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Auf dieser Seite: Ölförderung im Wattenmeer

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Top 38:
Ölförderung im Wattenmeer spätestens 2011 beenden

Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/536

Ölförderung im Wattenmeer 
wird nicht gestoppt

Kiel (SHL/21.05.) Schwarz-Gelb hat eine Forderung der Grünen, die Ölförderung im Wattenmeer zu stoppen, zurückgewiesen. Die Bohrgenehmigung für den Energiekonzern RWE-Dea, der dort seit 1987 die Förderplattform "Mittelplate" betreibt, stehe nicht zur Debatte, erklärten CDU und FDP. Den von der Oppositionspartei ins Spiel gebrachte Vergleich mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko brandmarkten die Regierungsfraktionen als „populistisch".

Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) stellte klar, dass ein solcher Vorfall auszuschließen sei, da die Förderplattform "Mittelplate" nicht frei im Meer schwimme, sondern sich auf festem Boden befinde. Die Ölförderung dort sei sicher. Überdies plane der Bund die Fördergenehmigung bis 2041 zu verlängern. Dagegen könne das Land keine rechtlichen Schritte unternehmen. Allerdings werde sich die Landesregierung für eine angemessene Umwelt-Verträglichkeitsprüfung einsetzen.

Die Ölförderung sei mit dem Schutz des Wattenmeeres und dem Status des Weltnaturerbes nicht zu vereinbaren, begründete dagegen Marlies Fritzen den Vorstoß ihrer Grünen-Fraktion. Zumal es niemals eine hundertprozentige Sicherheit geben könne, auch für die Förderplattform "Mittelplate" nicht, der Experten eine „98prozentige Sicherheit" attestieren.

In dieselbe Richtung argumentierten die anderen Oppositionsparteien. Die Sozialdemokraten bezeichneten die Bohrinsel gar als „Dorn im Wattenmeer". Dem hielten Union und FDP entgegen, dass allein "Mittelplate" hundert Arbeitsplätze schaffe und 500 weitere Jobs in der Raffinerie in Hemmingstedt sichere. Zudem spüle die Ölförderung Geld in die Landeskasse.

Weitere Hauptredner: Karsten Jasper (CDU), Detlef Buder (SPD), Oliver Kumbartzky (FDP), Ranka Prante (Linke), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund:
Angesichts der aktuellen Katastrophe im Golf von Mexiko wird auch in Schleswig-Holstein der Ruf nach einem Stopp von Ölforderungen im Meer lauter. Die Grünen fordern, dass es im Nationalpark Wattenmeer spätestens ab 2011 keine Ölbohrungen mehr geben soll. Zudem dürften in der gesamten Nordsee keine neuen Bohr- und Förderinseln mehr genehmigt werden.

Der Energiekonzern RWE-Dea betreibt seit 1987 die einzige deutsche Förderplattform "Mittelplate" im Nationalpark Wattenmeer vor der schleswig-holsteinischen Westküste. Die Fördererlaubnis für die 70 mal 95 Meter große Insel läuft noch bis 2011 und soll nach dem Willen der Grünen nicht mehr verlängert werden. „Trotz bestehender besonderer Sicherheitsvorrichtungen" sei ein Unfall nicht auszuschließen, heißt es in dem Grünen-Antrag. Sollte es zu einer Unglück kommen, habe dies nicht nur „katastrophale Folgen für das gesamte Ökosystem Wattenmeer", sondern auch „gravierende Auswirkungen" auf den Tourismus.

Vorherige Debatten zum Thema:
plenum-online
April 2008, Februar 2009

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