|
plenum-online
wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei
Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" ,
"Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die
neueste Fassung zu erhalten.
|
|
Auf dieser
Seite: Denkmalschutz
Uni Kiel
|
xxx
|
Top 39
Kieler Universitätscampus und Denkmalschutz
Landtagsbeschluss vom 29. Januar 2009 – Drs. 16/2404,
Nr. 2
Federführend ist der Ministerpräsident |
|
|
Ministerpräsident bleibt dabei:
Kieler Uni-Campus wird zum Denkmal

Kiel (SHL/07.05.09) Es bleibt
dabei: Teile des Campus der Kieler Christian-Albrechts-Universität
(CAU) werden unter Denkmalschutz gestellt. Ministerpräsident Peter
Harry Carstensen (CDU) verteidigte im Landtag die entsprechenden
Pläne seiner Denkmalschutzbehörde. Befürchtungen der Liberalen im
Landtag und auch der Universität selbst, die CAU würde dadurch zur
einem „Museumsdorf", bezeichnete der Regierungschef als „völlig
unbegründet". Die „berechtigten Interesse der Eigentümer
und Nutzer" würden berücksichtigt.
Der FDP-Abgeordnete Ekkehard Klug meldete dennoch
Protest an. Sein Vorwurf: Die Landesregierung lasse sich „blauäugig
vor den Karren einer Fachbehörde spannen", die „obrigkeitsstaatlich"
handele und einen „Absolutheitsanspruch" durchsetzen wolle.
Konsequenz: Die Uni werde bei der Nutzung ihrer Räumlichkeiten
stark eingeschränkt, so Klug. Mit dieser Kritik stieß er aber nur
bei den Grünen auf Zustimmung. Auch sie merkten an, in der Kieler
„Massenuniversität" gebe es erheblichen Umbaubedarf, und
hier könnte der Denkmalschutz im Wege stehen.
CDU, SPD und SSW betonten hingegen, der
Denkmalschutz müsse sich auch um jüngere Bauwerke aus der Zeit
nach dem Zweiten Weltkrieg kümmern. Und: Die Denkmalschützer seien
„sachkundige Experten, deren kostenloser Rat dem Erhalt der
Gebäude nutzen kann".
Das Landesamt für Denkmalpflege will Gebäude wie
das Auditorium Maximum (auf dem Foto oben re.),
das Verwaltungshochhaus, den Sechseckbau und die alte Uni-Bibliothek
langfristig schützen. Der Kieler Campus sei „eine
hochschulpolitisch und architekturhistorisch bedeutsame Gruppe von
Bauten innerhalb des westdeutschen Hochschulwesens nach 1945".
Inzwischen sind Behörde und Uni dem Vernehmen nach zu einer
weitgehenden Einigkeit gekommen, nachdem einige Gebäude aus dem
Schutz-Katalog herausgenommen wurden.
Der Bildungsausschuss berät das Thema weiter.
Hauptredner:
Niclas Herbst (CDU) Henning Höppner (SPD)
Angelika Birk (Grüne) Anke Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
Die Staatskanzlei verteidigt das Vorhaben, Teile der
Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) unter
Denkmalschutz zu stellen. Grundlage des Regierungsberichts
ist ein Vorstoß der FDP, die der Unterschutz-Stellung
kritisch gegenüber steht. Die Liberalen befürchten
erhebliche Mehrkosten für die Uni, wenn sie die zum Teil
stark sanierungsbedürftigen Häuser instand setzen muss.
Auch das Landes-Wissenschaftsministerium ist skeptisch und
hat Widerspruch gegen die Denkmal-Pläne eingelegt.
Das
Landesamt für Denkmalpflege will Gebäude wie das
Auditorium Maximum, das Verwaltungshochhaus, den
Sechseckbau, die alte Uni-Bibliothek und das Sportforum
langfristig schützen. Die Sportstätte wurde
beispielsweise von dem Architekten Meinhard von Gerkan
entworfen, der unter anderem auch den neuen Hauptbahnhof
in Berlin realisiert hat. Das 1970 fertig gestellte
Audimax basiert auf einem Entwurf des Kieler Architekten
Wilhelm Neveling.
Kritiker befürchten, Uni wird zum „Museumsdorf"
In dem
Bericht heißt es: Der Kieler Campus sei „eine
hochschulpolitisch und architekturhistorisch bedeutsame
Gruppe von Bauten innerhalb des westdeutschen
Hochschulwesens nach 1945". Deswegen bestehe ein
öffentliches Interesse an den Bauwerken, und es gebe
keine Alternative zum Eintrag ins Denkmalbuch.
Die
Unterschutz-Stellung ist Anfang November 2008 „unter
Anordnung des Sofortvollzugs" erfolgt, nachdem die
Denkmalschützer von Abrissplänen erfahren hatten. Uni,
Denkmalschutz-Behörde und die für die Verwaltung der
Landesimmobilien zuständige Gebäudemanagement
Schleswig-Holstein (GMSH) haben im Februar „einvernehmlich"
sechs Planungsbüros mit einer „denkmalpflegerischen
Zielplanung" beauftragt, die bis Mitte des Jahres
vorliegen soll.
Grundsätzlich
betont die für Kultur zuständige Staatskanzlei: „Denkmalschutz
bedeutet keine Veränderungssperre." In der Praxis
komme es „immer wieder zu pragmatischen Lösungen und
Kompromissen." Befürchtungen, die CAU werde zu einem
„Museumsdorf", seien unbegründet.
Debatte zur 1. Lesung Denkmalschutzgesetz: plenum-online, Oktober
2008
|
|
|
* * * * *
| |
|