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Fachübergreifende Ärztehäuser Liberale fürchten um die Freiberuflichkeit der Mediziner Kiel (SHL/06.05.) Die Landesregierung sieht in den medizinischen Versorgungszentren (MVZ) einen wichtigen Baustein für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Diese Arzthäuser, in denen fachübergreifende Praxen angesiedelt sind, leisteten eine „optimierte Abstimmung therapeutischer und diagnostischer Maßnahmen", betonte Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) in einem von SPD und CDU beantragten Bericht. Gleichzeitig bedeuteten die Versorgungszentren für die Ärzte Vorteile, da Kosten etwa für Räume und Personal geteilt werden könnten. Allerdings, so die Ministerin, gebe es auch „unerwünschte Nebenwirkungen", die „sorgsam beobachtet" werden müssten. Konkret nannte Trauernicht die Strategie der Krankenhäuser verstärkt Versorgungszentren zu gründen. Diese „Monopolstrukturen" könnten die Versorgung auf dem Land einschränken und zu Lasten freiberuflicher Ärzte gehen. Die Untergrabung der Freiberuflichkeit kritisierte auch die FDP scharf, während CDU, SPD, Grüne und SSW die medizinischen Versorgungszentren in der Debatte grundsätzlich als wichtiges Element in der Gesundheitspolitik begrüßten. Einig waren sich die Fraktionen in ihrer Sorge um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum. Angemahnt wurde eine eindeutigere Bedarfsplanung über die Kassenärztliche Vereinigung, bei der es zu einer gemeinsamen Lösung für Haus- und Fachärzte sowie Krankenhäuser kommen müsse. Medizinische Versorgungszentren sind fachübergreifende Praxen, in denen Ärzte als Angestellte oder Vertragsärzte tätig sind. Dieses Modell gibt es seit 2004. Ziel ist es, den Patienten eine fächerübergreifende Versorgung "aus einer Hand" zu bieten. Es müssen mindestens zwei Ärzte aus unterschiedlichen Fachrichtungen in einem MVZ arbeiten, ein Mediziner ist ärztliche Leitung. Inzwischen gibt es im Lande 47 dieser Zentren mit 218 Ärzten. Die meisten befinden sich in größeren Städten: neun davon in Kiel, 19 im Hamburger Umland. Der Bericht der Landesregierung wurde zur Beratung an den Sozialausschuss überwiesen. Hauptredner: Ursula Sassen (CDU), Jutta Schümann (SPD), Heiner Garg (FDP), Angelika Birk (Grüne), Lars Harms (SSW) |
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