Kiel (SHL/21.05.) Um auch in
Zeiten einer alternden Gesellschaft eine ausreichende Zahl
qualifizierter Pflegekräfte zu erreichen, setzt Sozialminister Heiner
Garg (FDP) auf einen Umbau der Pflegeausbildung. Vorbild ist das
sogenannte Flensburger Modell, bei dem die Auszubildenden zum
Altenpfleger, zum Krankenpfleger und zum Kinderkrankenpfleger in den
ersten zwei Jahren gemeinsam unterrichtet werden und sich erst danach
spezialisieren. Dies soll ein einheitliches, hohes Niveau der Ausbildung
absichern. Gargs Regierungsbericht stieß auf ein geteiltes Echo im
Landtag.
Die Opposition aber auch die CDU forderten den Minister
auf, noch mehr für die Attraktivität des Pflegeberufs zu unternehmen.
Ansonsten drohe bald ein Fachkräftemangel. „Wer Pflege als Berufswahl
nachhaltig attraktiv machen will, muss in die Arbeitsbedingungen,
Personalschlüssel, Karrierechancen, Vereinbarkeit von Familie und
Beruf, Aus- und Weiterbildung und nicht zuletzt auch in Vergütungen
investieren", monierte Birte Pauls, die den Bericht im Namen ihrer
SPD-Fraktion beantragt hatte. Parteiübergreifend wurde der jüngst
festgelegte Pflege-Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde als Schritt in
die richtige Richtung gelobt.
Minister Garg strebt zudem eine bundesweit einheitliche
Ausbildung zur Pflegeassistenzkraft an. Die Vorgaben für diesen
dreijährigen Bildungsgang, der vor allem an den Berufsschulen erfolgt,
sind zurzeit in den Bundesländern sehr unterschiedlich.
Der Sozialausschuss berät das Thema weiter.
Weitere Redner:
Ursula Sassen (CDU), Anita Klahn (FDP), Marret Bohn (Grüne), Antje
Jansen (Linke), Silke Hinrichsen (SSW)
Hintergrund:
Um auch in Zeiten einer alternden Gesellschaft eine
ausreichende Zahl qualifizierter Pflegekräfte zu
erreichen, setzt die Landesregierung auf einen Umbau der
Pflegeausbildung. Das geht aus einem von der SPD
beantragten Regierungsbericht hervor. Als Vorbild nennt
das Sozialministerium das so genannte Flensburger Modell,
bei dem die Auszubildenden zum Altenpfleger, zum
Krankenpfleger und zum Kinderkrankenpfleger in den ersten
zwei Jahren gemeinsam unterrichtet werden und sich erst
danach spezialisieren. Dies soll ein einheitliches, hohes
Niveau der Ausbildung absichern.
Als
weiteren Schritt, um angesichts des demographischen
Wandels genügend Fachkräfte zu qualifizieren, strebt die
Landesregierung eine bundesweit einheitliche Ausbildung
zur Pflegeassistenzkraft an. Die Vorgaben für diesen
dreijährigen Bildungsgang, der vor allem an den
Berufsschulen erfolgt, sind zurzeit in den Bundesländern
sehr unterschiedlich.
Ab
2012 werden pro Jahr rund
450 Altenpflegekräftebenötigt
In
Schleswig-Holstein ist die Zahl der Auszubildenden zur
Krankenschwester und zum Krankenpfleger seit Jahren
rückläufig – von 2.641 im Jahr 1993 auf 2.158 im
letzten Jahr. Das Ministerium weist darauf hin, dass die
Kliniken entsprechend ihres eigenen Bedarfs ausbilden; „eine
staatliche Planung oder Einflussnahme" gebe es nicht.
Demgegenüber
fördert das Land die Ausbildung in der Altenpflege mit
gut vier Millionen Euro jährlich und ermittelt auch den
zukünftigen Fachkräftebedarf in diesem Bereich.
Ergebnis: Ab 2012 werden pro Jahr 460 Altenpfleger auf dem
Arbeitsmarkt benötigt, etwa 450 Azubis absolvieren
demnach pro Jahr ihre Lehre erfolgreich.
Die Nachfrage nach einer
Ausbildung im Pflegebereich ist dem Bericht zufolge sehr
unterschiedlich. Auf eine Lehrstelle kommen an den
Kliniken im Lande drei bis fünf Bewerber. An den
Pflege-Fachschulen sind es hingegen bis zu 25.
Debatte zum Thema:
plenum-online Juni 2009
(Pflege-Gesetzbuch)
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