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Diskussion um
CO2-Endlager
und CSS-Technologie
Kiel (SHL/17.05.) Ein
Vorstoß des SSW hat erneut die politischen Gräben im Streit um die
Zukunft der Kohleenergie zu Tage befördert: Die dänische
Minderheitspartei fordert ein Verbot der unterirdischen Speicherung
von verfestigten Kohlendioxid-Rückständen aus Kohlekraftwerken,
wie sie der Energiekonzern RWE an der Westküste und in Ostholstein
plant. Während SPD und Grüne den SSW-Antrag begrüßten und die
sogenannte CCS-Technologie wie zuletzt in der Januar-Tagung als
wenig praktikable und unsichere Technologie brandmarkten,
untermauerten die Christdemokraten und Liberalen ihre Unterstützung
für deren Entwicklung. Der Antrag wurde zur Beratung an den
Wirtschaftsausschuss und den Umwelt- und Agrarausschuss überwiesen.
Bei jeder Endlagerung von umweltschädlichen
Substanzen stelle sich die Frage, ob diese „wirklich dauerhaft von
Mensch und Natur ferngehalten" werden können, begründete Lars
Harms (SSW) die Bedenken seiner Partei. Zudem sei das CCS-Verfahren
„extrem kostspielig" und liege vor allem im Interesse der
Kraftwerkbetreiber, die ihre Anlagen möglichst lange laufen lassen
und neue bauen lassen wollen.
Dem widersprach der parteilose Wirtschaftsminister
Jörn Biel: Das CCS-Verfahren werde „einen wichtigen Beitrag für
die Klimaschutzziele Deutschlands und der EU" leisten, betonte
er. Überdies werde auf die „Einhaltung aller Sicherheitsstandards
und auf einen angemessenen Ausgleich für die Nutzung des
Bodens" geachtet.
Das CCS-Verfahren
CCS steht für "Carbon Capture and Storage"
und bezeichnet die Abscheidung, Verflüssigung und anschließende
unterirdische Speicherung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken. Das
CO2 wird aus dem Rauchgas des Kraftwerks abgeschieden und
mittels Druck verflüssigt. So lässt es sich transportieren und in
geeigneten geologischen Formationen ab einer Tiefe von 1.000 Meter
unter der Erdoberfläche oder unter dem Meeresgrund speichern.
Weitere
Redner:
Axel Bernstein (CDU), Olaf Schulze (SPD), Wolfgang
Kubicki (FDP), Detlef Matthiessen (Grüne)
Hintergrund:
Der SSW wendet sich erneut gegen die unterirdische
Speicherung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken, die der
Energiekonzern RWE Dea an der Westküste plant. Es könne
nicht sein, „dass die Nordfriesen und das Wattenmeer
jetzt dafür herhalten müssen, dass die Energiekonzerne
ein Problem mit ihren klimaschädlichen Abfallprodukten
haben", so der SSW. Da das Landesamt für Bergbau,
Energie und Geologie das Projekt genehmigen müsse, habe
es die Landesregierung in der Hand, die CO2-Speicherung
zu stoppen.
Mit dieser
neuen Technologie, auch bekannt als CCS (Carbon Capture
and Storage), soll das Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken
abgeschieden, verflüssigt und anschließend unterirdisch
gespeichert werden. Das CO2 wird aus dem
Rauchgas des Kraftwerks abgeschieden und mittels Druck
verflüssigt. So lässt es sich transportieren und es soll
in geeigneten geologischen Formationen ab einer Tiefe von
1.000 Meter unter der Erdoberfläche oder unter dem
Meeresgrund gespeichert werden können.
Versuchsprojekt läuft bereits
Das Land
Schleswig-Holstein und der Energiekonzern RWE Dea haben
bereits m März 2008 ein entsprechendes Versuchsprojekt
gestartet. Voruntersuchungen haben nach Angaben des
Wirtschaftsministeriums ergeben, dass der norddeutsche
Raum mit seinen salzwasserhaltigen Gesteinsformationen ein
geeigneter Standort für die CO2-Speicherung
sein könnte.
Entsprechend
sollen in Schleswig-Holstein an drei Stellen die
Möglichkeiten der CO2-Speicherung untersucht
werden. Dabei handelt es sich um Gebiete in Nordfriesland,
Ostholstein und der küstennahen Nordsee außerhalb der
Zwölf-Meilen-Zone. Die Ergebnisse der seismischen
Untersuchungen könnten nach Angaben des Ministeriums Ende
dieses Jahres vorliegen. Sollten sich die geologischen
Vorannahmen bestätigen, würde im Frühsommer 2010 eine
Erkundungsbohrung vorgenommen werden.
Die Kritik
Kritiker
haben erhebliche Zweifel an der CCS-Technik. Sie setze
falsche Schwerpunkte, denn sie ziele nicht auf die
Vermeidung von Kohlendioxid ab, sondern lediglich auf
dessen sehr aufwendige und teure Speicherung. Zudem sei
unklar, wann diese Technologie ausgereift sei. Stattdessen
gelte es, Finanzmittel und Forschungseinsatz auf den
Ausbau erneuerbarer Energien zu konzentrieren.
Letzte Debatte zum Thema:
plenum-online, Januar
2009 (CCS-Versuchsprojekt)
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