Kiel (SHL/19.05.)
Die schwarz-gelbe Koalition steht den vom SSW angestrebten gesetzlichen
Vorgaben für den Minderheitenschutz, mit denen beispielsweise die
Kommunen zu Maßnahmen für die Sprachförderung sowie zu einer
Berichtspflicht ihrer Aktivitäten in Sachen Minderheitenschutz
verpflichtet werden sollen, skeptisch gegenüber: Dies würde den
Gemeinden, Ämtern und Kreisen einen höheren bürokratischen Aufwand
aufbürden – und damit auch mehr Kosten, hieß es aus dem Lager von
CDU und FDP. Man könne in punkto Minderheitenschutz nicht „Vorbild
sein wollen, ohne den nächsten Schritt zu machen", verteidigte
Anke Spoorendonk (SSW) dagegen den Vorstoß ihrer Fraktion.
Zu einer vorbildlichen Minderheitenpolitik gehöre es,
so Spoorendonk weiter, dass kulturelle Vielfalt dort stattfindet, wo sie
anzutreffen sei – in den Kommunen. Zuspruch für den Vorstoß des SSW
kam von den anderen Oppositionsparteien. Unisono betonten SPD, Grüne
und Linke, dass eine gute Minderheitenpolitik sich nicht in
Sonntagsreden erschöpfen dürfe. Vor diesem Hintergrund sei der
Vorstoß naheliegend und konsequent. Dänen und Friesen im Lande stehen
seit der Verfassungsreform im Jahr 1990 unter dem Schutz der
Landesverfassung. Ein zur Aufnahme der Sinti und Roma vorgelegter Antrag
wurde im März in Erster Lesung im Landtag beraten.
Der jetzt vom SSW eingebrachte Gesetzentwurf wurde zur
Beratung an den Innen- und Rechtsausschuss sowie an den Europaausschuss
überwiesen.
Weitere Hauptredner:
Werner Kalinka (CDU), Birte Pauls (SPD), Carsten-Petersen Brodersen (FDP),
Rasmus Andresen (Grüne): Antje Jansen (Linke), Lars Harms (SSW),
Innenminister Klaus Schlie (CDU)