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Schleswig-Holstein in Europa: Europapolitische Schwer-
punkte der Landesregierung – Europabericht 2009

Federführend ist das Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa

Drs.:  16/2616
Protokoll


Schleswig-Holstein bleibt „Pionier" 
in der EU-Meeresspolitik 

Döring legt Europabericht vor / Opposition vermisst Europa-Begeisterung in der Bevölkerung

Kiel (SHL/06.05.) Schleswig-Holstein hat sich nach Auffassung von Europaminister Uwe Döring (SPD) EU-weit einen herausragenden Ruf als Modellregion in der Ostsee- und in der Meerespolitik erarbeitet. „Darauf können wir alle stolz sein", so der Minister in seinem jährlichen Europabericht, den er dem Landtag präsentierte. So habe sich das Land im Ostseeraum für eine saubere Schifffahrt engagiert, etwa für Stromanbindungen für im Hafen liegenden Schiffe und für ein Verbot der Einleitung von Fäkalien. Und auch die Förderung der Windkraft mache das Land zwischen den Meeren zu einem „Pionier" in der gemeinsamen EU-Meeres- und Klimapolitik.

Während die Koalitionsfraktionen den Minister uneingeschränkt lobten, schlug die Opposition auch kritische Töne an: Es gelinge der Landesregierung nicht, mit Blick auf die bevorstehende Europawahl am 7. Juni Begeisterung für das Thema zu wecken: Europa erscheine häufig als abgehoben, und die Bürger hätten den Eindruck, sie würden nicht einbezogen.

Weitere Stimmen aus dem Plenum:

Manfred Ritzek (CDU): Der Maritime Aktionsplan unseres Landes ist beispielhaft mit einer Vielzahl von Maßnahmen und bedeutenden Mitgliedschaften, insbesondere im Ostseeraum. Das anerkannte Maritime Profil von Schleswig-Holstein wird noch verstärkt durch das international höchst anerkannte und weltweit agierende Forschungsinstitut IFM Geomar.

Hans Müller (SPD): Schleswig-Holstein hat nicht nur als erste europäische Region einen regionalen maritimen Aktionsplan vorgelegt, sondern übt auch auf europäischer Ebene entscheidenden Einfluss aus – etwa durch den Vorsitz in der nationalen Expertengruppe Meer und in der Arbeitsgemeinschaft Bund/Länder-Meeresprogramm.

Ekkehard Klug (FDP): Das von der Politik dargestellte Europa ist derart bürokratisch und technokratisch geworden, das es die Bürger viel zu wenig anspricht. Es lässt die Menschen kalt. Das ist das Problem, und unfreiwillig ist der Bericht der Landesregierung ein Musterbeispiel für diese Entwicklung.

Karl-Martin Hentschel (Grüne): Ich finde die Idee spannend, eine Urabstimmung in ganz Europa über eine Verfassung für die Vereinigten Staaten von Europa durchzuführen. Sie muss dann aber so erfolgen, dass die Staaten, in denen die Verfassung angenommen wird, Mitglied werden und die, die sie ablehnen, nicht. Ich bin überzeugt: Wenn man die Menschen vor die Alternative stellt, mitzumachen oder auszuscheiden, dann würden in fast allen Staaten Mehrheiten zustande kommen.

Anke Spoorendonk (SSW): Der SSW tritt weiterhin dafür ein, dass zu wichtigen Änderungen der EU-Verträge die Bürger der europäischen Länder zu befragen sind. Denn schlimmer noch als eine Volksabstimmung zu verlieren, ist es doch für eine Regierung, wenn sich der Eindruck verfestigt, dass wichtige EU-Entscheidungen über die Köpfe der Wähler hinweg beschlossen werden.

Der Europaausschuss berät den Bericht weiter.

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Hintergrund:
Die Landesregierung präsentiert dem Plenum ihren jährlichen Europabericht. Einige Aspekte des über 100 Seiten starken Papiers:

  Länderübergreifende Zusammenarbeit
Zu den zentralen europapolitischen Schwerpunkten des Landes gehört nach wie vor eine intensive Ostsee-Zusammenarbeit. Ziel ist es, den Ostseeraum langfristig als maritime Modellregion Europas zu etablieren. Vorangebracht werden sollen etwa das internationale maritime Cluster, die Schiffssicherheit, der Meeresschutz sowie die maritime Forschungszusammenarbeit. Um dies zu erreichen, will Schleswig-Holstein seinen Vorsitz in der Arbeitsgruppe Meerespolitik der Konferenz der Subregionen des Ostseeraums (BSSSC) nutzen. Zugleich sollen schleswig-holsteinische Interessen verstärkt gegenüber der EU-Kommission vertreten und in die EU-Ostseestrategie eingebracht werden. Die Landesregierung will auch das EU-Programm zur transnationalen Zusammenarbeit im Ostseeraum (INTERREG IV B Ostsee) effizienter nutzen und dabei möglichst viele Projekte in Schleswig-Holstein ansiedeln. Zu den bisher genehmigten Projekten mit schleswig-holsteinischer Beteiligung gehören Baltic Green Belt, BaltFood, Urb.Energy und Baltic See Labour Network.

Gleichzeitig hat die Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Dänemark Priorität. Schwerpunkte sind grenzüberschreitender Arbeitsmarkt, feste Fehmarnbelt-Querung, Sprachförderung und Jugendaustausch.

  Klima- und Energiepolitik
Im Rahmen der klima- und energiepolitischen EU-Ziele engagiert sich die schleswig-holsteinische Regierung weiterhin für die Minderung des globalen Klimawandels und die Nutzung Erneuerbarer Energien. Im Bereich der Klimapolitik unterstützt sie den Bund mit dem im Januar 2008 vorgelegten Aktionsplan "Schleswig-Holstein – Aktiv im Klimaschutz". Im Einklang mit der Bundespolitik werden unter anderem Maßnahmen unternommen, um den Anteil von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auf 25 Prozent zu erhöhen.

Im Energiebereich liegt das Hauptaugemerk nach wie vor auf der Windkraft. Langfristig geht es darum, mithilfe der EU-Strukturfonds die Erzeugung des Stromverbrauchs aus Windenergie zu erhöhen und die Position Schleswig-Holsteins als Modellregion für Erneuerbare Energien mit dem Schwerpunkt Windenergie zu stärken.

  Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein
Die Umsetzung des von der EU in den Jahren 2007 bis 2013 geförderten "Zukunftsprogramms Schleswig-Holstein" soll im laufenden Jahr mit konkreten Maßnahmen fortgesetzt werden. Für die vier zentralen Teilsäulen des Programms gelten aktuell folgende Eckdaten:

  • Im Mittelpunkt des aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 374 Millionen Euro geförderten „Zukunftsprogramms Wirtschaft" stehen Maßnahmen, die die Bereiche Wissen und Innovationen stärken, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen steigern, die Modernisierung der Infrastruktur vorantreiben sowie die regionale Kultur- und Tourismuswirtschaft unterstützen.
  • Im Rahmen des aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mit rund 100 Millionen Euro mitfinanzierten "Zukunftsprogramms Arbeit" werden in erster Linie Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, aber auch zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Beschäftigten sowie zur Erhöhung der Chancen für am Arbeitsmarkt Benachteiligten unternommen.
  • Die rund 238 Millionen Euro, die der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) dem "Zukunftsprogramm Ländlicher Raum" (ZPLR) zur Verfügung stellt, wird vor allem den 21 Lokalen Arbeitsgruppen – den so genannten "AktivRegionen" – zugute kommen.
  • Das aus dem Europäischen Fischereifonds (EFF) mit rund 16 Millioinen Euro unterstützte "Zukunftsprogramm Fischerei" wird zugunsten der Belange der schleswig-holsteinischen Fischerei sowie der Umsetzung der Europäischen Fischereipolitik genutzt. Nach einer Reihe von Maßnahmen, die den Informationsstand über Fördermöglichkeiten verbessern sollten, wird bis Ende des Jahres mit den ersten konkreten Projektanträgen gerechnet.

Debatte zum Europabericht 2008:
plenum-online,
Mai 2008

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit:  
HSH Nordbank

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert...
...um Heide Moser


Herzlichen Glückwunsch... ...Holger Astrup

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Rundfunkänderungs- Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
Bauordnung / Feuermelder
(ohne Aussprache)
Planungsrecht / Entwicklungsplan
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Wahlgesetz / Wahlalter
Funktionalreform Kommunen
Verwaltungsgesetz / Meldewesen
(ohne Aussprache)
Verwaltungsgesetz / Telekommunikation
(ohne Aussprache)
Anträge:
Neuwahlen
Flüchtlingspolitik
Denkmalschutz
(ohne Aussprache)
Berichte:

Petitionsausschuss
(ohne Aussprache)

Verfassungsschutzbericht
(ohne Aussprache)

Datenschutzbericht
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Flughafen Lübeck
Bahn Segeberg-Hamburg
Funk-Frequenzbereich
CO2-Endlager
Investitionsprogramm für
den Mittelstand
Konjunkturpaket II
(ohne Aussprache)
Berichte:

Anerkennung von Abschlüssen im Ausland

CCS-Versuchsprojekt
(ohne Aussprache)

Deutsch-dänische Infrastruktur
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Antrag:
Grundstückserwerb
(ohne Aussprache)
Berichte:

HSH Nordbank

Sparkassen

Mehrwertsteuersatz

Finanzplanung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Antrag:
Barrierefreie Bauten
(ohne Aussprache)
Berichte:

Europ. Verbraucherschutz

Med. Versorgungszentren

Kindergeld / Wohngeld
(ohne Aussprache)

Frauen in Führungspositionen
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Antrag:
Gentechnik
Bericht:

Klimaschutzziele
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesung:
Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften
(ohne Aussprache)
Anträge:
Wissenschaftsminister- Konferenz
Lärmschutz in Bildungseinrichtungen
Berichte:

Denkmalschutz Uni Kiel

Volksbegehren Realschulen
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Große Anfrage:
Soziales Europa
Anträge:
Parlamentsforum Nordsee
Europaschulen
Bericht:

Europabericht 2009