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Auf dieser Seite: Bildungsfinanzierung / Kooperationsverbot 

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Top 21:
Kooperationsverbot in der Bildungspolitik kippen, 
Schulen vereint stärken

Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/500
Änderungsantrag der Fraktion der SPD – Drs. 17/555
   Aufruf gemeinsam mit
Top 61:
Vorschläge der Landesregierung zur Finanzierung 
der 10% für Bildung und Forschung bis 2015
Antrag der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, SSW und DIE LINKE – Drucksache 17/381
(Landtagsbeschluss vom 19. März 2010)
Federführend ist das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr – Drucksache 17/451

Bildungsgipfel wirft 
Schatten voraus

Landtag diskutiert 10-Prozent-Quote 
und Kooperationsverbot

Kiel (SHL/21.05.) Vor dem Bildungsgipfel zwischen Bund und Ländern am 10. Juni hat Schleswig-Holsteins Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) die angestrebte 10-Prozent-Ausgabequote für Forschung und Bildung zwar als „richtiges Ziel" bezeichnet. Allerdings, so der Minister bei Vorlage eines Regierungsberichts, müssten die Länder auch in die finanzielle Lage versetzt werden, dieses Quorum zu erreichen. Gleichzeitig wandte sich de Jager gegen eine Lockerung des sogenannten Kooperationsverbotes im Bildungsbereich zwischen Bund und Ländern.

Die finanzielle Ausstattung lasse sich nicht allein durch eine Verfassungsänderung verbessern, erklärte de Jager. Vielmehr gelte es für Schleswig-Holstein darauf zu drängen, von der Konfinanzierung ausgenommen zu werden, wie es bereits für die ostdeutschen Länder der Fall sei. Für Schleswig-Holstein sei es schlicht problematisch, dass der Bund aus eigenem Antrieb zahlreiche Bildungsförderprogramme auflege, die das Land dazu zwängen, sie finanziell mit zu tragen.

Opposition vermisst klare Aussagen

In der anschließenden Debatte, warfen die Oppositionsparteien dem Minister Konzeptlosigkeit bei der Verfolgung des 10-Prozent-Ziels vor: „Warum sagen hier nicht zumindest, was sie beim Gipfel vorschlagen wollen?" fragte Jürgen Weber (SPD). In dieselbe Richtung argumentierten Grüne, Linke und der SSW. Robert Habeck (Grüne) sprach vom „Abwarten, Zaudern und Zögern" der Regierung und warnte vor einer bildungspolitischen Beerdigung ersten Grades. Auch Ellen Streitbörger (Linke) brandmarkte die „Tatenlosigkeit" der Landesregierung.

Die Regierungsfraktionen verteidigten den Minister und warfen der Opposition vor, sich der finanzpolitischen Wirklichkeit zu verschließen. Heike Franzen (CDU) stellte zudem klar, dass „mehr Geld in Bildung nicht gleich bessere Bildung heißt". 

Kooperationsverbot umstritten

Positive Signale kamen von den Regierungsfraktionen hingegen für Vorstöße der Grünen und der SPD, die sich für die Abschaffung des verfassungsrechtlich festgelegten Kooperationsverbots aussprechen. Dieser Vorschlag habe „Charme" und sei „diskutabel", befand Kirstin Funke (FDP). Zuspruch kam auch von Anke Spoorendonk (SSW): Das Kooperationsverbot sei ein „Entwicklungshemmnis für die Bildungslandschaft", da es die finanzschwachen Länder benachteilige.

Die Quotendiskussion geht auf Beschlüsse des Bildungsgipfels aus dem Jahr 2008 zurück. Damals wurde verabredet, dass bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandproduktes in Bildung und Forschung fließen sollen – das wären mindestens 13 Milliarden Euro. 40 Prozent dieser Summe will der Bund tragen, den Rest müssten die Länder draufsatteln.

Der Bericht der Landesregierung und die Anträge wurden an den Bildungsausschuss und den Wirtschaftsausschuss überwiesen.

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Hintergrund:
Im Vorfeld des für den 10. Juni geplanten Bildungsgipfels von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder in Berlin debattiert der Landtag erneut über die geplante Aufstockung der Bildungsausgaben und über das System der Bildungsfinanzierung. Grundlage der Diskussion sind ein Grünen-Antrag und ein ebenfalls von den Grünen angeforderter Regierungsbericht.

Nach den Beschlüssen des ersten Bildungsgipfels aus dem Jahr 2008 sollen bis 2015 zehn Prozent des deutschen Bruttoinlandproduktes in Bildung und Forschung fließen – das wären mindestens 13 Milliarden Euro. 40 Prozent dieser Summe will der Bund tragen, den Rest müssten die Länder draufsatteln. „Ob Schleswig-Holstein allerdings angesichts der verfassungsmäßig verankerten Schuldenbremse und der gegenwärtigen Steuermindereinnahmen, die das Land zwingen, seine Ausgaben drastisch zu verringern, seinen Anteil an der Deckung der ‚Gipfelsumme’ von 13 Milliarden Euro erbringen kann, ist fraglich", heißt es dazu in dem Regierungsbericht. Auch andere Bundesländer ziehen Berichten zufolge Kürzungen im Bildungsbereich in Erwägung, um ihre Haushalte zu entlasten.

  Kritik an Kofinanzierung

Zudem kritisiert die Landesregierung, dass der Bund aus eigenem Antrieb zahlreiche Bildungsförderprogramme angekündigt oder aufgelegt hat, die das Land dazu zwängen, diese Vorhaben aus eigenen Mitteln zu kofinanzieren. Dies wiederum schränke die Spielräume des Landes bei eigenen Vorhaben ein. Das Ministerium fordert deshalb einen höheren Anteil der Länder an der Mehrwertsteuer – was der Bund ablehnt. Zu den Bundesplänen im Bildungsbereich zählen zum Beispiel ein Stipendienprogramm für Studenten und sogenannte Bildungslotsen für Hauptschüler. Auch zum Ausbau von Ganztagsschulen und Kindergärten gibt es Bundesprogramme.

  Kooperationsverbot in der Diskussion

Ein Grund für die Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bund und Ländern ist das im Rahmen der ersten Föderalismusreform 2006 vereinbarte Kooperationsverbot. Hiermit sollten die Zuständigkeiten der beiden Ebenen entflochten werden. Statt einer Vereinfachung hat diese Regelung aber nach Auffassung der Grünen dazu geführt, dass nun „komplizierte Umwege" gesucht werden müssten, „wie der Bund die Länder doch unterstützen kann". Die Forderung der Oppositionsfraktion: Das Kooperationsverbot soll bis Jahresende wieder aus dem Grundgesetz verschwinden, damit der Ausbau der Ganztagsschulen, die frühkindlichen Bildung oder die Schulsozialarbeit vorankommen.

Anfang Mai hat auch Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) die Föderalismusreform I als „Fehler" bezeichnet. So bekomme Schleswig-Holstein seit der Reform deutlich weniger Mittel vom Bund. Außerdem müssten die Länder bei Projekten wie dem Stipendien-Programm in der Regel die Hälfte bezahlen.

In einem Änderungsantrag spricht sich die SPD dafür aus, dass sich "alle staatlichen Ebenen gemeinsam für das gesellschaftliche Ziel der qualitativen und quantitativen Verbesserung des Bildungswesens in Deutschland einsetzen". Verfassungsrechtliche Hindernisse bei einer finanziellen Förderung dieser Ziele durch den Bund sollten schnellstmöglich beseitigt werden. Gefordert werden ferner Bund-Länder-Programme auch in anderen Bereichen, unter anderem für den bedarfsgerechte Ausbau der Schulsozialarbeit an Schulen oder den Ausbau der KiTas mit dem Ziel, 100 Prozent aller Kinder im Vorschulalter in Kindertagesstätten aufzunehmen.

Vorherige Debatten zum Thema: plenum-online 
Juni 2006 (Kooperation); Dezember 2009 (Finanzierung)

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:  
Zukunft der KiTas

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Versorgungslasten
(ohne Aussprache)
Dienstrechtl. Vorschriften
(ohne Aussprache)
Ärztl. Versorgung Inhaftierter
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Landes-Meldegesetz
(ohne Aussprache)
Rettungsdienste / Fahrberchtigung
(ohne Aussprache)
Sach-Anträge:
Rundfunkgebühren
Abschiebung Kosovo
8. Mai / Feiertag
Berichts-Anträge:
Bäderverordnung
(ohne Aussprache)
Justiz-Vollzugsanstalten
(ohne Aussprache)
Regierungsberichte:
Clearingstellen Flüchtlinge
Staatsangehörigkeitsrecht
Verfassungsschutz-Bericht
(ohne Aussprache)
sonstige Berichte:

Datenschutz-Bericht
(ohne Aussprache)

Petitionsausschuss-Bericht
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:

Schulgesetz / Umwandlungsfrist
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Minderheitenschutz
Ausschuss-Empfehlungen
Mitbestimmung an Schulen und Hochschulen
(ohne Aussprache)
Volksbegehren Realschulen
(ohne Aussprache)
Schul-Obstprogramm
(ohne Aussprache)
Anträge:
Schule und Bundeswehr
Kooperationsverbot
Unterrichtsverpflichtung
für Lehrer
Hochschulpolitik / 
Uni Flensburg
Gastschulabkommen mit Hamburg
Mahlzeiten in KiTa und Schule
Regierungs-Berichte:

Bildungsfinanzierung

Migrantenkinder in KiTas
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Aktuelle Stunde:

Zukunft der KiTas

Anträge:
Situation des UK S-H
Ambulante Versorgung
Regierungs-Berichte:

Kinderschutz

Pflegeausbildung

Finanzsituation des UK S-H
Hausärzte

Arzneimittel-Entsorgung
(ohne Aussprache)

Schule und Arbeitswelt
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Ausschuss-Empfehlungen
Digitaler Tachograph
(ohne Aussprache)
Start ins Berufsleben
(ohne Aussprache)
Anträge:
Maritime Wirtschaft
Hilfen für Kleinbetriebe
Flughafen Lübeck
Regierungs-Bericht:

Situation des Handwerks

F i n a n z e n

2. Lesung:

Schuldenbremse
1. Lesung:
"Datatport"
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Ausschuss-Empfehlungen:
Freiw. Ökologisches Jahr
(ohne Aussprache)
Agrar- und Umweltpolitik
(ohne Aussprache)
Anträge:
Gentechnik
Klein-Windkraftanlagen
Ölförderung im Wattenmeer
Regierungs-Bericht:

GA Agrarstruktur und Küstenschutz
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
Ostseepolitik
Regierungs-Bericht:

Ostseepolitik