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Auf dieser Seite: Rundfunkgebühren

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Top 18:
Rundfunkgebühren-Staatsvertrag

Antrag der Fraktion des SSW – Drucksache 17/488
Änderungsantrag der Fraktion der SPD – Drucksache 17/556
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drucksache 17/558
Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, FDP, BÜNDNIS 90/
DIE GRÜNEN  und SSW – Drucksache 17/563

Rundfunk: Landtag vereint gegen GEZ-"Schnüffelei" – ARD und ZDF ohne Werbung?

Kiel (SHL/19.05.) Auch die schleswig-holsteinische Landespolitik will weg von der GEZ-Gebühr und hin zu einer unbürokratischen Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – etwa durch eine feste Abgabe pro Haushalt. Nachdem die Gebührendebatte in den letzten Wochen Fahrt aufgenommen hat, fordern nun auch im Landtag die Vertreter aller Parteien ein Ende der "Schnüffelei" durch die Gebühreneinzugszentrale und eine Straffung der komplizierten Bezahl-Regeln für Radios, Fernseher und internetfähige Computer. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) kündigte an, sich auf der Konferenz der Landeschefs am 9. Juni für eine Neuregelung einzusetzen, die dann ab 2013 greifen soll.

Derzeit zahlen Hörer und Zuschauer monatlich bis zu 17,98 Euro, je nach dem, wie viele Empfangsgeräte sie haben. Damit hat Deutschland das „teuerste Rundfunksystem der Welt", betonte Silke Hinrichsen vom SSW. Ihre Fraktion hatte das Thema angestoßen. Die GEZ fahndet bei Hauskontrollen mit zum Teil fragwürdigen Methoden nach „Schwarzsehern". Dies werde vom immer weniger Menschen akzeptiert und sei außerdem in der Ära von Handy und Smartphone nicht mehr zeitgemäß, hieß es parteiübergreifend im Landtag.

Sympathie für "Kirchhof-Plan"

Stattdessen gab es Sympathie für das Modell eines einheitlichen Betrags pro Haushalt für ARD, ZDF und Deutschlandradio, das der Heidelberger Verfassungsjurist Prof. Paul Kirchhof erarbeitet hat. Allerdings sahen die Abgeordneten hierbei auch noch offene rechtliche Fragen. Beim Kirchhof-Plan müssten alle Bürger zahlen, egal ob sie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nutzen oder nicht. Sie habe „Zweifel, ob diese Argumentation vor Gericht standhält", bekannte Hinrichsen. Denn es könnten Menschen klagen, „die bewusst keine Radios und Fernseher haben". Deswegen wandte sich Ulrich Schippels (Linke) gegen die Haushaltsgebühr und plädierte für eine modernisierte „gerätebezogene Abgabe".

Diskussion um Werbeverbot

Uneins war der Landtag bei der Frage, ob das "Erste" und das "Zweite" künftig ohne Werbung auskommen sollten. Christian von Boetticher (CDU) machte sich für komplett „werbefreie" Öffentlich-Rechtliche stark, und auch Ingrid Brand-Hückstädt (FDP) kritisierte, die Reklame von ARD und ZDF zur besten Sendezeit schade den privaten Sendern. Peter Eichstädt (SPD) sah das anders. Er will die Werbung zwar „erheblich reduzieren", das Sponsoring bei Sportgroßereignissen aber erhalten, damit die Sender die teuren Lizenzabgaben für Fußball-Bundesliga oder Olympische Spiele zahlen können. Außerdem senke die Werbung die Gebühr, wie Thorsten Fürter (Grüne) feststellte: „Mit Werbeverbot wird’s teurer."

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Hintergrund:
Auf Antrag von SSW und Grünen debattiert der Landtag über die geplante Reform der Rundfunkgebühren. Anlass ist die Ministerpräsidentenkonferenz am 9. Juni, auf der eine Reform der bisherigen GEZ-Gebühr in die Wege geleitet werden soll. Die Umstellung soll Anfang 2013 mit dem neuen Rundfunkstaatsvertrag in Kraft treten.

Der SSW setzt dabei auf ein „unbürokratisches" Gebührenmodell für die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender, das nur diejenigen belastet, die über entsprechende Empfangsgeräte verfügen, und zudem Entlastungen für sozialschwache Menschen beinhaltet.

Eine Mediengebühr im Monat unabhängig von der Zahl der Geräte im Haus – das ist auch das Ziel der Grünen. Die bisherige Rundfunkgebühr und die damit verbundene „Schnüffelei" wollen sie auf diese Weise abschaffen. Wer heute aus sozialen Gründen von der Rundfunkgebühr befreit ist, solle auch keine Mediengebühr zahlen. Das Geld, das bei Gebührenfahndern und der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) gespart werde, könne zur Senkung der Gebühren verwendet werden.

  Gutachten der Öffentlichen plädiert 
  für Haushaltsabgabe

Die Gebührendebatte hat Anfang Mai durch ein Gutachten Fahrt aufgenommen, das der Verfassungsrechtler Prof. Paul Kirchhof im Auftrag von ARD und ZDF erstellt hat. Demnach soll die Rundfunkgebühr grundlegend umgebaut werden – weg von einer Gerätegebühr hin zu einer Haushaltsabgabe. Künftig soll jeder Haushalt einen einheitlichen Betrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio bezahlen, egal wie viele Fernseher, Radios oder Computer vorhanden sind. Heute ist die Abgabe von monatlich maximal 17,98 Euro an die Art der Empfangsgeräte gekoppelt.

Die bisherige Abgabe nach Gerätetypen sei durch die technische Entwicklung überholt und biete zu viele Schlupflöcher, betont der Heidelberger Verfassungsjurist. Die Grenzen zwischen dem klassischen Radio oder Fernseher und neuen mobilen Endgeräten wie Handy, Smartphone oder Computer ließen sich mit dem Vormarsch des Internets nicht mehr aufrechterhalten.

  Status von internetfähigen Computer und 
  Handys umstritten

Seit Jahrzehnten werden die öffentlich-rechtlichen Sender aus Rundfunkgebühren finanziert, die geräteabhängig bezahlt und von der in Köln ansässigen GEZ eingezogen werden; die GEZ hat rund 1.100 Mitarbeiter. Die Gebührenpflicht gilt neuerdings auch für internetfähige Computer und Handys, über die man ebenfalls TV- und Radio-Programme nutzen kann. Diese Einordnung ist aber umstritten und führt immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten. ARD und ZDF erhalten rund 7,3 Milliarden Euro aus den Rundfunkgebühren.

Kirchhof will auch die Befreiung von der Rundfunkgebühr völlig neu gestalten. Hartz-IV-Empfänger etwa sollen in Zukunft auch zahlen, bekommen aber den Betrag über das Wohngeld vom Staat ersetzt.

  Öffentlich-rechtliche sollen auf Werbung 
  und Sponsoring verzichten

Mit der Reform sollten ARD und ZDF außerdem auf Werbung und Sponsoring völlig verzichten, fordert Kirchhof. Das würde nach Kirchhofs Meinung zur Glaubwürdigkeit der Öffentlichen-Rechtlichen beitragen. Dies ist auch eine Forderung der privaten Rundfunksender, ebenso wie zahlreicher Verlage. SPD und Union sind sich weitgehend einig und unterstützen eine Haushaltsabgabe.

Das bisherige System mit ständigen Hauskontrollen der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) werde ohnehin vom immer weniger Menschen akzeptiert, sagte Kirchhof. In Zukunft könnte für die Erfassung der Gebührenzahler eine Abfrage beim Einwohnermeldeamt reichen.

  Änderungsanträge

In einem Änderungsantrag unterstützt die SPD die Vorschläge von Verfassungsrechtler Prof. Paul Kirchhof und spricht sich für das Modell einer haushaltsbezogenen Gebühr aus. Auch die CDU/FDP-Koalition fordert mit ihrem Plädoyer für eine geräteunabhängige Abgabe einen Kurswechsel bei der Erhebung der Rundfunkgebühren. 

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k o o p e r a t i o n

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Ostseepolitik