zurück zur aktuellen Ausgabe von plenum-online

plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Arbeitszeitverlängerung für Lehrer

xxx

Top 22:
Unterrichtsverpflichtung für Lehrkräfte neu ordnen

Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/501
Änderungsantrag der Fraktionen von SPD, B´ 90/DIE GRÜNEN,
DIE LINKE und SSW – Drs. 17/560

Bildungsminister verteidigt Erhöhung der Pflichtstundenzahl für Lehrer

Opposition: Es herrscht Wut, Frust und blankes Entsetzen

Kiel (SHL/20.5.) Es bleibt dabei: Lehrer an Regional-, Gemeinschafts- und Berufsschulen sowie an Gymnasien müssen in Schleswig-Holstein ab dem kommenden Schuljahr im Schnitt eine Stunde mehr pro Woche arbeiten. Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP) verteidigte angesichts der dramatischen Haushaltslage die im April beschlossene Anhebung der Pflichtstundenzahl. Ein Antrag der Opposition, einen ursprünglich veröffentlichten Erlass, der keine wesentliche Erhöhung vorsah, wieder einzuführen, lehnten CDU und FDP ebenso ab wie einen Antrag der Grünen für ein neues Arbeitszeitmodell, bei dem auch die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts angerechnet wird. Als Ausgleich für die Mehrbelastung kündigte der Bildungsminister eine neue Regelung zur Altersregelung an. Künftig sollen Lehrer nicht mehr nur nach dem 58. Lebensjahr, sondern auch ab dem 60. und ab dem 63. Lebensjahr jeweils eine Stunde weniger unterrichten dürfen.

Der Minister hatte seinen ursprünglichen Pflichtstundenerlass vom 31. März im Bildungsausschuss einen Tag später zurückgenommen und die Korrektur mit der Unterrichtsstunden-Erhöhung mit einer Empfehlung der Haushaltsstrukturkommission begründet. Somit steigt ab dem kommenden Schuljahr die Unterrichtsstundenzahl für Lehrer an Regional- und Gemeinschaftsschulen auf 27 Wochenstunden, für Berufs- und Gymnasiallehrer auf 25,5 Stunden. Gleichzeitig sinkt die Wochenstundenzahl für Hauptschullehrer um 30 Minuten, für Grundschullehrer ändert sich nichts. Grüne, SPD, SSW und Linke kritisierten im Einklang mit Gewerkschaften: Die Belastung der Lehrer hat die oberste Grenze erreicht.

SPD: Landesregierung betreibt „Behördensatire"

„Die Schullandschaft ist in Aufruhr. Es herrscht Wut, Frust und blankes Entsetzen", stellte Ines Strehlau (Grüne) fest. Detlef Buder (SPD) sprach angesichts der kurzfristigen Rücknahme des Erlasses von einer „Behördensatire". Und während Lars Harms (SSW) meinte, „nach den Umwälzungen in der Schullandschaft in den vergangenen Jahren ist es das falsche Signal, die Lehrer als Belohnung für ihre Mehrarbeit auch noch mit zusätzlichen Stunden zu belasten", forderte Ellen Streitbörger von der Linken: Die Pflichtstundenzahl müsse grundsätzlich für alle Lehrer auf 24 Wochenstunden begrenzt werden.

Koalition: Auch die Lehrer müssen ihren Beitrag

Minister Klug, Heike Franzen (CDU) und Cornelia Conrad (FDP) betonten hingegen, es gehe kein Weg an Einsparungen vorbei. Auch die Lehrer müssten einen zumutbaren Beitrag leisten, um die schwierige Haushaltslage des Landes zu bewältigen. Der ursprüngliche Erlass hätte 300 Planstellen mehr gekostet, die nicht zu finanzieren gewesen wären, meinte Cornelia Conrad. Die jetzige Pflichtstundenzahl orientiere sich am Bundesdurchschnitt. „Wir können nicht weniger Stunden anregen, wenn wir Finanzhilfen von anderen Bundesländern in Anspruch nehmen wollen", machte Ekkehard Klug deutlich. Und Heike Franzen meinte: „Der Erlass ist ehrlich."

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
Die Grünen schließen sich den Protesten der GEW gegen die neuen Arbeitszeitregelungen für Lehrer an und fordern ein komplett neues Arbeitszeitmodell.

Hintergrund ist die Ankündigung des Bildungsministeriums aus dem April, wonach Lehrer an Regional- und Gemeinschaftsschulen ab dem neuen Schuljahr durchgehend 27 Wochenstunden unterrichten sollen. Das ist entgegen ursprünglicher Pläne eine Stunde mehr. Bei Gymnasial- und Berufsschullehrern erhöht sich die Zahl der Pflichtstunden ebenfalls um eine auf 25,5. Das Ministerium begründet dies mit der dramatischen Haushaltslage. Zudem orientiere sich die Zahl von 25,5 Wochenstunden an Gymnasien und Berufsschulen am Durchschnitt der Bundesländer.

  Orientierung an Leistung und Zeitbedarf gefordert

Hiergegen regt sich scharfer Protest seitens der Lehrer. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) plant am 3. Juni Arbeitsniederlegungen. Auch die Grünen im Landtag halten die höhere Pflichtstundenzahl „angesichts der steigenden Herausforderungen und der hohen Beanspruchung vieler Lehrkräfte" für ein „falsches Signal".

Sie fordern stattdessen ein neues Arbeitszeitmodell, „das sich an den tatsächlichen Leistungen und Zeitbedarfen orientiert". Dies müsse zum Beispiel das Engagement der Lehrer außerhalb des Unterrichts und die unterschiedliche Belastung in den verschiedenen Schulfächern einbeziehen. Solche Modelle gebe es bereits in Dänemark und Hamburg. Stattdessen halte die Landesregierung aber an der „umstrittenen Unterscheidung" der Schulformen fest, kritisieren die Grünen.

 

Vorherige Debatte zum Thema: plenum-online Juli 2007

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:  
Zukunft der KiTas

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Versorgungslasten
(ohne Aussprache)
Dienstrechtl. Vorschriften
(ohne Aussprache)
Ärztl. Versorgung Inhaftierter
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Landes-Meldegesetz
(ohne Aussprache)
Rettungsdienste / Fahrberchtigung
(ohne Aussprache)
Sach-Anträge:
Rundfunkgebühren
Abschiebung Kosovo
8. Mai / Feiertag
Berichts-Anträge:
Bäderverordnung
(ohne Aussprache)
Justiz-Vollzugsanstalten
(ohne Aussprache)
Regierungsberichte:
Clearingstellen Flüchtlinge
Staatsangehörigkeitsrecht
Verfassungsschutz-Bericht
(ohne Aussprache)
sonstige Berichte:

Datenschutz-Bericht
(ohne Aussprache)

Petitionsausschuss-Bericht
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:

Schulgesetz / Umwandlungsfrist
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Minderheitenschutz
Ausschuss-Empfehlungen
Mitbestimmung an Schulen und Hochschulen
(ohne Aussprache)
Volksbegehren Realschulen
(ohne Aussprache)
Schul-Obstprogramm
(ohne Aussprache)
Anträge:
Schule und Bundeswehr
Kooperationsverbot
Unterrichtsverpflichtung
für Lehrer
Hochschulpolitik / 
Uni Flensburg
Gastschulabkommen mit Hamburg
Mahlzeiten in KiTa und Schule
Regierungs-Berichte:

Bildungsfinanzierung

Migrantenkinder in KiTas
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Aktuelle Stunde:

Zukunft der KiTas

Anträge:
Situation des UK S-H
Ambulante Versorgung
Regierungs-Berichte:

Kinderschutz

Pflegeausbildung

Finanzsituation des UK S-H
Hausärzte

Arzneimittel-Entsorgung
(ohne Aussprache)

Schule und Arbeitswelt
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Ausschuss-Empfehlungen
Digitaler Tachograph
(ohne Aussprache)
Start ins Berufsleben
(ohne Aussprache)
Anträge:
Maritime Wirtschaft
Hilfen für Kleinbetriebe
Flughafen Lübeck
Regierungs-Bericht:

Situation des Handwerks

F i n a n z e n

2. Lesung:

Schuldenbremse
1. Lesung:
"Datatport"
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Ausschuss-Empfehlungen:
Freiw. Ökologisches Jahr
(ohne Aussprache)
Agrar- und Umweltpolitik
(ohne Aussprache)
Anträge:
Gentechnik
Klein-Windkraftanlagen
Ölförderung im Wattenmeer
Regierungs-Bericht:

GA Agrarstruktur und Küstenschutz
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
Ostseepolitik
Regierungs-Bericht:

Ostseepolitik