Die
Oppositionsfraktion reagiert damit auf Pläne der
Landesregierung, das Projekt "Kein Kind ohne
Mahlzeit" zum Jahresende 2010 auslaufen zu lassen.
Die Förderung gehöre aber frühestens Anfang 2011 auf
den Prüfstand, argumentieren die Linken. Denn: Bis dahin
muss der Bundestag, wie vom Bundesverfassungsgericht
gefordert, die neuen Hartz-IV-Regelsätze für Kinder
festlegen. Es müsse verhindert werden, dass eine „Versorgungslücke"
für betroffene Kinder entstehe.
Die
Initiative "Kein Kind ohne Mahlzeit" ist ein
Gemeinschaftsprojekt des Landes, der
schleswig-holsteinischen Wohlfahrtsverbände und der
Stiftung "Familie in Not". Die gemeinsam
eingerichteten regionalen Kinderhilfsfonds bezuschussen
das Mittagessen von bedürftigen Kindern im Land. Das Land
beteiligt sich mit jährlich 1,2 Millionen Euro. Das
Projekt ist im Frühjahr 2008 angelaufen.
Linke: Volle Besteuerung von Schulmahlzeiten
ist „unverantwortlich"
Zudem soll
die Mehrwertsteuer auf Schulessen nach dem Willen der
Linksfraktion von derzeit 19 Prozent wieder auf den
ermäßigten Satz von sieben Prozent sinken. Es sei „unverantwortlich",
dass „gerade in Zeiten, in denen zwei Millionen Kinder
in Armut leben", die tägliche Schulspeisung voll
besteuert werde, heißt es in dem Antrag. Die
Landesregierung soll sich im Bundesrat für eine
Steuersenkung einsetzen.
Noch unter
der Großen Koalition hatte das Bundesfinanzministerium im
Oktober 2008 in einem Erlass die Umsatzsteuer bei der
Abgabe von Speisen und Getränken von sieben auf 19
Prozent erhöht. Das Ergebnis: Im Schnitt wurde das
ausgeteilte Essen an Schulen um zehn Prozent,
durchschnittlich 30 Cent, teurer. Hingegen wird
mitgenommenes Essen vom Schnellimbiss weiterhin mit nur
sieben Prozent versteuert.
Kritik an
der Versteuerung kommt auch von
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Sie setzt
sich wie die schwarz-rote Koalition in Thüringen dafür
ein, dass auf Schulessen künftig wieder der ermäßigte
Mehrwertsteuersatz fällt.
In einem
Änderungsantrag begrüßt die Koalition, dass das Projekt
"Kein Kind ohne Mahlzeit" über die
ursprünglich vorgesehne Befristung zum Ende des KiTa-Jahres
2009/2010 hinaus bis zum Jahresende verlängert werden
soll. CDU und FDP fordern dazu auf, dass es einen
nahtlosen Übergang der Maßnahme zu der Gewährung
neuberechneter SGB II-Regelsätze für Kinder ab dem 2011
geben muss.