Das
Landes-Wissenschaftsministerium verweist in dem Bericht
auf die „hohe Qualität des deutschen
Bildungssystems". Eine „Herabstufung von
Qualitätsansprüchen" dürfe nicht hingenommen
werden, „nur um die Anerkennungsverfahren zu
beschleunigen". Die Prüfung ausländischer
Abschlüsse sei insbesondere bei Zuwanderern aus
Nicht-EU-Ländern zeitaufwendig und könne bis zu einem
Jahr dauern. Hinzu komme, dass sich mehrere Bundesländer
weigern, die für akademische Zeugnisse zuständige
Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen in Bonn (ZaB)
mit zusätzlichem Personal auszustatten.
Unterschiedliches Niveau, unterschiedliche Regelungen
Grundsätzlich
gibt es unterschiedliche Zuständigkeiten für
verschiedene Abschlüsse und keinen Rechtsanspruch auf
Anerkennung. Ausländische Schulzeugnisse werden im
Lande vom Bildungsministerium bewertet. Hier werden „Probleme
im Verfahren nicht gesehen". Wegen des
unterschiedlichen Niveaus der Bildungssysteme kommt aber
„eine unmittelbare Gleichstellung der Zeugnisse nicht in
allen Fällen in Betracht". Bei Berufsabschlüssen
gibt es bundesgesetzliche Regelungen für Spätaussiedler,
ansonsten kümmern sich die Industrie- und Handels-
beziehungsweise Handwerkskammern darum.
Bei
zugereisten Akademikern erstellt die ZaB eine Art
Übersetzung der Zeugnisse, die dem Arbeitgeber einen
Vergleich zum hiesigen System bietet. Bei Ärzten aus
EU-Ländern gibt es ein europaweite
Anerkennungsrichtlinie. Mediziner aus anderen Staaten
müssen eine Prüfung und möglicherweise auch einen
Lehrgang beim Landesamt für soziale Dienste ablegen.
Schwierig wird es häufig für Lehrer aus der ehemaligen
Sowjetunion. Sie unterrichten in der Regel nur ein Fach,
und nicht, wie in Deutschland üblich, zwei. Deswegen
müssen sie noch einmal zur Uni und ein Referendariat
hinter sich bringen, um in ihrem Beruf arbeiten zu
können.
Bildungsgipfel fordert Erleichterungen
Der Bericht
verweist darauf, dass es derzeit eine Reihe von
Initiativen gibt, um die Anerkennung ausländischer
Abschlüsse zu erleichtern. So haben Bund und Länder beim
Bildungsgipfel im letzten Oktober das Ziel formuliert, die
Anerkennung zu beschleunigen. Zudem regt die
Landesregierung bessere Abstimmungen auf Bundes- und
EU-Ebene an.