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Auf dieser Seite: Flughafen Lübeck-Blankensee

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Keine Landesmittel für den Ausbau 
von Lübeck Blankensee

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Flughafen Lübeck-Blankensee: 
Land signalisiert Unterstützung

Wirtschaftsminister Jörn Biel hält  Jungfernrede im Landtag

Kiel (SHL/07.05.) Wie bereits im Januar hat die Grünen-Fraktion im Landtag vergeblich versucht, Investitionszuschüsse aus Landesmitteln für den Ausbau des Flughafens Lübeck-Blankensee zu verhindern. Mit einem entsprechenden Antrag stand die Oppositionspartei alleine im Plenum da. Einig waren sich dagegen alle Politiker bei einer weiteren Forderung der Grünen: Das Land soll nicht Betreiber des Flughafens werden. 

Anlass der erneuten Landtagsdebatte war die Stellungnahme eines Gutachters im Auftrag der direkt an den Flughafen grenzenden Gemeinde Groß Grönau. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Uhlenhorster Treuhand GmbH hatte Anfang April festgestellt, dass der Regional-Airport auch im Jahr 2020 noch rote Zahlen schreiben werde – selbst dann, wenn die angestrebten Passagierzahlen von 3,25 Millionen pro Jahr bis dahin erreicht werden sollten. Groß Grönau hat mittlerweile Klage gegen die Erweiterung beim Oberverwaltungsgericht in Schleswig eingereicht.

Hentschel: Subventionierung wäre 
„sträflicher Leichtsinn"

Grünen-Fraktionschef Karl-Martin Hentschel forderte in der Aussprache das Land auf, keine Kredite für die geplante Startbahnverlängerung oder einen neuen Terminal zur Verfügung zu stellen. Eine Subventionierung mit Steuergeldern wäre „sträflicher Leichtsinn". Denn, so Hentschels Fazit aus dem Gutachten: „Je mehr Fluggäste von Blankensee abfliegen, desto höher ist das Minus. Der Flughafen ist ein Abgrund."

Diese Meinung fand allerdings keine Unterstützung im Plenum. „Lübeck-Blankensee hat eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Region, für ganz Schleswig-Holstein", betonte Hans-Jörn Arp (CDU). „Die Chancen für den Flughafen sind hervorragend", schloss Bernd Schröder (SPD) an. Heiner Garg (FDP) meinte, der Ausbau würde „Wirtschaftskraft generieren" und Arbeitsplätze sichern beziehungsweise neue schaffen. Und für den SSW-Abgeordneten Lars Harms ist Blankensee „der einzige Flughafen im Land, der überhaupt eine Chance hat, am Markt zu bestehen".

Biel sichert „diskriminierungsfreie" 
Subventionen zu

Der neue Wirtschaftsminister im schwarz-roten Kabinett, Jörn Biel (parteilos/Foto), erklärte in seiner Jungfernrede vor den Parlament, weder die Stadt Lübeck noch die Flughafengesellschaft hätten bisher um Investitionshilfe gebeten. Sollte dies passieren, so sei eine Unterstützung „diskriminierungsfrei zu gewähren, wenn die Förderbedingungen eingehalten werden", sagte der Minister.

Der Regionalflughafen war zu Jahresbeginn in finanzielle Schieflage geraten, als der neuseeländische Investor Infratil, der einen 90-Prozent Anteil an der Betreibergesellschaft hält, seinen Rückzug angekündigt hatte. Bis 22. Oktober bleibt Infratil aber noch Betreiber, weil die Lübecker Bürgerschaft entschieden hat, die bis dahin auflaufenden Schulden von schätzungsweise 1,6 Millionen Euro zu übernehmen. Lübeck hat mittlerweile ein Markterkundungsverfahren eingeleitet, wer sich an einer Flughafengesellschaft beteiligen kann und will.

Der Wirtschaftsausschuss berät das Thema weiter.

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Hintergrund:
Die Grünen stellen sich erneut gegen den Ausbau des Regionalflughafens Lübeck-Blankensee. Sie fordern das Land auf, keine Kredite für die geplante Startbahnverlängerung, den Bau eines neuen Terminals und die weiteren vorgesehenen Baumaßnahmen zur Verfügung zu stellen, „um weiteren finanzpolitischen Schaden von der Stadt Lübeck abzuwenden". Denn, so die Prophezeiung der Grünen: „Dieser Flughafen kann nie rentabel arbeiten."

Zur Begründung verweist die Oppositionspartei auf ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Uhlenhorster Treuhand GmbH, das die am Flughafen liegende Gemeinde Groß Grönau in Auftrag gegeben und im April vorgestellt hat. Demnach wird der Regional-Airport auch im Jahr 2020 noch rote Zahlen schreiben – selbst dann, wenn die angestrebten Passagierzahlen von 3,25 Millionen pro Jahr bis dahin erreicht werden sollen. Groß Grönau hat zudem beim Oberverwaltungsgericht Schleswig gegen die im Februar durch das Landeswirtschaftsministerium erteilte Ausbaugenehmigung für den Flughafen geklagt.

  1,6 Millionen-Euro-Lücke?

Der Flughafen in der Hansestadt ist zu Jahresbeginn in die finanzielle Schieflage geraten. Der neuseeländische Investor Infratil, der einen 90-Prozent Anteil an der Betreibergesellschaft hält, hatte Mitte Januar angekündigt, sich zurückzuziehen. Grund ist das hohe Defizit; im Geschäftsjahr 2007/2008 waren es beispielsweise sechs Millionen Euro. Infratil erklärte sich aber bereit, den Betrieb bis zum Beginn des Winterflugplans am 22. Oktober weiterzuführen, wenn Lübeck die bis dahin auflaufenden Schulden übernimmt. Die belaufen sich voraussichtlich auf 1,6 Millionen Euro. Ende Januar hat die Lübecker Bürgerschaft mit großer Mehrheit der Schuldenübernahme zugestimmt, obwohl die Stadt einen tiefroten Haushalt aufweist. Das Hauptargument: Bei einem sofortigen Rückzug der Neuseeländer hätte Lübeck dem Unternehmen den Kaufpreis für seine Anteile sowie eine Entschädigung für die getätigten Investitionen erstatten müssen – dies wären rund 23 Millionen gewesen.

  Lübecks Bürgermeister optimistisch

Trotz der gegenwärtigen Probleme sieht die Stadt Lübeck ein großes Entwicklungspotential für den Flughafen. Denn: Die irische Fluggesellschaft Ryanair, die von Blankensee zurzeit acht Ziele in Europa ansteuert, will ihr Angebot erweitern. Unter anderem soll Mallorca ins Programm aufgenommen werden. Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe ist deswegen optimistisch, die Fluggastzahlen auf eine Million im Jahr 2010 und auf über drei Millionen im Jahr 2020 zu steigern. Diese Prognosen stellte er Anfang Februar im Wirtschaftsausschuss des Landtages vor. Vor diesem Hintergrund kündigte Wirtschafts-Staatssekretärin Karin Wiedemann im Ausschuss an, den Flughafen notfalls durch eine „Einrichtung des Landes" zu stützen, wenn sich bis Oktober kein neuer Investor findet. Hiergegen protestieren nun die Grünen.

Vorherige Debatten zum Thema:
plenum-online
Januar 2009,
plenum-online
März 2009 (Flugverkehr-Entwichlingskonzept)

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