Sozialminister Garg:
Bildungs-
und Teilhabepaket "nicht zerreden"
In Schleswig-Holstein stehen bis 2013
jährlich
zehn Millionen Euro zur Verfügung
Kiel (SHL/25.05.)
Fraktionsübergreifend haben die Abgeordneten des Landtages an Hartz
IV-Familien appelliert, die sich durch das Bildungs- und
Teilhabepaket für Kinder ergebenden Möglichkeiten in Anspruch zu
nehmen. Anlass der Debatte war das von der Landesregierung
vorgelegte Ausführungsgesetz, mit dem die von Bundestag und
Bundesrat auf den Weg gebrachte Hartz IV-Reform in Landesrecht
gegossen werden soll. Der Gesetzentwurf der Landesregierung wurde
zur Beratung an den Sozialausschuss überwiesen. Die Zweite Lesung
ist bereits am kommenden Freitag geplant.
Im Zuge der Hartz IV-Reform überweise der Bund bis
Ende 2013 jährlich zehn Millionen Euro nach Schleswig-Holstein, hob
Sozialminister Heiner Garg (FDP) in der Debatte hervor. Mit Blick
auf das Bildungspaket stellte er klar, dass Anträge von den
zuständigen Behörden in den Kommunen so bürgernah und
unbürokratisch wie möglich umgesetzt würden. Garg warnte indes
davor, dass Bildungspaket "zu zerreden", nur weil es
bislang unzureichend in Anspruch genommen worden sei oder man
"sich mehr vorstellen" könne. Es gelte vielmehr, die
neuen Chancen deutlich zu machen. Vor diesem Hintergrund begrüßte
der Minister, dass die Antragsfrist für das Bildungspaket bis zum
30. Juni verlängert worden ist.
Die Grünen wollen Zuschussberechtigung
auf Asylbewerberfamilien ausdehnen
Die Grünen forderten in einem Änderungsantrag, die
Leistungsangebote für Kinder aus Hartz IV-Familien auch auf Jungen
und Mädchen auszudehnen, deren Eltern einen Asylantrag gestellt
haben. Eine breite Mehrheit im Plenum begrüßte den Vorstoß, der
ebenfalls zur weiteren Beratung an den Sozialausschuss überwiesen
wurde. Minister Garg wies darauf hin, dass es in Berlin bereits
Bestrebungen gebe, die Gesetzeslage in diesem Sinne zu ändern.
Im Zuge der Hartz IV-Reform sollen bundesweit rund
2,5 Millionen bedürftige Kinder von Geringverdienern und
Wohngeldempfängern Bildungshilfen erhalten. Dazu gehören
beispielsweise ein warmes Mittagessen in der Schule oder im
Kindergarten, Zuschüsse für Klassenfahrten, Beiträge für
Sportvereine oder Geld für Nachhilfe. In Schleswig-Holstein haben
laut Sozialministerium 75.000 Kinder Anspruch auf diese Leistungen.
Die Grünen wollen, dass auch die ihrer Schätzung nach 500 Kinder,
deren Eltern Zahlungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz
erhalten, vom Bildungspaket profitieren. Hierfür soll sich die
Landesregierung im Bundesrat stark machen.
Hauptredner:
Luise Amtsberg (Grüne), Werner Kalinka (CDU), Wolfgang Baasch
(SPD), Christopher Vogt (FDP), Antje Jansen (Linke), Silke
Hinrichsen (SSW)
Aktuell:
Am Freitag, 27. Mai, wurde der Gesetzentwurf in Zweiter Lesung
einstimmig verabschiedet.