Die finanzielle Ausstattung lasse sich nicht allein
durch eine Verfassungsänderung verbessern, erklärte de Jager.
Vielmehr gelte es für Schleswig-Holstein darauf zu drängen, von
der Konfinanzierung ausgenommen zu werden, wie es bereits für die
ostdeutschen Länder der Fall sei. Für Schleswig-Holstein sei es
schlicht problematisch, dass der Bund aus eigenem Antrieb zahlreiche
Bildungsförderprogramme auflege, die das Land dazu zwängen, sie
finanziell mit zu tragen.
Opposition vermisst klare Aussagen
In der anschließenden Debatte, warfen die
Oppositionsparteien dem Minister Konzeptlosigkeit bei der Verfolgung
des 10-Prozent-Ziels vor: „Warum sagen hier nicht zumindest, was
sie beim Gipfel vorschlagen wollen?" fragte Jürgen Weber
(SPD). In dieselbe Richtung argumentierten Grüne, Linke und der
SSW. Robert Habeck (Grüne) sprach vom „Abwarten, Zaudern und
Zögern" der Regierung und warnte vor einer bildungspolitischen
Beerdigung ersten Grades. Auch Ellen Streitbörger (Linke)
brandmarkte die „Tatenlosigkeit" der Landesregierung.
Die Regierungsfraktionen verteidigten den Minister
und warfen der Opposition vor, sich der finanzpolitischen
Wirklichkeit zu verschließen. Heike Franzen (CDU) stellte zudem
klar, dass „mehr Geld in Bildung nicht gleich bessere Bildung
heißt".
Kooperationsverbot umstritten
Positive Signale kamen von den Regierungsfraktionen
hingegen für Vorstöße der Grünen und der SPD, die sich für die
Abschaffung des verfassungsrechtlich festgelegten Kooperationsverbots
aussprechen. Dieser Vorschlag habe „Charme" und sei „diskutabel",
befand Kirstin Funke (FDP). Zuspruch kam auch von Anke Spoorendonk
(SSW): Das Kooperationsverbot sei ein „Entwicklungshemmnis für
die Bildungslandschaft", da es die finanzschwachen Länder
benachteilige.
Die Quotendiskussion geht auf Beschlüsse des
Bildungsgipfels aus dem Jahr 2008 zurück. Damals wurde verabredet,
dass bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandproduktes in Bildung und
Forschung fließen sollen – das wären mindestens 13 Milliarden
Euro. 40 Prozent dieser Summe will der Bund tragen, den Rest
müssten die Länder draufsatteln.
Der Bericht der Landesregierung und die Anträge
wurden an den Bildungsausschuss und den Wirtschaftsausschuss
überwiesen.