Um
gegenzusteuern, will die Landesregierung die Tätigkeit
als Hausarzt auf dem Land attraktiver gestalten. So wird
derzeit an der Uni Lübeck ein spezieller Lehrstuhl für
Allgemeinmedizin eingerichtet. An der Kieler Uni gibt es
den bereits. Verschiedene Kliniken im Lande bieten eine so
genannte Verbundweiterbildung an, wo Mediziner ihre
fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für
Allgemeinmedizin durchgehend in derselben Region
absolvieren und so heimisch werden können. Und:
Hausärzte ab 58 Jahren erhalten Extra-Geld von der
Kassenärztlichen Vereinigung (KV), wenn sie junge Ärzte
in ihrer Praxis weiterbilden. Zudem ruft das Land die
Kommunen auf, „familienfreundliche
Rahmenbedingungen" für Berufstätige zu schaffen.
Krankenhäusen sollen verstärkt ambulante
Behandlungen anbieten
Daneben
sprechen sich Land und KV für eine Reform der
Bedarfsplanung aus. Zurzeit sind die Planungsgebiete so
groß gefasst, dass sich die Arztsitze in den Städten
ballen. Die KV fordert deshalb, die Bezirke kleiner zu
schneiden, um Praxen auf das platte Land zu ziehen.
Hierbei sollen die Landes-KV’en mehr Gestaltungsraum
erhalten als bisher. Demgegenüber sieht das Land den Bund
in der Pflicht, für eine „auskömmliche
Vergütung" der Mediziner zu sorgen.
Ein
weiterer Schritt, die ärztliche Versorgung im Lande zu
verbessern ist für die Koalition die Öffnung von
Krankenhäusern für ambulante Behandlungen. Bereits jetzt
haben laut Regierung 18 schleswig-holsteinische Kliniken
Zulassungen zur ambulanten Behandlung für hoch
spezialisierte Leistungen, Erkrankungen mit besonderen
Krankheitsverläufen und für seltene Erkrankungen. CDU
und FDP fordern die Landesregierung auf, diese
Zusammenarbeit auszubauen.
In einem
Änderungsantrag unterstützt die SPD das Ziel einer
verbesserten Kooperation zwischen niedergelassenen Ärzten
und Krankenhäusern. Die Landesregierung wird zudem
aufgefordert dem Landtag bis Ende des Jahres einen Bericht
vorzulegen.