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Auf
dieser Seite: Lesekultur
Jugend - Unterrichtsversorgung
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Top 13:
Förderung der
Lesekultur von Kindern und Jugendlichen in Schleswig-Holstein
Antrag der Abgeordneten des
SSW |
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Top 09:
Stufenplan für
Unterrichtsversorgung
Antrag der Fraktion der CDU
Antrag
der Fraktionen von SPD und B´90/Grüne - Drs. 15/3290 |
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Landtag schlägt Alarm:
Der Jugend mangelt es an Lesekultur
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Kiel (SHL). Die Landesregierung will sich verstärkt für
die Lesekompetenz schleswig-holsteinischer Schüler einsetzen.
Denn, so die öffentliche Feststellung des Landtages am
Donnerstag, 11. März 2004: In Deutschland mangelt es an
jugendlichen Leseratten; das Lesen als
grundlegende Kulturtechnik müsse mehr gefördert werden. Das
Plenum stützte sich dabei auf Studien wie PISA oder die internationale
Lese-Untersuchung an Grundschulen (IGLU). Bildungsministerin Ute
Erdsiek-Rave (SPD) kündigte in einem vom SSW geforderten
Bericht an, problemorientiert mit der Frage der Leseschwächen
bei bestimmten Kindern umzugehen und die Lesekompetenz etwa
durch Lehrerfortbildungen und die landesweite Organisation von
Kinder- und Jugendbuchwochen verstärkt zu fördern.
Gleichwohl stellte sie für
Schleswig-Holstein fest: "Unsere 15-Jährigen liegen in
Punkto Leselust deutlich über dem Bundesdurchschnitt".
Die Vorsitzende des SSW im Landtag, Anke
Spoorendonk, forderte in der Debatte, nicht nur das Lesen
außerhalb der Schule zu fördern. Da, so Spoorendonk, die
meisten Kinder vor Schuleintritt mehr Lust hätten zu lesen, sei
zu klären, wann und warum das Interesse am Lesen verloren gehe.
Politik, Wirtschaft und Schulen müssten an einem Strang ziehen.
Zudem müsse auch die Arbeit der Kindergärten gestärkt werden.
Ulf von Hielmcrone (SPD) verwies darauf, dass
rund zehn Prozent der 15-jährigen deutschen Schüler
"funktionale Analphabeten" seien. Das heißt: Sie
würden zwar die Buchstaben beherrschen, aber nicht die
gelesenen Inhalte und Zusammenhänge verstehen.
Uwe Greve (CDU) forderte eine Pflege der
Lesekultur als zentrale politische Aufgabe sowie die Gründung
eines deutschen Sprachinstituts zur Pflege der deutschen
Sprache. Während der FDP-Abgeordnete
Ekkehard Klug insbesondere an die "Bildungsgrundlagen" in den
Familien und Kindertagesstätten appellierte, kritisierte die
Grünen-Abgeordnete Angelika Birk die derzeit um sich greifenden
Büchereischließungen.
Der Bericht der Landesregierung wurde einstimmig an den
Bildungsausschuss überwiesen.
Hintergrund:
Verschiedene Studien belegen,
dass die Lesekompetenz und die Lust an der Lektüre bei
vielen Kindern und Jugendlichen schwach entwickelt sind.
So haben laut PISA-Studie 42 Prozent der 15-jährigen in
Deutschland angegeben, überhaupt nicht zum Vergnügen zu
lesen; 20 Prozent dieser Altersgruppe können Texte nicht
richtig vorlesen beziehungsweise nicht richtig verstehen.
Insbesondere Jungen greifen selten zum Buch. Laut der
Grundschullese-Untersuchung IGLU werden in Deutschland
rund zehn Prozent der Viertklässler mit zu geringer
Lesefähigkeit auf eine weiter führende Schule geschickt.
Die Stiftung Lesen bemängelt, dass nur 15 bis 20 Prozent
der Schulen in Deutschland über eine eigene
Schulbibliothek verfügen.
Vor diesem Hintergrund fordert der SSW die
Landesregierung auf, einen Bericht über ihre Maßnahmen
zur Förderung des Lesens in Schleswig-Holstein und über
die Umsetzung der Bund-Länder-Aktion "Lesen in
Deutschland" vorzulegen.
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Streit um
Unterrichtsversorgung
Opposition und Koalition
streiten um Statistiken
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Kiel (SHL). Die Schulpolitik hat am Donnerstag, 11. März
2004, erneut zu einem harten Schlagabtausch im Landtag geführt.
Die Landesregierung sei ein "bildungspolitischer
Versager", so der Vorwurf der Opposition im Hinblick auf
die Unterrichtsversorgung an den Schulen im Land. Rot-Grün und
SSW hingegen sahen die Regierung im Kampf gegen den
Unterrichtsausfall auf einem guten Weg. Mit ihren Stimmen wurde
ein Antrag von SPD und Grünen angenommen, der die
Landesregierung auffordert, die" Verlässliche Grundschule"
bis zum Schuljahr 2007/2008 flächendeckend einzuführen.
Außerdem soll die Kooperation der Schulen ausgebaut werden, um
angesichts sinkender Schülerzahlen die vorhandenen Mittel
effizienter einzusetzen.
Abgelehnt wurde dagegen ein nur von den Liberalen
unterstützter Antrag der CDU, mit dem gefordert wurde, die Zahl
der Unterrichtsstunden in Schleswig-Holstein schrittweise an den
Bundesdurchschnitt anzupassen. Das hätte quasi der Einführung
verbindlicher Stundentafeln für das Land entsprochen, wie die
Elterninitiative "Bildungswüste Grundschule" in einer
Volksinitiative gefordert hatte. (siehe auch Meldungen)
Im Vergleich zu anderen Bundesländern bekämen Schleswig-Holsteins
Schüler 8,3 Prozent weniger Stunden; bei Grund- und
Hauptschulen lägen die Defizite bei 9,6 beziehungsweise 13,2
Prozent, kritisierte Sylvia Eisenberg (CDU). Das sei ein
strukturelles Defizit, an dem auch die Verlässliche Grundschule
nichts ändere. Dies führe nur dazu, dass die Kinder länger an
der Schule verweilten, nicht jedoch mehr Unterricht bekämen.
Landesweit fehlten 1.200 Lehrerstellen, um die Versorgung an den
Bundesdurchschnitt heran zu führen, so Eisenberg. Das größte
"Fehl" gebe es an den Hauptschulen, kritisierte der
FDP-Abgeordnete Ekkehard Klug: Bei denjenigen Schülern, die am
meisten der Förderung bedürften, sei das Defizit am größten.
Vor diesem Hintergrund sei die Klage von Rot-Grün über die
soziale Ungleichverteilung der Bildungschancen "arg
heuchlerisch".
SPD lehnt "Mengendiskussion" ab
Die Opposition mache es sich zu einfach, wenn sie nur eine
"Mengendiskussion" führe, "wie wir denn
möglichst viel Unterricht in das Kind hinein bekommen",
entgegnete Henning Höppner (SPD). Bei den Lehrern pro Schüler
liege Schleswig-Holstein im Bundesdurchschnitt weit vorne. Grund
für das Stundendefizit sei die kleinteilige Schulstruktur in
Schleswig-Holstein. "An kleinen Schulen ist eine
verbindliche Stundentafel nicht finanzierbar", so Höppner.
Das Unterrichtsvolumen sei ein wichtiger, aber nicht der einzige
Parameter, argumentierte auch Bildungsministerin Ute
Erdsiek-Rave (SPD). Schleswig-Holstein gebe pro Schüler
jährlich 4.600 Euro aus - deutlich mehr als im CDU-regierten
Hessen oder Baden-Württemberg.
Die Unterrichtsversorgung unabhängig von der Klassengröße
zu diskutieren, sei unseriös, pflichtete Angelika Birk (Grüne)
ihren Vorrednern bei. Die Landesregierung habe zudem eine ganze
Reihe von Programmen gegen den Unterrichtsausfall aufgelegt, wie
"Jede Stunde zählt", die Verlässliche Grundschule
sowie die Initiative "Geld statt Stellen". Auch Anke
Spoorendonk (SSW) sah in verbindlichen Stundentafeln keine
Universallösung. So sei es beispielsweise unter Umständen
sinnvoll, der einen Grundschulklasse mehr Unterricht in Mathematik zu
geben, der anderen mehr Deutsch. Feste Stundentafeln würden das
verhindern. Sie forderte ihre Parlamentskollegen auf,
"weiter und flexibler" zu denken.
Hintergrund:
Die Elterninitiative
"Bildungswüste Grundschule" fordert im Rahmen
einer Volksinitiative, an Schleswig-Holsteins Schulen
verbindliche Stundentafeln einzuführen. Die Initiatoren
beklagen, im Lande würden überdurchschnittlich viele
Unterrichtsstunden ausfallen.
Für ihr Anliegen haben die Initiatoren über
20.000 Unterschriften gesammelt. Damit wird das Anliegen
der Initiative gemäß Artikel 41 Satz 1 der
Landesverfassung Thema im Landtag. Stimmt das Parlament
diesem Anliegen nicht zu, haben die Antragsteller im
Rahmen eines Volksbegehrens sechs Monate Zeit, um einen
Volksentscheid herbeizuführen. Dazu sind die Stimmen von
fünf Prozent der Wahlberechtigten (rund 100.000
Unterschriften) nötig.
Es ist jedoch juristisch umstritten, ob das
Anliegen der Elterninitiative in Einklang mit Artikel 41
Satz 2 der Landesverfassung steht. Dieser Passus untersagt
Volksinitiativen den Zugriff auf den Landeshaushalt. Das
Bildungsministerium führt an, die Umsetzung der
Initiative würde die Einrichtung von insgesamt 1.227
Planstellen nötig machen, die mit rund 53 Millionen Euro
jährlich zu Buche schlagen würden. Damit, so das
Argument der Kritiker, greife die Initiative in die
Haushaltshoheit des Landtags ein.
Angesichts der vom Bildungsministerium vorgelegten
Zahlen greift die CDU das Ziel der Initiative auf und
fordert die Landesregierung auf, die Unterrichtsversorgung
im Lande an den Bundesdurchschnitt anzupassen. Die
Landesregierung hält dagegen, Schleswig-Holstein habe
sehr geringe Klassengrößen. Deswegen sei der Unterricht
im Lande höherwertiger als anderswo.
mehr
Informationen: "plenum-online",
August 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/august2003/texte/
10_31_unterrichtsversorgung_situation.htm)
"plenum-online",
September 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2003/texte/
11_46_lehrerfotbildung_unterricht.htm)
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