohne Aussprache)

Verfassungsschutzbericht
(ohne Aussprache)

Datenschutzbericht
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Flughafen Lübeck
Bahn Segeberg-Hamburg
Funk-Frequenzbereich
CO2-Endlager
Investitionsprogramm für
den Mittelstand
Konjunkturpaket II
(ohne Aussprache)
Berichte:

Anerkennung von Abschlüssen im Ausland

CCS-Versuchsprojekt
(ohne Aussprache)

Deutsch-dänische Infrastruktur
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Antrag:
Grundstückserwerb
(ohne Aussprache)
Berichte:

HSH Nordbank

Sparkassen

Mehrwertsteuersatz

Finanzplanung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Antrag:
Barrierefreie Bauten
(ohne Aussprache)
Berichte:

Europ. Verbraucherschutz

Med. Versorgungszentren

Kindergeld / Wohngeld
(ohne Aussprache)

Frauen in Führungspositionen
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Antrag:
Gentechnik
Bericht:

Klimaschutzziele
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesung:
Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften
(ohne Aussprache)
Anträge:
Wissenschaftsminister- Konferenz
Lärmschutz in Bildungseinrichtungen
Berichte:

Denkmalschutz Uni Kiel

Volksbegehren Realschulen
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Große Anfrage:
Soziales Europa
Anträge:
Parlamentsforum Nordsee
Europaschulen
Bericht:

Europabericht 2009