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Auf dieser Seite: Zukunft des UK S-H

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Top 28:
Erhalt der öffentlichen Trägerschaft für das UK S-H 
und der Universität Lübeck

Antrag der Fraktion der SPD – Drucksache 17/519
   Aufruf gemeinsam mit
Top 32:
Wäschereiauftrag des UK S-H

Antrag der Fraktion DIE LINKE – Drucksache 17/527
   Aufruf gemeinsam mit
Top 52:
Unerwartete Kostensteigerungen im UK S-H
Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/255(neu)
Landtagsbeschluss vom 26. Februar 2010
Federführend ist das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr – Drucksache 17/372

Opposition macht Front gegen mögliche UK S-H-Privatisierung

Koalition hält sich bedeckt / Konkrete Pläne erst in der nächsten Woche

Kiel (SHL/20.05.) Die Opposition im Landtag hat eindringlich vor einer Privatisierung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) gewarnt. Der Grund: Schwarz-Gelb denkt darüber nach, einen privaten Investor ins Boot zu holen, um so den Sanierungsstau in Höhe von 700 Millionen Euro abzubauen. Dies wäre ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter des Großklinikums, warnten SPD, Grüne, Linke und SSW. Denn: Die über 10.000 Beschäftigten in Kiel und Lübeck hätten in den letzten Jahren durch Mehrarbeit und Lohnverzicht einen großen Beitrag zur finanziellen Gesundung des UK S-H geleistet. Zudem zeige die Erfahrung aus anderen Bundesländern, dass die Patientenversorgung leide, wenn private Renditeinteressen den Vorrang hätten. CDU und FDP gaben sich bedeckt.

Eine Woche bevor die Koalition ihre Sparpläne verkünden will, hieß es in einer über zweistündigen Debatte bei Christdemokraten und Liberalen lediglich: Es dürfe keine „Denkverbote" geben, und Privatisierungen seien nicht grundsätzlich „Teufelszeug". Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) erinnerte an den großen Sanierungsbedarf und fragte: „Wie gelingt die bauliche Sanierung, wenn die öffentlichen Mittel dafür nicht zur Verfügung stehen?" Der CDU-Sozialpolitiker Werner Kalinka zeigte sich hingegen skeptisch, ob „die Privatisierung der alleinige Weg ist". Pflegekräfte bräuchten für ihre verantwortungsvolle Arbeit gute Rahmenbedingungen, so Kalinka.

Spitzenpolitiker und Schuldzuweisungen

FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki warf den Sozialdemokraten vor, den Kostendruck während ihrer Regierungszeit verursacht zu haben: „Wir müssen den Müll, den Sie aufgetürmt haben, abbauen", sagte Kubicki in Richtung von SPD-Fraktionschef Ralf Stegner. Der Sozialdemokrat ging wiederum Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) hart an. Der Regierungschef habe den Mitarbeitern in der Vergangenheit stets sichere Arbeitsplätze versprochen. Dies gelte nun nicht mehr. „Das einzige worauf man sich bei Ihnen verlassen kann, ist dass Sie früher oder später ihr Wort brechen", so Stegner an Carstensens Adresse.

Flemming Meyer (SSW) befürchtete, dass die Universität Lübeck „mit der Gefährdung des dortigen Uni-Klinikums in existenzielle Not" geraten könnte. Denn: Mit der Übernahme durch einen privaten Käufer läge auch die Entscheidung über die Zukunft des Lübecker Medizinstudiums in dessen Hand. Die finanzielle Genesung des Uni-Klinikums, das dieses Jahr erstmals mit einer „Schwarzen Null" abschließen will, belegt nach Auffassung des Grünen-Abgeordneten Andreas Tietze: „Auch öffentliche Träger können gut wirtschaften." Fest steht: Bis März 2015 wird die Krankenversorgung am UK S-H in öffentlicher Hand bleiben. Bis dahin läuft der Haustarifvertrag.

Opposition kritisiert Vergabeverfahren

Ein weiteres Thema der emotionalen Aussprache war die umstrittene Vergabe eines Wäscherei-Großauftrags des UK S-H an eine Rostocker Firma. Dieses Unternehmen zahle „Dumping-Löhne", so die Opposition, und habe dadurch die Konkurrenz in Glückstadt bei der Ausschreibung ausgestochen. Konsequenz: In Glückstadt stehen 120 Mitarbeiter vor der Entlassung. Ranka Prante von den Linken, die das Thema auf die Tagesordnung gesetzt hatten, warf dem Klinikvorstand und auch der Landesregierung in dieser Sache „Scheinheiligkeit" vor und forderte: „Schützen Sie die schleswig-holsteinischen Arbeitnehmer!"

Auch SPD und Grüne warben angesichts dieses Falls für einen gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn. Demgegenüber verteidigte Minister de Jager die Auftragsvergabe: Öffentliche Unternehmen seien an Vergaberegeln gebunden. „Schleswig-Holsteinische Unternehmen zu bevorzugen, wäre rechtswidrig", so de Jager.

Der Wirtschafts- und der Sozialausschuss beraten das Thema weiter.

Weitere Hauptredner: Daniel Günther (CDU), Kirstin Funke (FDP), Antje Jansen (Linke)

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Hintergrund:
Die Zukunft des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) beschäftigt erneut den Landtag. Die Abgeordneten befassen sich mit den im vergangenen Jahr aufgetretenen Kostensteigerungen, mit der Kündigung eines Großauftrages an eine Glückstädter Wäscherei sowie mit einem möglichen Verkauf des landeseigenen Groß-Klinikums.

  Thema Verkauf: 

Die SPD drängt darauf, dass das UK S-H in öffentlicher Trägerschaft bleiben soll. Sie reagiert damit auf angebliche Überlegungen der CDU/FDP-Koalition, das stark sanierungsbedürftige Krankenhauskomplex mit seinem Investitionsstau von mehr als 700 Millionen Euro zu privatisieren. Die SPD will hingegen Mittel des Bundes und von Privaten einsetzen. Schleswig-Holstein dürfe nicht zum einzigen Bundesland ohne Krankenhaus-Maximalversorgung in öffentlicher Trägerschaft werden, heißt es. Und: Die Privatisierungspläne der Regierung würden auch die Zukunft der Universität Lübeck aufs Spiel setzen.

  Thema Kostensteigerungen: 

Auf Drängen der Grünen berichtet das UK S-H über die im letzten Jahr aufgetretenen Kostensteigerungen, insbesondere im Personalbereich, und über die Maßnahmen des Vorstands zur Dämpfung der Ausgaben. Laut dem Papier des Klinikums, das das Wissenschaftsministerium an den Landtag weitergeleitet hat, lag der Personaletat im Jahr 2009 bei 427,8 Millionen Euro und damit 27,8 Millionen über dem Soll. Als Gründe gibt das UK S-H die gestiegenen Aufwendungen für Altersteilzeit und leistungsabhängige Vergütungen sowie Rückstellungen für Sozialversicherungsbeiträge an. Um gegenzusteuern setzt der Vorstand seit Jahresbeginn auf eine „sachgerechte Vakanzbewirtschaftung": Frei werdende Stellen bleiben drei Monate unbesetzt und werden erst dann wieder vergeben, wenn sie sich als unbedingt notwendig herausstellen.

Laut Bericht haben in den ersten sechs Wochen dieses Jahres insgesamt 67 Mitarbeiter des Pflegedienstes und der Verwaltung so genannte Überlastungsanzeigen eingereicht und sich darin über gestiegene Arbeitsbelastung beschwert. 59 der Klagen kamen aus Lübeck, acht aus Kiel. Der Vorstand habe darauf „zeitnah reagiert" und ein „Optimierung des Personal-Controlling" in die Wege geleitet. Es laufe ein Mediationsverfahren mit dem Lübecker Personalrat. Zudem soll mit dem Gesamtpersonalrat eine Dienstvereinbarung getroffen werden, in der Arbeitszeiten, Bereitschaftsdienste, Ruhezeiten und Pausen geregelt werden.

Das UK S-H hatte im vergangenen Jahr auch in anderen Bereichen Extra-Ausgaben zu verzeichnen. So lagen die medizinischen Materialkosten um 12,6 Millionen Euro über dem Haushaltsansatz, und 7,9 Millionen wurden zusätzlich für externe Beratungsfirmen ausgegeben. Dennoch betont der Vorstand, die Experten-Gutachten seien notwendig: „Sie verbessern die Abläufe und kommen Patienten wie Mitarbeitern zugute."

  Thema Wäscherei-Auftrag:

Die Linken fordern die Landesregierung auf, über die Vergabe eines Großauftrages des Klinikums an die Wäscherei Sitex in Rostock zu berichten. Diese am 1. Mai erfolgte Neuvergabe geht zulasten der Firma Berendsen in Glückstadt (Kreis Steinburg).

Berendsen hatte die Kliniken in Kiel und Lübeck fünf Jahre lang mit steriler Wäsche versorgt. Bei einer Neu-Ausschreibung im letzten Jahr war das Unternehmen der Rostocker Konkurrenz bereits unterlegen, hatte aber beim Oberverwaltungsgericht das Vergabeverfahren wegen Formfehlern gestoppt und einen Interimsvertrag mit dem UK S-H bis Ende April 2010 abgeschlossen. Seit dem 1. Mai wird die Wäsche nun in Rostock gewaschen.

Die Frist für die langfristige Vergabe des Auftrags läuft noch bis zum 1. Juni. In Glückstadt rechnet man sich aber kaum Chancen aus, den Auftrag zurückzuerhalten, denn, so der Vorwurf: Die Rostocker Konkurrenz arbeite mit Dumpinglöhnen. Der drohende Verlust des Fünf-Millionen-Euro-Auftrags gefährdet den gesamten Standort Glückstadt mit seinen 120 Mitarbeitern.

Letzte Debatte zum Thema (Fragestunde):
plenum-online
November 2009

Stichwort: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Das UK S-H ist im Jahr 2003 aus den Universitätsklinika Kiel und Lübeck entstanden. Es hat 2.400 Patientenbetten und ist mit derzeit 10.600 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Lande. 6.100 Beschäftigte arbeiten in Kiel, 4.500 in Lübeck. Das UK S-H mit seinen 51 Kliniken und 26 Instituten ist eine Anstalt öffentlichen Rechts in Trägerschaft des Landes.

Trotz der Kostensteigerungen im Vorjahr sieht sich das Uni-Klinikum bei der finanziellen Sanierung auf einem guten Weg. Voraussichtlich werde man das Jahr 2010, wie langfristig im Sanierungskonzept geplant, mit einer „schwarzen Null" abschließen, hieß es im Februar auf einer Pressekonferenz. Damit werde das Klinikum erstmals seit seiner Gründung kein Defizit vorweisen. Für 2009 steht unterm Strich noch ein Minus von 4,2 Millionen Euro.

Die Unikliniken sitzen allerdings auch noch auf einem großen Schuldenberg: Das aufgelaufene Defizit bezifferte der Vorstand auf 100 Millionen Euro. Der Sanierungsstau ist mit 700 Millionen noch weit höher. In diesem Umfang sollen in den nächsten Jahren Kliniken gebaut sowie Einrichtungen und die Infrastruktur insgesamt modernisiert werden.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:  
Zukunft der KiTas

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Versorgungslasten
(ohne Aussprache)
Dienstrechtl. Vorschriften
(ohne Aussprache)
Ärztl. Versorgung Inhaftierter
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Landes-Meldegesetz
(ohne Aussprache)
Rettungsdienste / Fahrberchtigung
(ohne Aussprache)
Sach-Anträge:
Rundfunkgebühren
Abschiebung Kosovo
8. Mai / Feiertag
Berichts-Anträge:
Bäderverordnung
(ohne Aussprache)
Justiz-Vollzugsanstalten
(ohne Aussprache)
Regierungsberichte:
Clearingstellen Flüchtlinge
Staatsangehörigkeitsrecht
Verfassungsschutz-Bericht
(ohne Aussprache)
sonstige Berichte:

Datenschutz-Bericht
(ohne Aussprache)

Petitionsausschuss-Bericht
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:

Schulgesetz / Umwandlungsfrist
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Minderheitenschutz
Ausschuss-Empfehlungen
Mitbestimmung an Schulen und Hochschulen
(ohne Aussprache)
Volksbegehren Realschulen
(ohne Aussprache)
Schul-Obstprogramm
(ohne Aussprache)
Anträge:
Schule und Bundeswehr
Kooperationsverbot
Unterrichtsverpflichtung
für Lehrer
Hochschulpolitik / 
Uni Flensburg
Gastschulabkommen mit Hamburg
Mahlzeiten in KiTa und Schule
Regierungs-Berichte:

Bildungsfinanzierung

Migrantenkinder in KiTas
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Aktuelle Stunde:

Zukunft der KiTas

Anträge:
Situation des UK S-H
Ambulante Versorgung
Regierungs-Berichte:

Kinderschutz

Pflegeausbildung

Finanzsituation des UK S-H
Hausärzte

Arzneimittel-Entsorgung
(ohne Aussprache)

Schule und Arbeitswelt
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Ausschuss-Empfehlungen
Digitaler Tachograph
(ohne Aussprache)
Start ins Berufsleben
(ohne Aussprache)
Anträge:
Maritime Wirtschaft
Hilfen für Kleinbetriebe
Flughafen Lübeck
Regierungs-Bericht:

Situation des Handwerks

F i n a n z e n

2. Lesung:

Schuldenbremse
1. Lesung:
"Datatport"
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Ausschuss-Empfehlungen:
Freiw. Ökologisches Jahr
(ohne Aussprache)
Agrar- und Umweltpolitik
(ohne Aussprache)
Anträge:
Gentechnik
Klein-Windkraftanlagen
Ölförderung im Wattenmeer
Regierungs-Bericht:

GA Agrarstruktur und Küstenschutz
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
Ostseepolitik
Regierungs-Bericht:

Ostseepolitik